Via de la Plata 

Die Vía de la Plata führt von Sevilla durch Andalusien, die Extremadura, Kastilien und Léon, Galicien nach Astorga und von dort mit dem Mozarabischen Jakobsweg über Ourense weiter nach Santiago de Compostela. Es handelt sich um einen der längsten Jakobswege die es gibt. Ca. 3-4% der Pilger wählen diesen Weg.

  

Für den kompletten Weg von Sevilla nach Santiago de Compostela benötigt man für die gesamte Strecke von 1000 km zwischen 40 und 60 Tagen. Empfehlenswert ist aber der Abschluss der Pilgerreise in Kap Finisterre oder Muxia. Für die Strecke bis dorthin, knapp 100 km muss man zusätzlich nochmals 3-4 Tage einplanen.

 

Die Via de la Plata kann theoretisch das ganze Jahr gewandert werden. Aufgrund der extremen Hitze (bis zu 50 Grad) in den Sommermonaten rate ich jedoch dringend davon ab den Weg im Zeitraum von Juni bis August zu gehen. Die Tagesetappen betragen zum Teil bis 35 km am Stück ohne Bar, Cafe oder Supermarkt.  

 

Für die Via de la Plata empfehle ich die App von Wise Pilgrims „Vía de la Plata - A Wise Pilgrim Guide"  fürs iPhone und für Android. Eine hervorragende App, die ich übrigens von allen Jakobswegen von diesem Anbieter habe.

Zusätzlich ist die „Camino Ninja App" eine sinnvolle Ergänzung. Diese kann kostenlos fürs iPhone oder für Android herunter geladen werden.

Auch die App Jakobsweg (Buen Camino)kann für iPhone und Android kostenlos genutzt werden.  

Seit 2006 gibt es zudem die Website www.gronze.com. Hier sind auch alle genauen Informationen zu den Jakobswegen vorhanden und werden nahezu täglich aktualisiert!

Wer nicht auf das Hardcover als Buch verzichten möchte empfehle ich das Outdoor Buch Spanien: Jakobsweg Vía de la Plata vom Conrad Stein Verlag.


Via de la Plata 

von Sevilla nach 

Santiago de Compostela 

900 km 

vom 3.3 bis 6.4.2024

Übersichtskarte vom Conrad Stein Verlag


Via de la Plata Anreise Köln-Bonn nach Sevilla 2.3.2024


Via de la Plata Alcázar de Sevilla 3.3.2024


Via de la Plata Kathedrale von Sevilla 3.3.2024


Via de la Plata 4.3.2024 Tag 1. Sevilla-Guillena 23.5 km + Anstieg gesamt 110m

Um 8 Uhr sind wir in das Café neben der Kathedrale, wo wir bereits gestern lecker gefrühstückt hatten. Das Wetter war leicht bewölkt und etwas grau, von der Temperatur aber zum wandern ideal. Nach gut 3 km durch die Stadt, bogen wir rechts nach der Brücke ab, um die Wegvariante am Fluß zu gehen. Nun fing es an zu regnen, so dass unsere Regenschirme zum Einsatz kamen. Kurze Zeit später trafen wir auf Jörg aus Dresden, der uns bis zum Ende unserer heutigen Etappe begleitete. In Santiponce wurde der Regen heftiger und Klaus zog sich seine Regenjacke und Rock an. Ich lief ausschließlich mit dem Schirm weiter. Auf einem Feldweg mussten wir einen sehr matschigen Teil, mit tiefen Furchen von Traktorreifen, welche mit Wasser gefüllt waren passieren. Der Himmel klarte auf, die Sonne kam heraus und die Temperatur stieg deutlich an. In Guillena angekommen bog Jörg in die Herberge Luz del Camino ab, wir gingen noch etwas weiter, in die heute gebuchte Unterkunft Hostal Bar Frances, welche 45 € für das Doppelzimmer kostete. 200m entfernt lag noch der größere Supermarkt MAS, wo ich etwas Verpflegung für morgen einkaufte. In der Bar Frances aßen wir dann noch ein leckeres Pilgermenü mit drei Gängen für nur 8 €. 


Via de la Plata 5.3.2024 Tag 2. Guillena-Castilblanco de los Arroyos 17.5 km + Anstieg gesamt 380m

In der Bar gab es zum Frühstück ein leckeres Tostada mit Serano Schinken, Olivenöl und passierter Tomate. Dazu zwei Cortado, Kaffee und einen Orangensaft. Zu zweit bezahlten wir nur 9.90 €. Um 8.15 Uhr war der Klare Himmel bereits zu sehen, da die Sonne jedoch noch ganz flach stand, war es im Schatten der Häuser noch sehr frisch. Nach gut 15 Minuten war ich jedoch warm gelaufen. Nachdem wir den Fluss überquert hatten, mussten wir zunächst entlang der viel befahrenen Landstraße laufen, bevor der Camino links abbog. Hier liefen wir entlang großer Plantagen mit Mandarinen, welche alle mit der Hand geerntet wurden. Auf der anderen Seite waren riesige Felder mit Olivenbäumen angelegt. Der Weg schlängelte sich die nächsten Kilometer durch die Plantagen  hindurch. Zwischendurch trafen wir 7 Pilger die unterwegs waren. Bei den letzten 4 Kilometer bis Castilblanco, war rechts neben der Landstraße ein neuer Schotterweg angelegt. Das letzte Mal musste ich die gesamte Strecke auf der Straße laufen. Hier passierten uns sehr viele einheimische mit dem Mountainbike. Heute übernachten wir im Hotel Castillo Blanco, für 45 € das Doppelzimmer. Nachdem wir um 17 Uhr im Carrefour Express Supermarkt noch ein paar Lebensmittel für die lange morgige Etappe gekauft hatten, suchten wir eine Bar/ Restaurant zum Abendessen. Auf dem Dach der Kirche waren an jeder Ecke Storchennester. So zählten wir auf engstem Raum 14 Störche. Die Bar Asador Er Tito Emi hatte als einzige geöffnet und wir bekamen ein leckeres, sehr reichhaltiges Pilgermenü für 9 €. Nach dem Essen besichtigten wir noch die öffentliche Herberge und sprachen mit der Hospitaliero aus Kanada noch etwas. In der Herberge übernachteten insgesamt 7 Pilger. 


Via de la Plata 6.3.2024 Tag 3. Castilblanco de los Arroyos-Almadén de la Plata 29.6 km + Anstieg gesamt 620m

Die Bar wo wir bereits gestern zu Abend aßen, hatte bereits um 7.30 Uhr geöffnet. Nach einem leckeren Tostada und Kaffee starteten wir. Die nächsten 16 Kilometer sollten ausschließlich auf der Landstraße verlaufen. Nach 6 Kilometer zeigte ein gelber Pfeil nach rechts. Ab hier wurde großflächig extra ein Weg 2022 für Pilger angelegt, damit diese nicht auf der Straße laufen müssen. Im Gegensatz zur Straße verlief der Weg jedoch deutlich hügeliger und bot ein paar knackige Anstiege. Ich traf zwei Frauen aus Portugal ca. 50 und 70 Jahre alt, mit denen ich mich einige Minuten unterhielt. Klaus wechselte wieder auf den Asphalt weil er dort einfacher vorankam. Nach insgesamt 16 Kilometern bog der Weg nun in den Nationalpark ab. Hier trafen wir das Ehepaar aus Österreich wieder, mit denen wir und rege unterhielten. Diese hatten auch bereits zahlreiche Jakobswege gelaufen und sind häufig auf Tour. Die zwei Frauen aus Portugal machten hier eine Pause, es war nun 12.15 Uhr. Nach kurzer Zeit kamen wir an einem Gebäudekomplex vorbei. Als ich in den Hof trat um mich umzuschauen begegnete ich gut 20 Katzen, die miauend auf mich zukamen. Offensichtlich hatten diese Hunger. Ich füllte die leeren Trinkgefässe mit Wasser und ging dann weiter. Katzenfutter hatte ich nämlich keines im Rucksack. An dem Metalltor begann dann ein völlig neu bearbeiteter Wegabschnitt. Über dem Bodenbelag war durchgängig Schotter aufgetragen worden. Offensichtlich um bei Regenfällen ein vorankommen zu gewährleisten. Kurz vor dem letzten steilen Anstieg, machten wir kurz hinter den Österreichern letztmalig für heute eine Pause. Bis zum Gipfel ging es sehr steil hinauf, oben angekommen bot sich nun ein schöner Blick über den Park. Nachdem steilen Abstieg passierte ich eine Ziegenfarm. 2017 wurden hier jedoch noch schwarze Duroc Schweine gehalten. Als ich in den Hof hineinging, war der vordere Abschnitt voll mit kleinen Zicklein die herumtollten. Wir erreichten unsere Unterkunft für heute, das Hostal Restaurante Casa Concha, für 35 € die Nacht um 15 Uhr. Als erstes besorgte ich uns ein kühles Bierchen. Drin traf ich auf Jörg, der auch hier übernachtet, jedoch schon jetzt sein Pilgermenü aß. Draußen traf ich eine Radfahrerin aus der Schweiz, mit der ich im Oktober 2023 auf dem Camino Frances, abends ein Pilgermenü in einem Restaurant zusammen gegessen hatte. Damals hatte ich ihr die App Camino Ninja auf dem Hdy eingerichtet und gezeigt, wie man damit Pilgerunterkünfte finden und kontaktieren konnte. Wir waren ganz verwundert über den Zufall und machten erstmal einige Fotos. Sie sicherte nochmals meine Kontaktdaten, da sie seit dem letzten Treffen versucht hatte meine Website aufzurufen, diese jedoch nicht finden konnte. Jetzt befindet sie sich wieder auf dem Rückweg in die Schweiz. Abends aßen wir dann in der Unterkunft noch ein drei Gänge Pilgermenü für 10 €. Beim Essen trafen wir zahlreiche Pilger und setzten uns mit einem Engländer und Tschechen, die wir bereits gestern getroffen hatten, an einen Tisch. Auch die zwei Frauen aus Portugal waren hier, diese sind erst um 18 Uhr angekommen. Morgen wollen diese sogar die Etappe mit 35 km laufen, da sie dort bereits gebucht haben. Naja, ich weiß nicht ob das wirklich sinnvoll ist. 


Via de la Plata 7.3.2024 Tag 4. Almadén de la Plata-El Real de la Jara 14.6 km + Anstieg gesamt 365m

Nur 100 m von unserer Unterkunft war eine Bar geöffnet, wo wir Tostada und Kaffee bekamen. Zu Beginn war es noch etwas frisch und windig. Der Weg führte sehr schön durch den Park, entlang alter Bäume. Immer wieder mussten wir Tiergatter öffnen, welche die einzelnen Grundstücke trennten. Einige Ziegen und Schafe grasten auf den Wiesen. Wir trafen auf einige Esel, welche jedoch recht scheu waren. An einem alten Hof waren dann auch endlich mal ein paar schwarze Duroc Schweine zu sehen. Die Bauern haben aber offensichtlich von Schweinehaltung auf Ziegen und Schafe gewechselt, wahrscheinlich aus wirtschaftlichen Gründen. 2017 gab es in dieser Gegend ausschließlich Duroc Schweine zu sehen. Ein alter Traktor mit Kettenantrieb wurde von einem Farmer mit einer Geschwindigkeit von 3 km/h neben der Schotterstraße gefahren, um diese nicht zu beschädigen. Ich öffnete ihm das Tor, damit er hindurchfahren konnte ohne auszusteigen. Kurz darauf folgte ein knackiger Anstieg über eine frisch angelegte Betonstraße. Oben angekommen machten wir eine kurze Pause. Glücklicherweise startete der Regen erst als wir wieder fertig angezogen waren. Wir durchquerten ein Gebiet mit über 100 Pferden, welche überall verstreut herumstanden. Drei weiße Pferde begleiteten uns sogar bis zum nächsten Tiergatter, mehrere hundert Meter lang. Der Regen wurde jetzt richtig heftig und das Wasser strömte den Weg entlang. Wir entschlossen daher heute nur eine kurze Etappe zu machen. Als wir El Real erreichten, suchte ich unter einem kleinen Vordach etwas Schutz um eine Unterkunft zu buchen. Ich erreichte das Hostal Rural "La Encina" und sprach mit dem freundlichen Besitzer. Nur 5 Minuten später waren wir vor Ort und er kam mit dem Auto, um uns hereinzulassen. Wir sind die einzigen Pilger. Zum Glück gibt es hier kostenlos einen Trockner und eine Waschmaschine. Wir warfen dann erstmal alle unsere nassen Sachen in den Trockner. Mit einem Heizlüfter im Raum bekamen wir das Zimmer schön warm beheizt. Um 18 Uhr sind wir zu dem einzigen geöffneten Restaurant gegangen und haben ein Pilgermenü gegessen. Als wir danach zum Supermarkt wollten, fing es heftig an zu schütten und es hagelte sogar. Im Supermarkt kauften wir noch ein paar Kleinigkeiten für die morgige Etappe ein. 


Via de la Plata 8.3.2024 Tag 5. El Real de la Jara-Monesterio 21 km + Anstieg gesamt 465m

In der gleichen Bar wo wir gestern zu Abend gegessen hatten, frühstückten wir. Das Wetter war wieder recht trüb und kalt. Zum Glück klarte der Himmel jedoch schnell auf und die Sonne kam durch die Wolken hindurch. Am Ortsausgang trafen wir das Ehepaar aus Österreich wieder und starteten mit ihnen zusammen. Auf dem Boden sah Klaus wenig später ein Smartphone liegen, dies war von David dem 77 jährigen Pilger aus England. Zwei Kilometer später hatten wir ihn eingeholt und ihm war der Verlust seines hdys gar nicht aufgefallen. Glücklich nahm er das Gerät wieder in Empfang. An der Raststätte El Culebrin machten wir dann erstmal eine Kaffeepause. Nachdem wir einige Kilometer gelaufen waren fing es plötzlich wieder an zu regnen. Zum Glück dauerte der Schauer nur 15-20 Minuten und im Anschluss folgte direkt warmer Sonnenschein. Die letzten 3 km ging es dann nochmals bergauf bis wir Monesterio erreichten. Am Schinkendenkmal im Kreisverkehr, machte ich ein Foto und im Jamón Museum ließen wir uns einen Pilgerstempel geben. Heute übernachten wir im Hostal El Pilar D P, für 45 € das Doppelzimmer. Der Eroski und DIA Supermarkt, öffnete erst um 17.30 Uhr. Hier füllten wir noch ein wenig unsere Vorräte auf. Leider öffneten auch alle Restaurants erst ab 20.30 Uhr oder später, so das wir in einer Bar, ein belegtes Baguette mit Schinken und Käse aßen. 


Via de la Plata 9.3.2024 Tag 6. El Monesterio-Funte de Cantos

Aufgrund des heftigen Regens und der niedrigen Temperatur von 5 Grad, sind wir zunächst zum Frühstück gegangen. Der Regen und auch Sturm wurde jedoch immer heftiger, so dass wir uns dazu entschieden hatten, mit dem ALSA Bus um 9 Uhr nach Zafra, für 3.50 € pro Person zu fahren. Dort hatten heute noch die Geschäfte geöffnet, da Samstag war. Klaus brauchte noch eine Sonnenbrille, besonders zum Schutz für die Augen vor dem Wind. Seine Augen waren durch den Zug der letzten Tage bereits deutlich gerötet. Zusätzlich kauften wir noch Augentropfen. In der Bar restaurante MERAKI aßen wir noch zu Mittag, hier war das Essen wirklich hervorragend. In einer Panaderia holten wir uns noch Empanada für das Abendessen mit. Es schüttete nach wie vor aus Eimern und es wurde nicht besser. Der ALSA Bus nach Fuente de Cantos sollte eigentlich um 15.25 Uhr abfahren. Es kam und kam kein Bus und die anderen Busfahrer konnten nichts dazu sagen. Der nächste Bus sollte laut Plan erst um 20.30 Uhr fahren. Auch gab es keinerlei Taxis weit und breit. Als ich schon einen Mann, der mit dem Auto parkte, fragte ob er uns fahren könne, erschien plötzlich ein ALSA Bus. Dies war der Bus von 15.25 Uhr, der 35 Minuten Verspätung hatte. Für 2.20 € sind wir dann nach Funte de Cantos gefahren. Hier übernachten wir im El Zaguán de la Plata für 50 €, für ein komplettes Appartement. Morgen früh gehen wir dann zu Fuß nach Zafra.


Via de la Plata 10.3.2024 Tag 7. Fuente de Cantos-Zafra 26 km + Anstieg gesamt 270m

Nachdem wir unser Apartment verlassen hatten und auf der Suche nach einem Café waren, fing es plötzlich an zu schütten. Zusätzlich zog ein starker Sturm auf. Wir versuchten etwas zu finden um uns unterzustellen und fanden einen Pavillon, von einer geschlossenen Bar. Bereits jetzt waren wir komplett nass. Also zogen wir unsere komplette Regenkleidung an und warteten einige Zeit, bis der Regen etwas weniger wurde. Wir gingen dann bis zur Repsol Tankstelle an die Straße und fanden daneben eine geöffnete Bar. Diese war komplett überfüllt, da in der Nähe eine Motorrad Veranstaltung war. Nach Tostada und Kaffee warteten wir bis kurz nach 9 Uhr und entschieden uns dann zu starten. Es war extrem windig und die Temperatur lag bei 5 Grad. So hatte ich zwei kurze Hosen übereinander an und darüber meinen Regenrock. T-Shirt, Longsleeve, MicroPuff und Regenjacke, so ging es einigermaßen. Der Weg bis nach Calzadilla de los Barros verlief unproblematisch. Hier angekommen, hatte natürlich die einzige Bar im Dorf geschlossen. So setzten wir uns unter das Vorzelt der Bar und machten eine kurze Pause. Von hier bis Zafra war der Weg eine einzige Katastrophe. Nicht nur das es schüttete und der Wind extrem kalt war, nein auch die Wege waren total überflutet. Das erste Wasserhindernis war so großflächig das man keinerlei Möglichkeit hatte dieses zu umgehen. Ich sprang und lief mit den Schuhen durch das Wasser, Klaus zog seine Schuhe komplett aus und Sandalen an. Bis zum Knie versank er im Wasser, danach folgte Schlamm. Nun mussten jedoch die Schuhe wieder angezogen werden und mit nassen Füßen kommt man nicht in die Socken. Wir fanden in der Nähe einen Stein wo sich Klaus hinsetzen konnte. So dauerte das ganze Prozedere gefühlt ewig und während der Wartezeit kühlte ich aus, so dass ich schon vorausging, um warm zu werden. Nach 2 km fand ich auch einen Stein, wechselte meine Einlegesohle und zog trockene Socken an. Für den nächsten Kilometer sollte ich trockene Füße haben. Nun folgte das zweite riesige Wasserhindernis, die Straße war komplett überflutet und der weitere Weg dahinter auch. Auf dem Satelliten Bild fand ich knapp 150 m von der Straße abseits, eine kleine Brücke damit Traktoren auf die andere Fläche gelangen können. Nachdem wir die Brücke überquert hatten, mussten wir über ein Olivenbaumfeld gehen. Als wir das Feld betraten, sanken wir sofort bis zur Mitte des Schienbeines ein. Die Füße und Schuhe waren komplett voller Schlamm. So kämpften wir uns gut 300 Meter über den Acker um wieder auf den Weg zu gelangen. Auch die restlichen Kilometer des Weges waren komplett voller Matsch und mit Wasser bedeckt. Durch das permanente wegrutschen im Schlammigen Boden kamen wir nur im Schneckentempo voran. In Puebla de Sancho Pérez fanden wir ein Café und stärkten uns mit Kaffee. Die restlichen 3.3 km ging es über Asphalt an der Straße lang. Heute übernachten wir im Hotel Victoria für 50 € das Doppelzimmer. Da unsere Sachen nass und voll Matsch waren gingen wir in der Nähe in einen Waschsalon. Als ich aus dem Fenster blickte, sah ich gerade Thomas und Gudrun aus Österreich eintreffen. Wir verabredeten uns für 19 Uhr zum Essen im Restaurant MERAKI. Hier trafen wir noch einige andere Pilger wieder, welche in der öffentlichen Herberge übernachten. Ab 20 Uhr wurde das Essen serviert, vorher konnten wir nur etwas trinken. Das Essen war sehr lecker. 


Via de la Plata 11.3.2024 Tag 8. Zafra-Villafranca de los Barros 20.6 km + Anstieg gesamt 225m

Morgens versuchten wir zunächst vergeblich ein geöffnetes Café zu finden. Erst mit Google.maps wurde ein einziges, welches geöffnet hatte etwa 800 m entfernt angezeigt. Nach Tostada, Cortado und Orangensaft starteten wir. Das Wetter war heute deutlich besser, auch die Sonne schien bereits. In Los Santos de Maimona stoppten wir in einem Café neben der Kirche. Hier trafen wir die Pilgerin aus Kanada wieder, welche auch gestern im Waschsalon mit uns war. Als wir weitergingen wurde es plötzlich sehr windig und die Temperatur sank deutlich. Also murmelten wir uns wieder mit Kleidung ein und weiter ging es. Wir liefen nahezu ausschließlich an Olivenbäumen entlang. Ab und an waren auch Weinreben gepflanzt. Als wir einen Esel und Pferd passierten, hielt ich an und fütterte diese mit Gras, auf ihrem Platz war nämlich alles kahl gefressen. Kurz vor Villafranca wurde es dann wieder richtig warm und ich konnte mit kurzer Hose und Shirt laufen.  Heute Übernachten wir im 3 Sterne Hotel Diana für 50 € das Doppelzimmer. Da Klaus seit gestern seine Gaiters vermisst hat, vermutete er das diese im Hostel in Monesterio liegen. Ich hatte Inés, eine Freundin von mir aus Madrid dort anrufen lassen und tatsächlich wurden diese im Zimmer gefunden. So fuhr Klaus abends noch mit dem Taxi für 55 € zum Hostel und direkt wieder zurück ins Hotel. Erst um 20.40 Uhr war er wieder zurück. Ich holte mir bei Telepizza, nur 50 m neben unserem Hotel, eine vegetarische Pizza mit Hähnchen zum Abendessen. 


Via de la Plata 12.3.2024 Tag 9. Villafranca de los Barros-Almendralejo-Torremejía 14.5 km + Anstieg gesamt 60m

Da ich die heutige extrem monotone und uninteressante Strecke bereits kannte, entschlossen wir uns nach Almendralejo zu fahren um dort die Alternativroute zu gehen. Der Bus sollte um 8 Uhr am Bahnhof abfahren, kam aber leider nicht. So frühstückten wir zunächst in unserem Hotel im Café und nahmen dann ein Taxi nach Almendralejo für 25 €. Der Weg ging zunächst durch die Stadt und dann durch das Industriegebiet. Wir sahen hier zahlreiche Storchennester die auf Schornsteinen und Mobilfunkmasten. Wir überquerten die Bahnschienen und liefen über Schotterwege entlang von Oliven und Weinfelder. Einige Arbeiter waren mit Akkumaschinen zugange, womit die einzelnen Triebe der Rebe, an dem Haltedraht befestigt wurden. Die Maschine sah aus wie eine Gartenschere, wickelte aber einen dünnen Kunststofffaden automatisiert ab. Nach einigen Kilometern machten wir auf dem Boden eine kurze Pause. Mit unseren Sitzkissen war von dem steinigen Untergrund nichts zu spüren. Kurz vor Torremejía kamen wir noch an einem Teddy Ponny vorbei. Dieses stand alleine in einem kargen Areal, wo Landmaschinen und Unrat umher standen. Es gab überhaupt nichts grünes auf diesem Areal was das Ponny essen konnte. Ich fütterte es mit Gras, welches in großen Mengen außerhalb am Rand wuchs. Auf dem weiteren Weg durch die Ortschaft sahen wir noch mehr Pferde, die ähnlich untergebracht waren. Heute schlafen wir im Hostal Milenium für 40 € für das Doppelzimmer. Die Bewertungen sind in der Regel schlecht, da es aber die einzige Alternative zur Herberge mit Hochbetten ist wird es immer noch gebucht. Unser Zimmer mit Nummer 104 war ok. Gudrun und Thomas erwischten das Zimmer 101, was eine totale Katastrophe war. Im Zimmer stank es Erbärmlich nach Abfluss, Dusche und das Bad war total verdreckt und auf dem Bett hatte wohl das Schwein vom Bauer geschlafen. Die beiden buchten sich dann in schnell in Almendralejo ein vernünftiges Hotel und fuhren dann mit dem Taxi dorthin. Der SPAR Supermarkt ist direkt neben dem HOSTAL. Hier kauften wir Brot, Schinken, Oliven und Käse ein und machten im Zimmer eine Brotzeit, da alle Restaurants im Ort geschlossen waren. 


Via de la Plata 13.3.2024 Tag 10. Torremejía-Merida 16 km + Anstieg gesamt 100m

Gegenüber von unserem Hostel hatte heute Morgen die Bar geöffnet. Der Kaffee in unserer Bar war nämlich gestern so grauenhaft, das es nur besser werden konnte. Und tatsächlich, nach einem leckren Tostada mit ordentlich Knoblauch und zwei Cortado starteten wir. Der Weg verlief ein gutes Stück direkt auf der Straße. Auf dem Boden fanden wir einen sehr hübschen Schmetterling, offenbar jedoch tot. Vor uns lief das ältere Paar aus Frankreich, die zuvor schon die Tage nur entlang der Straße gelaufen sind. Als der Jakobsweg rechts auf einen Feldweg abbog, liefen diese einfach weiter über die Landstraße. Aufgrund einer Erweiterung des Schienenverkehrs, mussten wir auch kurz wieder auf die Straße und dort die Schienen überqueren. Der Jakobsweg war gut 3-4 km von der Straße entfernt und führte nun über Feldwege. Stellenweise waren diese noch etwas matschig. Und begegnete ein Paar aus Frankreich, welche mir Sackkarren unterwegs waren. Um 11 Uhr erreichten wir dann die römische Brücke von Mérida. In Mérida habe ich das Hostal Emeritae, für 40 € das Doppelzimmer gebucht. Es liegt nur knapp 100 m neben dem Römischen Museum und Theater. Auf dem Weg zum Hostal, passierten wir den Templo de Diana und Pórtico del Foro Municipal de Augusta Emérita und konnten schon ein paar Fotos machen. Nachdem wir uns kurz umgezogen hatten sind wir zuerst ins römische Museum gegangen. Der Eintritt betrug 3 €, Senioren ab 65 Jahren können kostenlos hinein. Das Museum war unfassbar umfangreich. Auf insgesamt 3 Etagen wurden zahlreiche Artefakte und Skulpturen ausgestellt. Nach dem Museum gingen wir in das Restaurant Theatro, welches knapp 100 m rechts vom Museum liegt. Für ein sehr leckres Pilgermenü mit Getränken, Dessert und Kaffee bezahlten wir nur 16 €. Direkt im Anschluss sind wir ins Teatro Romano de Mérida gegangen. Die Tickets kosteten 17 € für Erwachsene und 8 € für Senioren. Mit den Tickets können insgesamt 6 verschiedene Sehenswürdigkeiten besucht werden. Hier besichtigten wir die Arena der Gladiatoren, das Theater und die Gartenanlage. Nach dem Besuch war es bereits 17.50 Uhr und wir waren recht müde von der Sightseeingtour. Abend verabredeten wir uns um 21 Uhr mit Thomas und Gudrun zum Abendessen im Restaurante Tuétan. Die beiden Reisen morgen nach Madrid und von dort nach Österreich zurück. Insgesamt sind sie 3 Wochen unterwegs gewesen und haben den Camino in Cádiz begonnen. Es wurde ein lustiger Abend mit sehr gutem Essen. Um 23.15 Uhr machten wir uns dann auf den Rückweg zum Hostal. 


Via de la Plata 13.3.2024 Tag 10. Nationalmuseum für römische Kunst

Der Eintritt für das Nationalmuseum für römische Kunst betrug 3 €, Senioren ab 65 Jahren können kostenlos hinein. Das Museum war unfassbar umfangreich. Auf insgesamt 3 Etagen wurden zahlreiche Artefakte und Skulpturen ausgestellt.

Link Google Maps: https://maps.app.goo.gl/LPokbPzi6sg4pEN7A?g_st=ic


Via de la Plata 13.3.2024 Tag 10. Teatro Romano de Mérida

Das Teatro Romano de Mérida. Die Tickets kosteten 17 € für Erwachsene und 8 € für Senioren. Mit den Tickets können insgesamt 6 verschiedene Sehenswürdigkeiten besucht werden. Link Google Maps: https://maps.app.goo.gl/SvwKHzDSFSSF5gGq9?g_st=ic


Via de la Plata 13.3.2024 Tag 10. Kampfarena der Gladiatoren Mérida

Die Kampfarena der Gladiatoren. Die Tickets kosteten 17 € für Erwachsene und 8 € für Senioren. Mit den Tickets können insgesamt 6 verschiedene Sehenswürdigkeiten besucht werden.

Link Google Maps: https://maps.app.goo.gl/SvwKHzDSFSSF5gGq9?g_st=ic


Via de la Plata 14.3.2024 Tag 11. Merida-Aljucén 18 km + Anstieg gesamt 260m

Bei verlassen des Hostals entlang des Jakobsweges, fanden wir diesmal recht zügig ein geöffnetes Café, wo wir frühstücken konnten. Nun passierten wir das Acueducto de los Milagros. Auf diesem waren gut 20 Storchennester verbaut. In und um den nebenliegenden Bachlauf herum, finden die Störche Futter für den Nachwuchs und Baumaterial für den Ausbau der Nester. Der Weg verlief nun ca. 3 Kilometer direkt auf der Landstraße. Dann erreichten wir den Lake Proserpina. Hier wurde von den Römern der Stausee Proserpina Roman Dam. (Emerita Augusta Reservoir) angelegt. Von hier wurde vor 2000 Jahren, das Wasser über das Aquädukt bis nach Mérida transportiert. Es waren einige Aussichtsplattformen mit Sichtfenstern in das Bauwerk des Staudammes aufgestellt. Einige Halbstarke Idioten hatten hier wieder mutwillig die Glasscheibe beschädigt. Auch lagen zahlreiche Essenstüten und Dosen herum. Der Weg folgte noch etwas am Ufer entlang, dann bogen wir in einen Naturpark ab, wo wir parallel eines alten römischen Wasserkanales liefen. Hier war es herrlich ruhig, die Pflanzen waren bereits am blühen und viele Störche suchten auf den Wiesen nach Nahrung. Nach dem kleinen Ort El Carrascalejo, fand ich an dem Brückenpfeiler der Unterführung mein gemaltes Smiley von 2017 wieder, welches noch zu erkennen war. Um 13.15 Uhr erreichten wir Aljucén. Hier gab es eine Tafel mit dem Hinweis, das es nur noch 740 km bis Santiago sind. Ein Katzensprung sozusagen 😂. Heute übernachten wir im Casa rural la plata für 50 €, für ein Doppelzimmer mit Küche. Im Erdgeschoss des Casas ist auch der einzige Supermarkt des Ortes integriert. 


Via de la Plata 15.3.2024 Tag 12. Aljucén-Alcuéscar-Valdesalor 28 km + Anstieg gesamt 160m

Zum Frühstück machten wir uns die gestern gekauften Eier. Es gab Rührei mit den noch übriggebliebenen Nudeln. In Alcuéscar hatte ich für den heutigen Tag keine Übernachtung bekommen und die einzige Private Unterkunft, wollte statt 120 € immer noch 95 € für das Zimmer haben. Daher hatten wir uns entschlossen dieses Stück zu fahren. Um 7.30 Uhr hatten wir ein Taxi bestellt, welches uns nach Alcuéscar zum Kloster brachte. Von dort starteten wir und begegneten direkt 3 spanischen Pilgern. Der Weg verlief ähnlich wie gestern durch grüne Landschaft. Als wir einen anderen Pilger überholten, wurde ich mit meinem Namen angesprochen. Es war Franz, der mich damals auf meiner Website kontaktierte und ich mit ihm ein Beratungsgespräch am Telefon führte. Er interessierte sich für die Via de la Plata und wollte diese ursprünglich Anfang Februar laufen. Ich wusste das er am 2.3 gestartet war und so war es nur eine Frage der Zeit bis wir uns auf dem Weg treffen würden. Beim Puente sobre el río Ayuela überquerten wir die römische Brücke. Nun waren wir in Casas de Don Antonio angekommen. Im Ort navigierte ich uns zur Bar in der ich bereits 2017 gewesen bin. Es sah alles wie damals aus. Hier machten wir eine kurze Pause. Stellenweise waren die Wege und Wiesen bei den Bachläufen noch überflutet, so das man sich immer erst einen trockenen Weg suchen musste. Bei Aldea del Cano konnten wir dann auch die ersten römischen Meilensteine sehen. Diese wurden alle 1000 römische Doppelschritte oder umgerechnet, alle 1481 m aufgestellt. Danach überquerten wir die alte römische Brücke Puente de Santiago de Bencáliz. Kurz nach Aldea del Cano, fand ich bei der Brückenunterführung ein weiteres von mir gemaltes Smiley Gesicht von 2017. Dieses war deutlich besser erhalten. Der restliche Weg bis nach Valdesalor zog sich ziemlich hin, da die Strecke recht eintönig war. Kurz vor dem Ortseingang überquerten wir eine weitere Brücke und liefen auf einer der wichtigsten römischen Straßen. Die Texte dazu findet ihr in der Bildansicht. Im Ort angekommen sind wir direkt in die geöffnete Bar gegangen. Hier saßen auch 4 spanische Pilger, die am Essen waren. Der Wirt servierte uns eine Suppe und frittierte Paprikascheiben. Danach checkten wir in unserem Hostal Posada de la Plata für 45 € das Doppelzimmer ein. Auch Franz übernachtete in unserer Unterkunft. Im nahegelegenen Mini Supermarkt, der in einer Bar integriert war, kauften wir noch Brot und Salami fürs Abendessen im Zimmer ein. Später versorgte ich noch bei Franz eine recht dicke Blase, welche er sich unter dem Fuß gelaufen hatte. 


Via de la Plata 16.3.2024 Tag 13. Valdesalor-Casar de Cáceres-Cañaveral 24.5 km + Anstieg gesamt 330m

Kurz hinter unseren Hostel lag die Repsol Tankstelle. Hier konnten wir einen Nespresso Kaffee trinken und Donuts zum Frühstück essen. Der Weg verlief schön durch die Natur und die ersten 9 km vergingen wie im Flug. An jedem Strommast war auf einem längeren Stück, jeweils ein Vogelhaus angebracht. Vom Vorort von Cáceres bis zum Zentrum waren es gut 3 km. Vor der Iglesia de San Francisco Javier / Iglesia de la Preciosa Sangre machten wir eine kurze Pause. Danach kauften wir Tickets für jeweils 1.50 € um die Kirche besichtigen zu können. Es gibt tatsächlich Pilger, die Aufgrund des Eintrittspreises von 1.50 €, nicht in die Kirche gehen. Völlig unverständlich!Innen gab es eine sehr schöne Grippenausstellung, der verschiedenen Länder auf dem ersten Stock zu besichtigen. Ganz von oben im Kirchturm, hatte man einen tollen 360 Grad Blick über die Stadt. Ich kaufte mir eine kleine Metall Mini Grippe aus der Auslage für 6 €. Kurz darauf erreichten wir den zentralen Platz des Ortes mit dem gelben Cáceres Schriftzug. Wir gingen noch kurz in den Decathlon City, um einige Müsliriegel und ISOSTAR Getränkepulver zu kaufen. Danach setzten wir uns in ein Café am Marktplatz und tranken einen Cortado und aßen ein Tostada mit Tomate und Schinken. Nach 2 km erreichten wir den Ortsausgang und befanden uns wieder in der Natur. Zahlreiche Kühe und Schafe grasten mit ihrem Nachwuchs auf den Weiden. Auf diesem Abschnitt waren einige Steinbänke abgestellt, wo die Pilger sich hinsetzen konnten. An einem schönen Platz, machten wir 6 km vor dem Ort unsere letzte Pause. In Casar de Cáceres angekommen gingen wir durch den ganzen Ort bis zur CAFÉ-BAR EJIDO. Die morgige Etappe mit 34 km ohne irgendeine Einkehrmöglichkeit ist für Klaus zu lange. Auch ein verkürzen der Etappe, ist aufgrund der Abgelegenheit dieser nicht möglich. Daher mussten wir diese überspringen. Im Café versuchten wir zunächst vergeblich ein Taxi nach Cañaveral zu bekommen. Der Inhaber kannte jedoch noch nicht einmal eine Telefonnummer von einem Taxi Unternehmen, genau wie zwei Bars vor ihm. Einige Einheimische riefen dann für uns glücklicherweise ein Taxi. Für 50 € fuhren wir dann zu unserem Hostal Málaga, für 40 € das Doppelzimmer.