Camino Francés / Camino del Norte September 2022


Camino Frances 31.8.2022 Anreise

Um 17 Uhr sollte eigentlich meine Maschine von Köln/ Bonn nach Biarritz fliegen. Der Flieger hatte zum Glück nur 1 Stunde Verspätung.   Am Gate traf ich Silvia aus Ungarn, welche auch den Camino Frances laufen wollte. Nachdem ich in Biarritz gelandet bin, fuhr ich mit der Linie 4 nach Bayonne. Silvia stieg gut 2 km vor dem Bahnhof aus, da ihr Hotel etwas außerhalb lag. Ich fuhr direkt bis zum Bahnhof, da ich mir das Hotel Cote Basque gebucht hatte. 


Camino Frances 1.9.2022 Tag 1. St. Jean-Pied-de-Port-Burguete 28.5 Km

Um kurz nach 6 Uhr hatte ich mit Silvia am Bahnhof verabredet, da der Zug um 6.40 Uhr nach St. Jean-Pied-de-Port fuhr. Nachdem wir einen Stempel im Pilgerbüro bekommen hatten, gingen wir los. Zu Beginn war es zwar nur 18 Grad, aber es gab eine unglaublich hohe Luftfeuchtigkeit und ich schwitze wie wahnsinnig. Der Weg war wieder recht anstrengend. Es gab verhältnismäßig wenig Pilger auf dem Weg. Oben in den Pyrenäen war das Wetter hervorragend und bot eine tolle Aussicht auf das Tal. Am Foodtruck trafen wir Franz aus Bayern, welcher sich uns anschloss. Zusammen gingen wir bis Roncesvalles und machten im Café erstmal eine Pause. Hier buchte ich dann in Burguete ein 3er Zimmer für uns per Telefon, über die Camino Ninja App. Wir hatten Glück, denn zuerst hieß es das alles voll sei. Einige Minuten später rief die Inhaberin aber zurück und es war doch etwas frei. Nachdem wir eingecheckt waren reservierte die Dame für uns im Hotel, wo ich vor 3 Monaten übernachtet hatte einen Tisch. Um 20 Uhr gingen wir dann zum Essen, wo es ein reichhaltiges Pilgermenü für 12.-€ gab. 


Camino Frances 2.9.2022 Tag 2. Burguete-Larrasoaña 24 Km

Um 6.30 Uhr sind wir aufgestanden. In Espinal gab es dann erstmal ein Frühstück. Die Bar war wie immer recht voll und es dauerte einige Zeit bis ich meinen Kaffe und etwas zu essen bekommen hatte. Gegen 13 Uhr erreichte ich Zubiri und trennte mich da von den anderen. Das unterschiedliche Gehtempo und Übernachtungsvorstellungen passten leider nicht. Im Supermarkt kaufte ich etwas zu trinken für meine Pause am Brunnenplatz ein. Während der Pause reservierte ich in der Herberge San Nicolas ein Bett. Hier hatte ich ja bereits im Mai übernachtet. Nach dem Check-in wusch ich meine Kleidung erstmal. Aufgrund der heutigen sehr heißen Temperaturen, war die Kleidung bereits nach kurzer Zeit wieder trocken. Abends gab es wieder ein das identisch leckere Pilgermenü. 


Camino Frances 3.9.2022 Tag 3. Larrasoaña-Cirauqui 30 Km + Taxi

Larrasoaña-Cirauqui 30 Km + Taxi

Um 5.45 Uhr sind die ersten Holländer aus meinem Zimmer aufgestanden. Nachdem ich mich angezogen hatte wartete ich unten im Aufenthaltsraum noch bis 6.35 Uhr und startete dann die 3.5 Kilometer auf der Straße nach Zuriain. Am Café angekommen musste ich noch 10 Minuten warten, weil dieses ab 7.30 Uhr öffnete. Ich bestellte eine frisch gemachte Tortilla mit Spinat und drei Cortados. In Pamplona angekommen war es für einen Samstag noch recht ruhig. Ich machte eine Pause auf dem Hauptplatz, ging in den Supermarkt und ließ mir im Pilgerbüro einen Stempel geben. Während ich aus Pamplona rauslief versuchte ich mehrere Herbergen zu kontaktieren und einen Schlafplatz zu finden. Leider war bis Puente La Reina alles ausgebucht. Und so entschied ich mich spontan auf einer Bank bei einem Firmengebäude mir ein Taxi rufen zu lassen. Kurz darauf kam noch ein Schwede der auch keinen Schlafplatz bekommen hatte mit mir mitzufahren. Und so ließen wir uns in Puente La Raina absetzen. Ich zeigte ihm die Öffentliche Herberge wo er blieb und setzte mich dann an den Brunnen um eine Herberge für mich zu finden. In Cirauqui konnte ich dann einen Platz reservieren. Die Strecke von Puente La Reina bis Mañeru war aufgrund der heißen Temperatur sehr anstrengend, da es ja einen knackigen Anstieg gab. Beim Check-in buchte ich direkt das Pilgermenü für den Abend mit. Um 19 Uhr gab es Salat und frische Suppe mit Kichererbsen. 


Camino Frances 4.9.2022 Tag 4. Cirauqui-Los Arcos 37 Km

Bereits um 4.30 Uhr haben die ersten Wecker geklingelt. Ich hatte mit Susanne, welche ich gestern noch in der Herberge getroffen hatte ausgemacht das wir um 6.30 Uhr den Wecker stellen. Bereits um 6.20 Uhr waren alle Betten frei. In Lorca angekommen gab es erstmal Kaffee und Tortilla zum Frühstück. Bereits jetzt war es schon sehr warm und sonnig. Heute sollte es noch richtig heiß werden. Vor dem Weinbrunnen kaufte ich noch zwei Ketten mit der selbstgeschmiedeten Pilgermuschel, welche ich im Mai nicht gekauft hatte. Als wir um 11.30 Uhr am Weinbrunnen angekommen waren, gab es noch ausreichend Wein für die Pilger zu trinken. In Villamayor machten wir noch eine abschließende Pause und hatten Glück am Kiosk noch etwas zu bestellen. Genau 2 Minuten nachdem wir angekommen waren ließ die Inhaberin die Rolladen herunter. Das restliche Stück bis Los Arcos zog sich ziemlich hin, die extreme Hitze war aber aufgrund des starken Windes noch einigermaßen zu ertragen. In der Herberge, wo ich gestern reserviert hatte, war es bereits um 16 Uhr komplett voll. 


5.9.2022 Tag. 5 Wechsel vom Camino Frances auf den Camino del Norte

Heute Morgen hatte ich mich dazu entschieden nach Irun zu fahren, um auf den Camino del Norte zu wechseln. Der Camino Frances ist aktuell extrem überfüllt. Alle Herbergen und Hostels sind restlos ausgebucht, da unzählige, vor allem ältere Pilger in Gruppen oder organisierten Reisen unterwegs sind. 5-10 Liter Tagesrucksäcke, Gepäcktransport, Reisebusse usw. Das hat mit echtem Pilgern nichts mehr zu tun. Der Camino Frances wird immer mehr zur reinen Wellness und Erlebnisveranstaltung. Die nennen wir sie einmal ,,Taxi, oder Party-Pilger,, werden bei den etwas schwierigeren Spots in Transporter oder Busse geladen und dann zu flachen Punkten des Weges gefahren. Dort werden sie abgesetzt und dann nach 3-5 Kilometern wieder am Ende eingesammelt. Dann gibt es einen Stempel, einen Kaffee und etwas zu essen. Nach Gesprächen zahlen die Party-Pilger für 6 Übernachtungen im Hostel mit Essen und Gepäcktransport 1600-2000 €, ohne Flug! Wenn sie es selbst buchen würden, wären sie bei etwas über 500 €. Auch hat das Volumen an eBikes massiv zugenommen, die natürlich, da es immer Mountainbikes sind, auf dem schmalen Pilgerwegen fahren müssen. So ist man gezwungen permanent komplett zur Seite zu treten, damit die massiven E-Mountainbikes mit ihren breiten Lenkern an einem vorbeikommen, ohne am Rucksack hängen zu bleiben. Von Los Arcos bin ich mit dem Bus nach Pamplona. Von dort mit Alsa nach San Sebastián und dann mit dem Zug nach Irun. Da die Herberge erst um 16:00 Uhr öffnete, besuchte ich vorher noch den Waschsalon um alles einmal komplett zu reinigen. Nach dem langsamen Check-in in der offiziellen Herberge, bin ich mit 3 Pilgern aus Deutschland noch zum Supermarkt und Abendessen gegangen. 


Camino del Norte 6.9.2022 Tag 6. Irun-Donostia San Sebastián 26 Km

Um 6 Uhr wurden wir vom Hospitaliero geweckt. Da die Herberge direkt an der Straße lag, war es die Nacht über recht laut und trotz geöffneter Fenster sehr warm. Um 6.30 Uhr gab es ein kleines Frühstück. Da ich gestern bereits im Supermarkt einige Sachen für das Frühstück eingekauft hatte, genehmigte ich mir nur zwei große Kaffee. Nachdem es draußen etwas heller wurde, startete ich und wählte die Variante um den Berg herum. Die meisten Pilger wollten die steile Variante über den Berg gehen. Aufgrund der vielen Bäume gab es die ganze Zeit viel Schatten, ideal denn es war bereits früh morgens sehr warm. Ich überholte insgesamt 5 Pilger, mehr begegnete ich bis zum Ende des Tages nicht mehr. Die letzten 6 Kilometer bis San Sebastián waren sehr viele Einheimische Spaziergänger in die entgegengesetzte Richtung unterwegs. Nach ein paar kleinen Pausen, erreichte ich bereits um 13:30 Uhr San Sebastián. Im McDonalds bestellte ich mir zwei Triple Cheesburger und verspeiste diese in Ruhe auf einer Bank. Die Strände waren mit Menschen übersäht und in der Stadt war es sehr voll. Nachdem ich mein Hotel gebucht hatte, konnte ich in Ruhe meine Bilder und Tagesberichte hochladen. 


Camino del Norte 7.9.2022 Tag 7. Donostia San Sebastián-Getaria 27 Km

Nachdem ich auf dem Zimmer etwas gefrühstückt hatte und es hell draußen wurde, bin ich gegen 7.30 Uhr gestartet. Der Weg verlief zunächst am Strand lang. Nun folgte ein längerer Aufstieg wo ich einige Pilger passierte. Um 15 Uhr erreichte ich mein Hostel welches ich über Booking.com gebucht hatte. Hier traf ich auch Scott wieder der gerade eincheckte. Zusammen teilten wir uns noch eine Waschmaschine und Trockner. Da alle Restaurants aufgrund eines gestrigen Festes geschlossen waren und erst ab 20 Uhr öffneten, ging ich in den Supermarkt und kaufte etwas zu essen ein. 


Camino del Norte 8.9.2022 Tag 8. Getaria-Arriola Auzoa 20 Km

Die Nacht hatte ich nicht besonders gut geschlafen, da unser Zimmer direkt an der Straße lag. Das Fenster hatte keinen Vorhang und eine Straßenlaterne war direkt davor. Um 7.30 Uhr bin ich dann in eine Bäckerei gegangen und bestellte mir Kaffee und ein Croissant. Bei traumhaftem Wetter gab es herrliche Aussichten auf die Küste und das Meer. Bei Elorriaga entschied ich mich für die anstrengende Wegvariante direkt an der Küste. Bei dem Aussichtspunkt im Tal machte ich eine kurze Pause um mich für den folgenden steilen Anstieg vorzubereiten. Knapp eine halbe Stunde vorher war dann auch die Sonne aus den Wolken herausgekommen und es wurde sehr warm. Der Aufstieg war wirklich sehr kräftezehrend und nur mit einigen kurzen Pausen möglich. Heute begegnete ich sehr vielen Tagespilgern und Touristen. Dieser Küstenabschnitt ist ein Touristisches Highlight und daher sehr beliebt. Immer wieder ging es im weiteren Streckenverlauf steil bergauf und bergab. Bei einer kreuzenden Straße vor Deba bog ich dann ab, um zu meiner heutigen gebuchten Unterkunft über AirBnB zu kommen. Nach einem Kilometer passierte ich eine Tankstelle und konnte mir noch etwas leckeres kühles zum trinken kaufen, um meine verbrauchte Energie wieder etwas aufzufüllen. Ich kreuzte noch kurz die Landesinnere Camino Variante und begegnete zwei Pilgern, bevor ich beim Hotel eintraf. 


Camino del Norte 9.9.2022 Tag 9. Arriola Auzoa-Markina Xemain 26 Km

Von unserer Unterkunft aus ging es erst einmal 2 km steil nach unten. In der ersten Bäckerei welche auf dem Weg lag bestellte ich mir Kaffee und ein Croissant. Dann folgte ein sehr steiler Aufstieg über mehrere Kilometer. Auch die heutige Etappe hatte wieder sehr viele Höhenmeter, welche zudem bei sehr heißen Wetter und Sonnenschein bewältigt werden mussten. Bei Olatz angekommen hatte ich großes Glück, das genau um 10.30 Uhr die Bar öffnete. So konnte ich noch mal eine Pause einlegen, bevor ich dann dann auf die letzten 17 km zu meiner gebuchten Unterkunft aufbrach. Um 14.30 Uhr erreichte ich die Stadt und setzte mich erst einmal in eine Bar und bestellte ein leckeres Cola-Bierchen. Um 15:00 Uhr ging ich dann zu der gebuchten Unterkunft, wo uns der Gastgeber herzlich begrüßte. Alles war sehr sauber und im Bad gab es sogar richtige Shampoo und Duschgel. Auch feuchtes Toilettenpapier und Handtücher standen zur Verfügung. Ein anderes Pilgerpaar aus Ungarn war im Nachbarzimmer. Zum Abendessen besorgte ich ein paar Sachen aus dem Supermarkt. Da der Pilger mit seiner Gitarre unterwegs war, spielte er beim Abendessen ein paar Songs für uns.  Andonio der Gastgeber wollte uns liebevoll permanent irgendwelche Dinge zum trinken oder essen aus seiner Küche anbieten. 


Camino del Norte 10.9.2022 Tag 10. Markina Xemain-Morga 34 Km

Der Gastgeber bei der AirBnB Unterkunft war super herzlich. Am Morgen hatte er extra frischen Kaffee für uns gemacht und Orangensaft. Nach dem anstrengenden Aufstieg zum Kloster  machte ich erstmal eine Pause im Schatten und lies mir einen Stempel von einem Mönch geben. Heute gab es wieder zahlreiche Höhenmeter zu bezwingen. In Gernika kaufte ich mir im Supermarkt einen leckeren Saft und ruhte mich in der der Nähe des Spielplatzes etwas aus. Auf dem Weg aus der Stadt hinaus begegnete ich erneut zahlreichen Pilgern, welche alle über 65 Jahre alt waren. 2 km vor meiner Herberge traf ich Scott, der die Unterkunft dort gebucht hatte. 


Camino del Norte 11.9.2022 Tag 11. Markina Xemain-Bilbao 26 Km

Leider gab es heute Morgen keinen Kaffee. Dieser war nur für die paar Leute, welche gestern Frühstück bestellt hatten. Na ja, ein Isostar Drink und ein paar Kekse reichen auch erstmal aus. Aus dem Fenster hatte ich bereits im dunkeln wieder Pilger mit Kopflampe gesehen, die wahrscheinlich schon um 5 Uhr gestartet waren. Kurz nachdem ich gestartet bin, traf ich Scott und wir liefen bis zur ersten Bar, ca. 9 km entfernt zusammen. Hier trafen wir auch Cecil und einige andere Pilger. Nach 2 Pinchos und einem Cerveca ging es weiter. Nun folgte ein sehr steiler Aufstieg über mehrere Kilometer. Zum Glück verlief der Weg häufig im Schatten, heute sollten es nämlich über 38 Grad heiß werden. Am Berggipfel angekommen folgte nun der lange steile Abstieg nach Bilbao. Bis zu unserem Hotel Ilunion Bilbao waren es knapp 4 Kilometer durch die große Stadt zu gehen. Nachdem ich eincheckte folgte Scott kurz nach mir, der als erstes das Museum besichtigen wollte, darauf dann Cecile. Ich entschloss mich die Wäsche für alle im Waschsalon zu waschen, welchen ich in nur 400 Meter Entfernung gefunden hatte. 


Camino del Norte 12.9.2022 Tag 12. Bilbao-Portugalete 14 Km

Heute Morgen fand Scott und ich direkt neben unserem Hotel ein geöffnetes Café. Cecile war schon 30 Minuten vor uns gestartet, da sie eine andere Route gehen wollte. Ich entschied mich für die Variante auf der Flußgegenüberliegenden Seite. Von hier konnten wir direkt am Fluß laufen und auf die Stadt schauen. Bei einem Lidl machten wir eine kurze Pause und kauften uns frischen Saft, den wir beim wandern tranken. In Portugalete angekommen gingen wir noch in ein Café, bevor die Überquerung der Brücke Anstand. Man konnte mit dem Aufzug 50 Meter nach oben fahren und auf der Plattform umherlaufen. Unter der Brücke an der Wasseroberfläche gab es dann eine Schwebebahn, welche die Personen auf die andere Flußseite brachte. Ich entschied mich jedoch für ein kleines Boot neben der Brücke, mit dem ich den Fluß kreuzte. Um 14 Uhr gingen wir in ein Restaurant in der Nähe etwas essen. Es gab ein ausgezeichnetes Pilgermenü für 15 €, mit mehreren Auswahlmöglichkeiten. 


Camino del Norte 13.9.2022 Tag 13. Portugalete-Castro Urdiales 26 Km

Um 7.30 Uhr konnte ich neben der Pension in einer Bar einen Kaffee und ein Pincho bekommen. Ein Mann neben mir bestellte parallel erstmal ein Bierchen, welches er mit einmal ansetzen trank, um gut in den Arbeitsalltag zu starten. Ich entschloss mich parallel zum Meer,  entlang der Küste bis nach La Arena zu laufen. Hier machte ich erstmal eine kurze Pause an Meer und unterhielt mich mit Susanne, welche hier zwei Tage Urlaub vom Camino Norte machte. Nun folgte ein steiler Aufstieg über Treppen, bis ich schließlich das obere Plateau erreichte. Das Wetter war ideal und bot einen wunderschönen Ausblick über die Küstenlandschaft. Auf dem Weg traf ich einige Pilger, welche jedoch alle über 70 Jahre alt waren. Dies entspricht dem aktuellen Altersdurchschnitt auf dem Camino del Norte. Um 15:00 Uhr erreichte ich die Stadt und setzte mich zu Scott, der in einem Restaurant essen bestellt hatte. Das Essen sah wirklich hervorragend aus, ich war jedoch aber nicht hungrig und wollte nur etwas trinken. Nach dem Check-in in der Pension gingen wir abends noch in eine Bar, tranken etwas und aßen ein paar Pinchos. 


Camino del Norte 14.9.2022 Tag 14. Castro Urdiales-Laredo 27 Km

Direkt neben unserem Hostel konnte ich in einer kleinen Bar einen Kaffee trinken. Zunächst folgte der Weg am Strand entlang und bot aufgrund der aufgehenden Sonne, eine wunderschöne Kulisse. Zunächst gab es einige Küstenabschnitte zu erklimmen. In der ersten Bar nach 10 km, machte ich eine kurze Pause. Bei El Pontarron wählte ich die Variante über den Berg an der Straße lang. Hier kam ich relativ schnell voran und konnte einige schöne Fotos machen. An einem Feigenbaum neben der Bank, wo ich eine Rast machte, konnte ich viele reife Feigen ernten. Ein köstlicher gesunder Snack, welcher völlig kostenlos ist. Mein Hostal Rosi war sehr sauber und ordentlich eingerichtet und lag direkt Zentral in der Stadt. Scott wollte heute jedoch bei den Nonnen im Kloster schlafen und mit den restlichen Rentner Pilgern eine Runde beten. 


Camino del Norte 15.9.2022 Tag 15. Laredo-Galizano 33 Km

Eigentlich wollten wir heute Morgen um kurz nach sieben mit dem Taxi nach Santona fahren, da die Fähre und auch der Bus erst um 9:00 Uhr starteten. Leider hatte Scott den Taxifahrer abends nicht mehr angerufen. So bin ich mit Cecil um kurz nach 7 Uhr zur Taxi Haltestelle gegangen. Scott traf kurz nach uns ein und versuchte mehrere Taxis anzurufen. Die Taxifahrer teilten mit das sie auch erst ab 9 Uhr fahren würden. So entschlossen wir uns zur Fähre zu gehen, welche 5 Kilometer entfernt war. Am Ableger eingetroffen, warteten bereits einige Pilger auf dem Steg in Reihe aufgestellt. Als die Fähre jedoch an einem anderen Punkt auf den Strand auflief, war ich der erste an Bord. Nach der Überfahrt gingen wir in ein Café und frühstückten erst einmal in Ruhe. Um kurz vor 10:00 Uhr startete ich dann meine Wanderung. Nach einem langen Stück am Strand entlang, ging es dann steil über einen sehr schmalen und steinigen Pfad über den Berg.

Danach folgte ein 4 km langer Strand-Abschnitt, wo ich direkt auf dem Sand gelaufen bin. Als ich dann wieder auf die Straße abbog, klopfte ich erst einmal die Schuhe aus und reinigte diese von den feinen Sandpartikeln. Die restliche Etappe verlief heute überwiegend auf Asphalt Straßen. Die letzten 4 Kilometer bis zu unserem Hotel zogen sich ziemlich. Das Wetter war jedoch den ganzen Tag über sehr angenehm und zum wandern ideal. In der Ferne hörte ich einige Gewitter Blitze und sah dunkle Wolken. Der Wind stand aber gut, so dass heute mit keinem Regen zu rechnen war. 


Camino del Norte 16.9.2022 Tag 16. Galizano-Liencres 24 Km

Als ich mich um 7 Uhr am fertig machen war, liefen gerade das italienische Pärchen, das ich immer wieder mal getroffen hatte am Fenster vorbei. Die zwei grüßten herzlich und setzten ihren Weg fort. Ich lief bis zur Fähre den direkten Weg an der Straße entlang. Da hier der Rad- und Fußgängerweg mit einem Betonbarriere abgetrennt war, konnte ich problemlos und sicher im noch dunklen laufen. An einer Tankstelle kaufte ich mir noch einen leckeren Kaiku Kaffee. Die Fähre fuhr um 8.55 Uhr nach Santander. Lucia traf 2 Minuten vor dem Ablegen ein, da sie eine andere längere Wegvariante gewählt hatte. Nun fing es an zu Regnen. Zum Glück hörte der Regen aber wieder auf, kurz bevor wir anlegten. In Santander gingen wir in ein Café frühstücken, bevor wir unterschiedliche Routen einschlugen. Ich folgte dem Jakobsweg und bog dann nach 6 Kilometern zum Decathlon ab. Hier wollte ich mir noch ISOSTAR Getränkepulver kaufen. Mindestens einmal auf dem Camino muss man einfach den Decathlon besuchen. Es war ein sehr großer Markt, der eine gigantische Auswahl hatte. Vom Decathlon navigierte ich dann direkt quer zum Strand und erreichte in 4 Kilometern Virgen del Mar an der Küste. Von hier lief ich parallel zum Meer, bis zu unserem heutigen Hostal la Picota. Es gab traumhaft schöne Abschnitte zu sehen. Scott hatte hier auch eine Übernachtung für heute gebucht. 


Camino del Norte 17.9.2022 Tag 17. Liencres-Santillana del Mar 24 Km

Um 7.30 Uhr bin ich gemütlich gestartet. Zunächst ging es an der Straße entlang bis nach Boo de Piélagos. Hier fahren die Pilger eine Station bis nach Mogro, da man zu Fuß sonnst einen Umweg von knapp 10 km laufen muss. Am Bahnhof angekommen traf überraschender Weise Lucia und Scott. Eigentlich wollten diese schon mit dem früheren Zug fahren, leider haben die zwei diesen jedoch knapp verpasst. Nach einer halben Stunde warten, fuhren wir 2 Minuten mit dem Zug und gingen in das erste Café neben dem Bahnhof, um etwas zu frühstücken. Die paar anderen Pilger mussten natürlich alle hektisch schnell weiter, um am besten noch vor 12 Uhr in der Herberge einzutreffen. Ich bin dann auf dem Weg noch kurz in einen Supermarkt und an einem Bankautomat gegangen. Der Weg verlief heute überwiegend auf der Straße und an einer langen Gasleitung entlang. In Santilla Del Mar waren sehr viele Touristen, welche in den Restaurants und Bars saßen. Es ist hier ein bisschen so wie in Rüdesheim am Rhein. Viele kleine Geschäfte die Krimskrams für Touristen anbieten. Zum Glück konnten wir früher ins Hostal Posada Santa Juliana einchecken. Danach sind wir zum Waschsalon gegangen und warteten hungrig darauf, das ab 20 Uhr die Pizzeria öffnet. Pizza und Pasta geht nämlich immer!


Camino del Norte 18.9.2022 Tag 18. Santillana del Mar-San Vicente de la Barquera 34 Km

Kurz vor Carrborendondo passierte ich Scott und Lucia, welche schon vor mir gestartet waren. In einem Café konnten wir dann erstmal etwas frühstücken. Die zwei starteten wieder vor mir. Ich wählte eine spezielle Wegvariante bis nach Cóbreces. Nun folgte ich dem Camino direkt an der Küste bis nach Comillas. Hier ging ich zum Hafen und machte eine Pause mit Aussicht auf die Bucht. Das letzte Stück bis nach San Vicente de la Barquera war sehr windig. Hier sind etliche Kit- und Surfspots gelegen. Ich zog meine Daunenjacke mit Kapuze an, da ich bedingt durch die heiße Temperatur schwitzte und dann durch den starken Wind auskühlte. Kurz vor unserem Hotel traf ich Lucia in einem Restaurant und wir bestellten ein Tagesmenü, welches extrem reichhaltig war. Eigentlich hätte ich jetzt einen Mittagsschlaf machen können, aber die 2 Kilometer bis ins Hotel schaffte ich dann doch noch. Scott war kurz vor dem Hotel und so checkten wir zu dritt ein. Abends sind wir noch in ein Restaurant gegangen, wo ich jedoch nur einen Salat bestellte.


Camino del Norte 19.9.2022 Tag 19. San Vicente de la Barquera-Puertas de Vidiago 28 Km

Scott und Lucia starteten ca. 30 Minuten vor mir. Ich bin erst einmal in die Bar neben dem Hotel gegangen und habe gefrühstückt. Ich wählte zunächst eine andere Wegvariante, welche näher an der Küste war. An der Weggabelung kurz vor dem Ort nach 9 Kilometern, traf ich wieder auf Lucia, welche den anderen Weg gewählt hatte. Auch sie hatte noch keinen Pilger gesehen. Als ich an einer Kirche eine Pause gemacht hatte, traf ich eine amerikanische Pilgerin mit Tagesrucksack. Sie wartete natürlich auf ein Taxi, welches sie sich gerufen hatte. Bei Colombres konnte ich über die Eisenbahnschienen gehen und dem Weg direkt an der Küste folgen. Da es hier zahlreiche Trampelpfade gab, war es etwas kniffelig dem Weg zu folgen. Belohnt wurde ich jedoch mit einer tollen Küstenlandschaft. Kurz vor dem Hotel ging ich in Vidiago in ein Restaurant und aß etwas leckeres zu Mittag. Neben dem Hotel gab es ein Restaurant welches um 20 Uhr geöffnet hatte. Hier gab es dann noch ein leckres Steak und einen Käsekuchen als Dessert. 


Camino del Norte 20.9.2022 Tag 20. Puertas de Vidiago-Nueva 30 Km

Heute Morgen war es zunächst recht kühl. Am Hotel konnte ich abbiegen, um wieder auf den direkten Küstenweg zu gelangen. Leider hatte bis Llanes kein Café geöffnet, da die Spanier lieber lange ausschlafen. Im Supermarkt in Llanes kaufte ich etwas zum Frühstück ein, welches ich am Hafen aß. Kurz vor dem Hafen traf ich noch Scott im Café sitzend, der heute einen Tag Pause machte, da er ja gestern 46 Kilometer gelaufen war. Zusätzlich zu Muskelkater, hatte er auch noch auf den letzten 4 Kilometern, eine weitere Blase an seinem Fuß bekommen. Wir verabschiedeten uns erstmal voneinander, wobei ich zu ihm sagte, das wir uns bestimmt noch mal vor Santiago sehen würden. Ab 13 Uhr suchte ich leider vergeblich ein Restaurant, wo ich etwas zu Mittag essen konnte. Auch als ich im Hotel Luna del Valle angekommen war, hatte nichts geöffnet. Essen gab es erst ab 20 Uhr, wie immer in Spanien. Um 20 Uhr gingen wir in das gut bewertete Restaurant, direkt dem Hotel essen. Heute gab es das bislang schlechteste Essen zu recht hohen Preisen, seit dem Start in Irún. Ich war sehr verärgert darüber, das wir heute so einen tiefgefrorenen Fertigmist serviert bekommen hatten. Wie die Kneipe 4.5 von 5 Sternen mit 1.900 Bewertungen bei Google erreichen kann, ist mir absolut schleierhaft. Wieso würde ich 1 Stern geben? Weil ich leider nicht 0 Sterne bewerten kann. Morgen muss es wieder besser werden. 


Camino del Norte 21.9.2022 Tag 21. Nueva-La Isla 35 Km

Leider musste ich für einen Kaffee heute Morgen nochmals in die Bar, wo wir gestern zu Abend gegessen hatten, da dies das einzige Café war, welches geöffnet hatte. Der Kaffee und die Pinchos waren aber sehr lecker und ich konnte um 8 Uhr starten. Ich lief direkt in Richtung des Meers, um die Küstenwegvariante nach Ribadesella zu gehen. Landschaftlich war dies ein wunderschöner Weg, der einige Höhenmeter, aufgrund der schroffen Küste zu bieten hatte. Der Untergrund war heute mit zum Teil sehr scharfen und dicken Steinen bestückt und forderte die Fußmuskulatur permanent. Morgen werde ich bestimmt Muskelkater bzw. Muskelschmerzen in den Gelenken haben. In Ribadesella nach knapp 17 Kilometern, konnte ich endlich eine Pause einlegen und etwas trinken und essen. In Vega de Ribadesella konnte ich dann um 14 Uhr zu Mittag essen. Bis zum Hotel gab es laut der Karte nämlich keine Möglichkeit etwas zu essen. Auch haben keine Restaurants am Abend geöffnet. 


Camino del Norte 22.9.2022 Tag 22. La Isla-Villaviciosa 23 Km

Um 7.30 Uhr gab es ein leckeres Frühstück für nur 4 € im Hotel. Die Strecke war heute nicht besonders interessant und verlief meist auf Asphalt. Cafés gab es unterwegs keine, jedoch nach ca. 17 Kilometern einen Pilgerraststätte mit Getränkeautomat. Heute begegnete ich recht vielen Pilgern, alle mit dem gleichen Etappenziel Villaviciosa. Als ich 13:00 Uhr in der Stadt angekommen war, ging ich als erstes in ein Restaurant und aß ein Pilgermenü. Die Bedienung sprach sogar deutsch und das Menü für 15 € war sehr lecker. In einem Reformhaus konnte ich dann noch eine Zahnpasta ohne Fluorid sowie einige Müsliriegel im Supermarkt kaufen. Abends bin ich nochmals in das Restaurant essen gegangen. Bedingt durch das nahende Saisonende, sind auch hier bereits die meisten Lokale geschlossen. 


Camino del Norte 23.9.2022 Tag 23. Villaviciosa-Gijón 29 Km

In der Nähe unseres Hotels konnte ich in einer kleinen Bar, welche bereits geöffnet hatte frühstücken. Direkt zu beginn folgte ein sehr steiler anstrengender Anstieg. Da es heute eine extrem hohe Luftfeuchtigkeit gab, war das T-Shirt sofort komplett Naß vom vielen Schwitzen. Danach folgte ein langer Abstieg auf Asphalt, der einen schönen Ausblick auf das Tal bot. Nach 14 Kilometern passierte ich ein kleines Restaurant, was natürlich geschlossen hatte. Zum Glück gab es aber einen Getränkeautomaten, wo ich mir etwas kühles zu trinken ziehen konnte. Ich wechselte das nasse Shirt und ging nach einer Pause weiter. Nun folgende erneut ein steiler Anstieg, der mein T-Shirt direkt wieder komplett durchfeuchtete. Auf dem Weg zum Gipfel begegnete ich drei Eseln, denen ich vom Nachbargrundstück jeweils einen Apfel vom Baum pflückte und zu essen gab. Bei Deva traf ich Lucia und wir entschieden uns von hier 8 Kilometer zum Mc Donalds etwas abseits des Caminos zu gehen. Bedingt durch die Streckenführung passierten wir einige sehr wohlhabende Wohngegenden, wo es einige sehr schöne Häuser zu sehen gab. Nach zwei Tripple Cheeseburgern und einem McFlurry Eis mit Oreo, waren es nur noch 3 Kilometer bis zu unserem Hotel. Da Lucias Schnürsenkel heute gerissen waren, kaufen wir zuerst in einem chinesischen Geschäft ein paar neue Schnürsenkel als Ersatz. Später, als wir die Wäsche machten, ging ich noch in den Decathlon und fand ein neues Quick Lace Set, für 5 € für die Schuhe. Ich montierte dieses auf dem Zimmer und die Schuhe waren wieder einsatzbereit. Abends trafen wir uns noch mit Scott in einem italienischen Restaurant und aßen zusammen.


Camino del Norte 24.9.2022 Tag 24. Gijón-Piedras Blancas 34 Km

Heute Morgen bin ich zur Alsa Busstation gegangen. Dort kaufte ich mir ein Ticket für 1.10 €, um nach Tabaza zu fahren, um die Strecke durch die Stadt und das Industriegebiet zu vermeiden. Neben dem Bahnhof gab es direkt ein Café, welches sehr gut besucht war. Um 9 Uhr fuhr der Bus und erreichte nach ca. 25 Minuten fahrt Tabaza. Während der Busfahrt fing es stark zu regnen an. Nach dem Aussteigen wartete ich unter dem Vordach eines Cafés bis der Regen nachließ und startete anschließend. Während der Busfahrt hatte ich schon mehrfach mit dem Hotel geschrieben, denn diese teilten mir jetzt erst mit, dass unser Zimmer im Keller ohne Fenster und Tageslicht sei. Für mich war das natürlich nicht hinnehmbar. Eine Alternative konnte das Hotel jedoch nicht anbieten, so musste ich stornieren. Im gleichen Ort gab es leider kein anderes Hotel mehr, jedoch fand ich ein sehr schönes Hotel nur 2,5 km weiter entfernt. Der Weg bis nach Avilés verlief nur auf der Straße. Die Stadt war um 11:30 Uhr noch recht verschlafen, jedoch fand ich ein Café mit Blick auf die Kirche um eine kurze Pause zu machen. In Salinas ging ich ein paar Kilometer an der Strandpromenade entlang. Hier wehte natürlich ordentlich der Wind, so dass ich meine Jacke anziehen musste. Nach 3 Kilometern erreichte ich das Hotel Piedras und war über das schöne große Hotelzimmer sehr erfreut. In dem hauseigenen Restaurant kann ab 20 Uhr gegessen werden.


Camino del Norte 25.9.2022 Tag 25. Piedras Blancas-Lamuño 26 Km

Das Frühstück war heute im Preis inbegriffen und man konnte ab 7 Uhr a la Carte bestellen. Ich ging um 8 Uhr nach unten und bestellte 3 Cortado, Saft, Schinken und Tostada mit Tomaten und Olivenöl. Das Frühstück war sehr lecker und somit konnte ich gesättigt und zufrieden starten. Zunächst folgte der Camino erneut der Straße, später jedoch durch Eukalyptus Wälder auf steinigen Feldwegen. Bedingt durch den Regen in der Nacht waren die Wege zum Teil sehr matschig. Mir gefallen die Waldabschnitte persönlich immer sehr, auch der Eukalyptus Duft ist sehr angenehm, gerade wenn es etwas feucht ist. Zwischendurch regnete es immer mal wieder. Nur mit meinem geöffneten Schirm konnte ich problemlos im Regen laufen und war gut geschützt. Meine Regenjacke und Regenrock musste ich zum Glück nicht zusätzlich auspacken. Die heutige Pension Casa Miguel liegt direkt am Strand und vom Zimmer aus hat man einen herrlichen Blick auf das Meer und den Strand. Um 14.30 Uhr erreichte ich die Pension. Nach dem einchecken und einer Dusche, aß ich etwas unten im Restaurant und genoss die tolle Aussicht. 


Camino del Norte 26.9.2022 Tag 26. Lamuño-Querúas 34 Km

Heute Morgen war es am regnen und recht kühl. Zunächst zog ich die Regenjacke und Regenrock an. Nach dem ersten der vielen noch heute folgenden Anstiegen, zog ich die Regenkleidung wieder aus. Damit war es einfach zu warm und zudem hatte der Himmel etwas aufgeklart. Leider fing es heute immer wieder kurz an zu regnen. Die Waldwege waren sehr matschig und mit vielen spitzen und groben Steinen versehen. Ich musste bergab sehr aufpassen das ich beim reinen Matschboden nicht wegrutsche. Die Vibram Megagrip Sohle hat eigentlich auf allen Untergründen einen hervorragenden Halt. Bedingt dadurch das das Profil schon zu 80% abgenutzt ist können die Stollen im Schlamm nicht mehr genug Halt geben. Sobald jedoch etwas Gras, Wurzeln oder Steine mit im Schlamm sind ist der Halt immer noch Top. Unzählige Auf- und Abstiege waren heute zu bezwingen und körperlich war ich nach 20 Kilometern schon recht erschöpft. Aber ein leckeres Cola-Bier oder/ und Red Bull alle 10 Kilometern wirkt isotonisch und gibt Energie. Auch heute waren wieder nur Rentner in kleinen Gruppen mit Tagesrucksack unterwegs. Es ist schon sehr seltsam, dass auch wenn man mal einige Gruppenreise-Pilger in einem Café trifft, selbst ein einfaches Hallo oder ein Grüßen nicht möglich scheint. Die Reise Pilger Kapseln sich nach meiner Meinung völlig von dem Spirit des Jakobsweges ab, wo es doch auch um den Austausch untereinander und das gemeinsame Erleben geht. 5 Kilometer vor meiner heutigen Herberge La Yalga machte ich noch einen kurzen Stop in einem Café. Hier traf ich eine Frau mit einem spanischen Wasserhund, die neben mir am Tisch Platz nahm. In der Herberge angekommen teilte man mir mit das es hier nichts zu essen gäbe und auch die Restaurants im Umkreis geschlossen hätten. Jedoch gab es 100 Meter entfernt zum Glück einen Supermarkt, wo ich Yogurt und Früchte als Abendessen einkaufen konnte. 


Camino del Norte 27.9.2022 Tag 27. Querúas-Villapedre 26 Km

Um 7.30 Uhr gab es ein recht ungewöhnliches Frühstück. Kaffee, zwei Stück Sauerteig Toast, ein Stück Butter, Apfelkompott und dazu eine kleine Obstschale mit Feigen. Nach ein paar Kilometern bog ich auf den Strand Playa de Cueva ab, um mir das Meer anzuschauen. Obwohl das Campen und Zelten hier ausdrücklich verboten ist, standen knapp 20 Wohnmobile und Camper am Strand. Heute verlief der Weg nahezu ausschließlich auf Asphalt. Das Wetter war bewölkt und recht kühl. In Luarca machte ich eine Pause auf einer Bank direkt auf einer Brücke, bevor es steil nach oben hinauf ging. Unterwegs fütterte ich eine Ziege mit Löwenzahn und rettete eine Kiefernschwärmer-Raupe vor dem überfahren werden. Der Inhaber vom Hotel El Pinar sagte mir das ab 20 Uhr,    eigentlich das Restaurant unten im Ort geöffnet haben sollte. Leider war es so wie gestern, das alles geschlossen war. So blieb nur die einzige Bar übrig, die nur noch Tortilla hatte. Ich ließ mir die halbe Tortilla mit etwas Brot servieren. Tortilla schmeckt, macht Satt, gibt Energie und man kann gut schlafen. 


Camino del Norte 28.9.2022 Tag 28. Villapedre-Tapia de Casariego 25 Km

Die Bar wo ich gestern Abend gegessen hatte war bereits ab 7 Uhr geöffnet. Um kurz vor 8 Uhr bestellte ich 3 Cortado und Tostada mit Tomate. Das Wetter war sehr trüb und extrem windig. Ich lief auf der Landstraße, da die Feldwege Naß und mit Matsch versehen waren. Nachdem ich in Navia angekommen war und eine kurze Pause gemacht hatte, fing es an zu regnen. Da der Himmel komplett dunkel war und ich nicht damit rechnete das der Regen bis zum Ende des Tages besser wurde, fuhr ich mit dem Taxi bis nach Tapia. Ich konnte nach Rücksprache schon um 13 Uhr in der Unterkunft einchecken, in der es sogar eine Waschmaschine gab. Erst ab 18 Uhr klarte der Himmel wieder auf und die Sonne kam kurzzeitig hervor. 


Camino del Norte 29.9.2022 Tag 29. Tapia de Casariego-Rinlo 20 Km

Bereits heute Morgen regnete es recht stark. Ich wartete noch etwas ab und ging dann um 8.30 Uhr erstmal in ein Café. Nach zwei Cortado startete ich im Nieselregen und wählte den Weg direkt an der Küste. Leider waren die Wege noch recht matschig und durch das feuchte Gras, waren die Füße auch schnell nass. Immer wieder regnete es heftig, dazu blies noch ein starker Wind. In Figueras angekommen lies ich mir in einer Apotheke ein Taxi rufen, um damit auf die andere Seite nach Ribadeo zu kommen. Nach Ribadeo führt nämlich nur eine Brücke. Damals als ich über diese gelaufen bin, bekam ich Panik und beschloss nie mehr über diese zu laufen. Der Fußgängerweg ist sehr schmal und von der Fahrbahn mit einem hohen Zaun getrennt. Das Geländer ist zudem sehr niedrig und die Brücke furchtbar lang und hoch. Als das Taxi kam, fing es furchtbar an zu schütten und ich entschloss mich die restlichen 8 Kilometer bis zum Hotel zu fahren. Um 12 Uhr konnte ich bereits einchecken. Um 15 Uhr aß ich unten im Restaurant zu Mittag. Abends sollte wieder einmal alles geschlossen sein. Den ganzen restlichen Tag schüttete es wie aus Kübeln und der Himmel war dunkel. Im Zimmer habe ich dann noch die Wäsche zum trocknen auf meine Wäscheleine gehangen. Auch die LED Lampen der Deckenbeleuchtung wurden so mit denen im Bad getauscht, das eine einheitliche Lichtfarbe zu sehen war. Die Spanier vermischen gerne Kaltweisse mit Warmweissen Lampen. 


Camino del Norte 30.9.2022 Tag 30. Rinlo-Foz 28 Km

Um 8.30 Uhr wurde es draußen hell, so dass ich starten konnte. Ich lief direkt an der Küste entlang und erreichte nach 8 Kilometer die Playa de las Catedrales. Hier ist ein touristische Hotspots, da viele Besucher extra Anreisen um die Felsformationen und Höhlen am Strand besichtigen zu können. Aufgrund von Flut war der Strandzugang jedoch abgesperrt. Das Café mit Selbstbedienung direkt am Zugang hatte jedoch geöffnet. Der weitere Wegverlauf bis nach Viladaíde bot wunderschöne Küstenabschnitte mit traumhaften Motiven. In Viladaíde konnte man bereits bis nach Foz schauen. Es waren gefühlt nur 100 Meter bis auf die andere Uferseite, jedoch gab es leider keine Brücke. Wir mussten weitere 12 Kilometer um die gesamte Bucht laufen, um Foz zu erreichen. In Foz sind wir als erstes in eine Pizzeria gegangen und haben leckere Pizza gegessen. Heute war die Unterkunft Villa de Foz gebucht, wo man aus dem Zimmer einen direkten Meerblick hatte. Im nur 100 Meter entfernten Supermarkt, wurde für das Abendessen Jogurt und Müsli eingekauft. 


Camino del Norte 1.10.2022 Tag 31. Foz-Ferrol 100 Km

Heute sind wir um 12 Uhr mit dem Zug von Marzán nach Ferrol gefahren um von dort den Camino Ingles bis nach Santiago zu gehen. Diesen Jakobsweg bin ich vorher noch nicht gelaufen und es bot sich jetzt diese Möglichkeit an. Zum einen möchte ich auf den letzten 100 Kilometer den extremen Pilgerstrom vermeiden und zum anderen soll der Camino Ingles Landschaftlich sehr interessant sein. Die Haltestelle Marzán war nur 500 Meter von unserem Hotel entfernt. Nach 3 Stunden Zugfahrt in einem Mini-Zug auf einer Eingleisigen Spur, erreichten wir Ferrol. In dem Zug waren es gefühlt 28 Grad und furchtbar stickig. Ich war froh, als ich am Ziel endlich aussteigen konnte. Der Check-in im Hotel América war zum Glück schon früher möglich, den angegeben war dieser erst ab 18 Uhr.