Camino Portugues Central

Der Camino Portugues ist der zweitbeliebteste Pilgerweg und führt durch Portugal und Spanien. Ca. 16-20% aller Pilger wählen diesen Weg. Von Porto aus führt der Weg immer direkt am Meer entlang und belohnt mit atemberaubenden Küstenabschnitten. Die Meerluft und auch die Akustik des Meeres geben einem ein unglaublich schönes Glücksgefühl. Der Wegverlauf ist weitgehend flach und nur wenige Höhenmeter müssen bewältigt werden.

 

Für die gesamte Strecke, mit 240 km von Porto nach Santiago de Compostela, benötigt man zwischen 8 und 15 Tagen. Empfehlenswert ist aber nach Ankunft in Santiago de Compostela, weiter bis zum Kap Finisterre oder nach Muxia zu wandern. Für die Strecke bis dorthin (knapp 100-140 km), sollte man zusätzlich nochmals 3-4 Tage einplanen.

 

Der Camino Portugues kann theoretisch das ganze Jahr gewandert werden. Da es aber eine Saison bei den Herbergen und Pensionen gibt, ist eine Wanderung mit ausreichend geöffneten Herbergen und Pensionen von Februar bis Oktober möglich.

 

Für den Camino Portugues empfehle ich die App von Wise Pilgrims „Wisely + Der Camino Portugués"  fürs iPhone und für Android. Eine hervorragende App, die ich übrigens von allen Jakobswegen von diesem Anbieter habe. Wer nicht auf das Hardcover als Buch verzichten möchte, empfehle ich das Outdoor Buch Portugal Spanien: Jakobsweg Caminho Português vom Conrad Stein Verlag.


Camino Portugues Central

von Porto nach Santiago de Compostela

Vom 23.10.2021 bis 30.10.2021

Übersichtskarte vom Conrad Stein Verlag


23.10.2021 Anreise

Um 12.50 Uhr sollte der Ryanair Flieger ursprünglich in Frankfurt International starten. Wir hatten knapp 30 Minuten Verspätung, holten die Zeit während des Fluges jedoch wieder ein und landeten Pünktlich in Porto. Mit drei anderen teilte ich mir ein Taxi, welches mich bis zu meinem Hostel (Being Porto Hostel) brachte. Nach dem einchecken erkundete ich mal wieder Porto und kaufte mir zunächst ein Taschenmesser. Danach gab es zwei leckere Burger bei TGB-The Good Burger, in der Nähe der Brücke zur Stärkung. Dann ging es zur Besichtigung für 3 € in die Kathedrale. Leider hatte ich meinen Pilgerausweis im Hostel gelassen und konnte mir keinen Stempel holen. Die Stadt war brechend voll. Alle Gassen, Cafés und Restaurants waren mit Touristen gefüllt. Nach einer weiteren Runde durch die Stadt kehrte ich zum Hostel zurück. 


24.10.2021 Tag 1. Porto-Vilarinho

Die Nacht war furchtbar. Jedesmal sage ich mir nimm kein Hostel in einer Partystadt wie Porto, du wirst nicht schlafen können. Und es hat sich wieder einmal bewahrheitet. Selbst bei einem 4er Zimmer, reicht es wenn zwei Leute Party machen und um 3 Uhr und 4.30 Uhr früh ins Zimmer kommen und einen wecken. Um 7.30 Uhr bin ich runter zum Frühstücksbuffet was leider sehr karg war. Kurz nach dem Start traf ich Thomas aus Österreich, der in Lissabon gestartet war. Wir gingen bis zu meiner spontanen Tagesetappe zusammen. Den ganzen Tag verlief der Weg auf Kopfsteinpflaster, meinem persönlichen Lieblingsboden, der permanent die Füße und Sehen 360 Grad massiert. Landschaftlich gab es keine Highlights, der Großteil des Weges verlief an der Straße. In Vilarinho ging ich in die Herberge Casa da Laura, wo zum Glück noch ein Bett für 12 € frei war. Am ersten Tag soll man es von den Kilometern nicht übertreiben, gerade bei dem furchtbar anstrengenden Bodenbelag. 


25.10.2021 Tag 2. Vilarinho-Barcelos 29.5 km GPS

Neben der Herberge lag direkt ein Café welches bereits ab 7 Uhr geöffnet hatte. Nach zwei Kaffee bin ich gestartet. Der Weg verlief wieder direkt an der vielbefahrenen Straße. Manchmal gab es einen Randstreifen, oft musste man jedoch direkt auf der Straße laufen, was nervig aber auch gefährlich ist. Ich hatte deshalb meine Neon-Gelbe Windbreaker an. Zwischendurch gab es ein paar landschaftlich schöne Augenblicke. Bei einem Bauernhof wuchsen außerhalb des Grundstücks Mini-Rispentomaten welche sehr lecker schmeckten. Das Kopfsteinpflaster begleitete mich auch heute wieder den ganzen Tag bis nach Barcelos. Den ganzen Tag über traf ich nur ein älteres Pilgerpäärchen. In Barcelos buchte ich mir die Unterkunft Residencial Solar da Estação für 25 € das Einzelzimmer. 


26.10.2021 Tag 3. Barcelos-Ponte de Lima 35.5 km GPS

Nach einem Kaffee und Croissant startete ich. Nach knapp 500 m traf ich wieder auf den Jakobsweg. Der Weg verlief nun zunächst durch die Stadt und verlief dann durch kleine Dörfer und Gemeinden. Heute war es über 20 Grad und absolut windstill. Dadurch schwitzte ich extrem viel und trank viel Wasser mit etwas Isostar, um den Flüssigkeitsverlust aufzufüllen. Nach 20 km gab es dann auch ein kleines belegtes Brötchen mit isotonischem Colabier zur Stärkung. Auch heute lief ich mal wieder den ganzen Tag über alleine, traf aber auf einige Pilger aus England mit 10 L Decathlon Rucksäcken, die scheinbar in kleinen Gruppen gestartet sind. Gegen Nachmittag erreichte ich Ponte de Lima. Auch beim spazieren durch die Stadt oder beim Abendessen traf ich keine anderen Pilger. In meiner Unterkunft bin ich auch komplett alleine. Bars und Cafés hatten geöffnet, jedoch waren keinerlei Gäste dort. 


27.10.2021 Tag 4. Ponte de Lima-Fontoura 27 km GPS

Nachdem ich morgens gestartet war und bereits über die Brücke auf die andere Flussseite gelaufen war, überlegte ich mir doch in das Sportgeschäft zu gehen, welches ich gestern Abend entdeckt hatte. Bei meinem linken Brooks Schuh ist das Innen Fersenfutter fehlerhaft verarbeitet und dieses drückt mir permanent auf die Ferse. Der Laden öffnete erst um 9.30 Uhr. Im Schaufenster waren jedoch viele Marken Outdoor Schuhe ausgestellt. Leider waren alle Schuhe nur in der Größe bis maximal 43 verfügbar. Ich war total genervt und verließ enttäuscht den Laden und konnte somit erst um 10.30 Uhr meine Wanderung starten. Ich entfernte meine orthopädischen Einlagen, legte die Standardeinlagen rein und tapte die Druckstelle ab. Nach 10 km wollte ich an einem Café neben der kleinen Kirche vor dem Aufstieg eine Pause machen, dieses hatte jedoch geschlossen. Als ich gerade wieder starten wollte traf ich ein junges Mädchen aus Polen, welches über 60 km am Tag im Durchschnitt lief, da sie nur 6 Tage für den kompletten Camino habe. Wir gingen zusammen mit ordentlich Tempo über 4 km, bis auf den höchsten Punkt der heutigen Etappe Zusammen. Dann verabschiedete ich mich beim nächsten Café und machte eine Pause. Da es hier frisches gegrilltes Hähnchen gab, bestellte ich mir eine Portion. In Fontoura nahm ich eine Private Herberge inklusive Abendessen und Frühstück. Auch hier war ich wieder der einzige Gast. Das Abendessen wurde vom Inhaber selbst zubereitet und schmeckte sehr gut. 


28.10.2021 Tag 5. Fontoura-O Porriño 28.5 km GPS

Zum Frühstück gab es zwei Nutella Brötchen und Kaffee. Heute Morgen war es sehr nebelig und recht kühl. Gegen 13 Uhr kam jedoch endlich die Sonne heraus und der Himmel klarte auf. Um 15 Uhr zog dann ein frischer Wind auf und der Himmel verdunkelte sich. Für heute war ja starker Regen gemeldet, daher buchte ich mir dann im nächsten Ort Porriño eine Herberge. Auch hier ist kein Pilger weit und breit zu sehen und auch in der Herberge bin ich der einzige. Als ich nach den Rückflügen schaute, bemerkte ich dass ab Samstagabend keinerlei Flüge mehr ab Santiago von Ryanair nach Frankfurt Hahn angeboten werden. Erst ab April fliegt Ryanair den Flughafen wieder an. Somit buchte ich mir den letzten Rückflug für Samstagabend. Die Preise der anderen Airlines liegen beim zwei- bis dreifachen Preis, ab dem ersten November.


29.10.2021 Tag 6. O Porriño-Santiago de Compostela

Nach einem kurzen Kaffee in der nebenan liegenden Bar, suchte ich mir eine Busstation um nach Vigo zu fahren. Am Hauptbahnhof konnte ich dann bequem nach der Ankunft, 30 Minuten später in einen Bus nach Santiago de Compostela umsteigen. Die Fahrt dauerte ca. zwei Stunden. Nach der Ankunft ging ich zuerst mal in das Restaurant Udon und bestellte mir ein Menü für nur 11 €. Um 15 Uhr checkte ich im Hotel Atalaia B&B ein, welches direkt im Zentrum lag. Nach einer ausgiebigen Dusche ging es dann nochmals in die Stadt.     


30.10.2021 Abreise

Nach dem Frühstück im Hotel schlenderte ich noch ein wenig durch die Stadt. Auch heute war es heftig am Regnen und ich somit mit meinem Regenschirm unterwegs. Es ist immer interessant zu sehen welche tolle Stücke Fleisch, Langusten, Krebse, Muscheln und Fische in den Schaufenster der einzelnen Restaurants, frisch dargeboten werden. Als kleines Souvenir kaufte ich mir einen kleinen Stoff-Pulpo. Gegen Nachmittag flog meine Maschine nach Frankfurt-Hahn ab.  


Kommentare: 1
  • #1

    Sandra (Montag, 01 November 2021 19:57)

    Hey. Marcel. Schade das es mit den letzten 100 km nicht mehr geklappt hat. Ich habe auch vor nächstes Jahr ab März den Camino Portugues zu gehen.