Mein Blog vom Appalachian Trail 2019

Anreise 20.3.2019 Tag 1

Heute Morgen gab es schon eine Info per SMS das der Flug über 2 Stunden Verspätung hatte und nicht statt um 10:30 Uhr, also um 12:30 Uhr abfliegen würde. Trotzdem musste ich um die reguläre Zeit einchecken und somit Betrug die Wartezeit circa 4 Stunden vor Abflug. Der Flug war insgesamt angenehm ruhig, ich war jedoch froh nach 10 Stunden endlich aus der Maschine zu kommen. Nach der Landung ging es durch die Zollkontrolle. Die Schlangen waren natürlich unfassbar lang und es hatten nur sehr wenige Schalter geöffnet. Die Wartezeit betrug über 2 Stunden. Hier traf ich ein Pärchen aus Berlin, welche auch den Appalachian Trail wandern wollen. Sie starten auch am Freitag. Vielleicht sehen wir uns ja am ersten Shelter. Nachdem ich dann den Rucksack vom Gepäcksband genommen hatte bin ich mit dem Taxi in die Airbnb Unterkunft gefahren und gegen 22 Uhr Ortszeit dann ins Bett. 


Anreise 21.3.2019 Tag 2

Heute Morgen bin ich um kurz nach 7 Uhr aufgestanden und um 8.30 Uhr 1 km zur nächstgelegenen Poststation gelaufen, da  diese erst um 9:00 Uhr geöffnet hatte. Dort habe ich mein Bounce Box Paket fertig gemacht und es nach Helen abgeschickt. Danach bin ich zur nächstgelegenen U-Bahn Station gegangen um zum nächstgelegenen Walmart zu fahren. Die Größe des Einkaufsmarktes ist wie immer erschreckend und dementsprechend lange hat es auch gedauert bis ich alle Sachen für die nächsten fünf Tage eingekauft hatte. Zum Mittagessen gab es erstmal den ersten Chicken Burger mit Bacon, wirklich sehr lecker. Nach dem Essen bin ich dann mit der U-Bahn zur Endstation North Marta Station gefahren. Dort traf ich dann auch noch einen deutschen aus Berlin mit 61 Jahren, der auch im selben Hotel übernachtet und auf das Shuttle wartet. Im Barefoot Hills Hotel waren dann auch noch zwei weitere Amerikaner. Abends gab es eine sehr große und überraschend äußerst leckere Tiefkühlpizza. 


AT 22.3.2018 Tag 1

Amica Falls -8.8 M-Stover Creek Shelter 2.8 M 

Um 7.30 Uhr gab es reichhaltiges Frühstück. Danach sind wir um 8 Uhr nach Amica Falls mit dem Shuttle gefahren worden. Die Fahrt dauerte ca. 45 min. Hier startet der sogenannten Approach Trail. Nachdem wir uns registriert hatten gab es eine kleine Information was auf dem AT zu beachten ist und wie man das bear bag korrekt aufhängt. Um 10.45 Uhr bin ich dann gestartet. Am Anfang ging es erstmal brutal nach oben mit ca. 720 Treppenstufen. Der Weg bis oben war knapp 1 Meile und brachte einen schön ins schwitzen. Ich war froh das ich so fleißig auf dem Stairmaster mit meinem Rucksack trainiert hatte. Danach ging es noch einige Male hoch und runter. Am Parkplatz nach 10 Meilen machte ich eine kurze Mittagspause und bekam von einem Tageswanderer 1 L Wasser geschenkt.  Ich hatte ziemlich Durst denn die Erdnussbutter und die Salami auf dem Tortilla machen extrem durstig. Bis zum shelter waren es dann nochmal knapp 2 Meilen. Um 16 Uhr bin dort angekommen. Es wurde gekocht und viele andere Wanderer sind hier. Von einem Amerikaner bekam ich auch schon meinen Trailnamen ,,Hot Rod,, da ich den Berg runter so schnell gelaufen bin. Um 20 Uhr bin ich ins Bett gegangen. 


AT 23.3.2019 Tag 2 

Stover Creek Shelter 2.8 M-Gooch Mountain Shelter 15.7 M

Die Nacht über war es extrem kalt und recht windig. Gefühlt habe ich im Kühlschrank geschlafen. Aus diesem Grund bin ich auch mehrfach wach geworden. Zudem war Vollmond. Dieser war so hell das ich mit Augenmaske schlafen musste. Um 7 Uhr habe ich mir dann oatmeal vor dem Zelt gemacht. Als es hell wurde holte ich mir zuerst noch Wasser und dann gab es einen großen Kaffee. Heute gab es einige recht steile Berge zu erklimmen die sehr anstrengend waren. Das Wetter war sehr sonnig und warm. Um 15.30 Uhr bin ich im Shelter angekommen. 


AT 24.3.2019 Tag 3 

Gooch Mountain Shelter 15.7 M-Neel Gap 31.3 M

Bis 22 Uhr war es recht warm im Zelt. Danach wurde es wieder brutal kalt. Selbst mit der ganzen Kleidung an war es kaum auszuhalten. Um 6 Uhr früh habe ich mir dann erstmal einen Kaffee vor dem Zelt gemacht um warm zu werden. Um kurz nach 8 Uhr als es hell wurde bin ich gestartet. Am Gooch Gap gab es dann Trailmagic. Es gab ein reichhaltiges Frühstücksbuffet. Nach einem reichhaltigen Frühstück bin ich dann gestartet. Der Weg war heute sehr anstrengend. Gerade bei Blood Mountain ging es recht steil bergauf und umso steiler bergab. Wie hier Leute den AT ohne jegliche Wandererfahrung starten können ist mir unbegreiflich. Um 16.30 Uhr erreichte ich Neel Gap und bekam zum Glück noch ein Bunk Bed für 20$. Es waren nur noch 2 von 10 verfügbar. Im integrierten Store, der eine extrem große Auswahl hatte habe ich mir dann einen Fleece Inliner für den Schlafsack gekauft, den es wird nochmals kälter werden in den  Smokey Mountains. In der Herberge gab es dann noch Tacos mit Fleisch, Salat, Sour Cream und Nachos. 


AT 25.3.2019 Tag 4

Neel Gap 31.3 M-Low Gap Shelter 42.8 M

Die Nacht in der Herberge war recht angenehm. Ich habe ganz gut geschlafen. Nach einem kurzen Frühstück und einem Kaffee bin ich aufgebrochen. Da es heute regnen sollte gab es die Option in das nächste Shelter nach 6 Meilen zu gehen oder in das 11 Meilen entfernte. Zwischendurch regnete es jedoch nur kurz, der Himmel sah einigermaßen freundlich aus und so entschloss ich mich weiter zu gehen. Gegen 14.30 Uhr erreichte ich den Shelter. Jetzt hatte es bereits angefangen zu regnen. Das Shelter war jedoch schon komplett voll. Also habe ich mir zunächst etwas zu essen gemacht und dann das Zelt im Regen aufgebaut, was extrem viel Spaß macht. Danach war das aufgrund des Wetters ausharren im Zelt angesagt. 

 

AT 26.3.2019 Tag 5 

Low Gap Shelter 42.8 M-Helen 52.5 M

Die ganze Nacht hat es heftig geregnet und geblitzt. Das Zelt war aber sehr gut dicht und kein Wasser kam hinein. Der neue Fleece-Inliner war extrem warm und ich habe das erste Mal im Schlafsack nicht gefroren. Heute war es von der Strecke recht angenehm zu gehen und die Anstiege waren nicht so hoch. Um 12:15 Uhr bin ich bereits auf der Landstraße angekommen. Per Anhalter bin ich dann nach Helen gefahren und habe mir dort ein Hotel mit einer anderen Hikerin geteilt. Helen ist eine kleine Stadt die wie ein bayrisches Dorf aussehen soll. Wir sind dann in ein deutsches Restaurant gegangen und haben wunderschöne Ballermann Musik gehört während dem Essen. Danach sind wir mit einem Uber Fahrer in den nächstgelegenen Supermarkt gefahren das Strömen am regnen war und haben für die nächsten Tage eingekauft. Morgen Früh muss ich dann erst einmal zur Post gehen da hier ein Paket angekommen ist. Ich werde es dann 20 Tage im Voraus senden.


AT 27.3.2019 Tag 6

Helen 52.5 M-Tray Mountain Shelter 58.2 M

Die Nacht im Hotel war sehr angenehm und die Matratze war sehr komfortabel. Um 8.00 Uhr haben wir im Hotel gefrühstückt. Es gab selbstgemachte Waffeln, Jogurt, Früchte usw. Da um 9.00 Uhr die Postfiliale geöffnet hatte und diese 1 Meile vom Hotel entfernt war konnte ich mich schon mal ein wenig warm laufen. Ich sendete das Paket weiter nach Franklin. Dann bin ich mit Crinkles per Anhalter wieder zum Einstieg des AT gefahren. Zum Glück hat uns bereits das zwölfte vorbeifahrende Auto mitgenommen. Heute gab es zwei Berge zu besteigen und gegen 13 Uhr erreichte ich das Shelter. Hier war ich der erste. Ich baute möglichst schnell mein Zelt auf da dieses noch von dem heftigen Regen relativ feucht war. Zum Glück war es sehr sonnig und bereits nach wenigen Minuten war das Zelt komplett getrocknet. Gegen 16.00 Uhr sind dann auch weitere Pilger und Crinkles eingetroffen. 


AT 28.3.2019 Tag 7 

Tray Mountain Shelter 58.2 M-Campsite Hiawassee 70.2 M

Die Nacht im Zelt war brutal kalt und absolute Schmerzgrenze. Wir hatten knapp -2 Grad. Ich muss mir auf jedenfall einen wärmeren Schlafsack in der nächsten Stadt besorgen. Der Weg heute war sehr anstrengend, da ich für knapp 6 Tage essen in Helen aufgefüllt hatte und es wieder ziemlich steil nach oben ging. Gegen 13.30 Uhr bin ich am Parkplatz angekommen und habe direkt mit einem Shuttle kostenlos nach Hiawassee fahren können. Dort habe ich erstmal einen leckeren Burger gegessen und dann im Outdoor Shop noch Gas für den Kocher und Outdoor Abendessen gekauft. Der eigentliche große Outdoorshop wo ich nach einem Schlafsack schauen wollte hatte heute geschlossen. Dann bin ich wieder per Anhalter zurück und habe auf dem Campingplatz übernachtet. Hier waren bereits einige Zelte aufgebaut. 


AT 29.3.2019 Tag 8

Campsite Hiawassee 70.2 M-Plumorchard Gap Shelter 73.7 M 

Die Nacht war wieder sehr kalt. Es war aber noch einigermaßen auszuhalten. Mir wurde jedoch nochmals gezeigt dass ich dringend den Schlafsack wechseln muss bevor es weiter in die Berge geht. Hier hatten wir 2600 Fuß morgen sind es z.b. 4700 Fuß. Also habe ich nach dem Frühstück die Frau vom Schuttle Bus auf dem Parkplatz gefragt wo es noch eine Möglichkeit gibt Schlafsäcke zu kaufen. Sie sagte ich sollte nach Clayton zum Outdoor 76 Store. Also bin ich per Anhalter nach Clayton circa 20 Meilen gefahren. Das erste Auto hat leider erst nach ungefähr 45 Minuten angehalten. Der Besitzer hatte dann noch etwas früher aufgemacht und mich hinein gelassen und mir einige Schlafsäcke zum probieren gegeben. Ich habe mich dann für den Schlafsack von North Face (The One Bag) für 289.-$ entschieden, der bis zu einer maximale Temperatur von -15°  geht und aus mehreren Teilen besteht, so dass man diese individuell kombinieren kann. Danach habe ich meinen Schlafsack und den Inliner mit der Post nach Franklin gesendet. Nun bin ich wieder per Anhalter zurück und habe um circa 13:00 Uhr mit der Wanderung zum nächsten Shelter begonnen. Um 15.30 Uhr bin ich dann im Shelter eingetroffen. 


AT 30.3.2019 Tag 9

Plumorchard Gap Shelter 73.7 M-Standing Indian Shelter 85.9 M

Der Schlafsack ist herrlich warm. Ich habe zwar nur im mittleren Temperatur Bereich gelegen aber mir war extrem warm. Was für ein Unterschied zu vorher! Heute ging es direkt ziemlich brutal und steil knapp 6 Meilen nach oben. Auf einem Parkplatz kurz vor dem Shelter gab es dann als Trailmagic Hot Dogs, Kaffee und Bananen. Um 14.30 Uhr bin ich im Shelter eingetroffen welches sich nach und nach gefüllt hatte. Heute musste ich wieder das Bear Bag nach der PCT Methode aufhängen. 


AT 31.3.2019 Tag 10

Standing Indian Shelter 85.9 M-Long Branch Shelter 102.2 M

Von 20:00 Uhr an hatte es extrem angefangen zu regnen und bis morgens um kurz vor 7:00 Uhr nicht aufgehört. Bedingt durch das laute rascheln des Regens auf dem Zelt konnte ich nicht wirklich viel schlafen. Das schönste ist dann morgens das komplett nasse und mit Matsch beschmutzte Zelt mit den kalten Fingern in die Schutzhülle zu stopfen. Danach sieht man aus wie ein Schwein. Das Gelände war heute jedoch sehr angenehm zu gehen, wir sind ja jetzt bereits in North Carolina und ich kam extrem schnell voran. Nach 2 Stunden 20 min hätte ich schon das erste Shelter 7.6 Meilen entfernt erreicht. Danach ging es zum Albert Mountain auf 5250 Fuß hinauf. Auf dem Parkplatz kurz vor dem Aufstieg gab es wieder einmal ein wenig Trail Magic in Form von einer Cola und einer Banane. Der Aufstieg zum Fire Tower auf dem Berg war so steil dass man seine Hände zum klettern in den Felsen benutzen musste. Die Sonne kam heute nicht wirklich raus und es war immer etwas windig. Heute passierte ich auch die erste 100 Meilen Markierung die seit dem Start in Amica Falls vergangen sind.  Um 15:00 Uhr erreichte ich das Shelter und traf zwei andere Wanderer wieder, die ich die letzten zwei Tage bedingt durch meinen Schlafsack Kauf aus den Augen verloren hatte. Es war jetzt schon recht kalt und nach dem Essen bin ich früh in den Schlafsack um mich aufzuwärmen. 


AT 1.4.2019 Tag 11

Long Branch Shelter 102.2 M-Franklin 109.4 M 

Heute Morgen war es extrem kalt. Der Wasserfilter war gefroren. Es war jedoch nur ein kurzer Weg bis zum Parkplatz von wo ich mit einem Shuttle nach Franklin gefahren bin. Ich bin doch direkt ins Hostel eingecheckt und habe als erstes meine kompletten Sachen gewaschen und getrocknet. Auf dem Zimmer sind wir zu viert. Danach bin ich zur Post gegangen und habe meine beiden Pakete abgeholt. Das eine Paket mit dem Schlafsack und dem Inlet habe ich dann nach Deutschland versendet. Das andere Paket habe ich geöffnet und meine Vitaminpräparate für 30 Tage aufgefüllt und das Paket dann knapp drei Wochen im Voraus versendet. Mittags bin ich dann mit einigen anderen Wanderern in ein amerikanisches Frühstücksrestaurant gegangen und habe Pancakes und Eier gegessen. Um 16.30 Uhr hat uns das Hostel zum Wallmart gefahren und wir konnten für die nächsten Tage unsere Lebensmittelvorräte auffüllen. Abends gab es dann noch eine Pizza. 


AT 2.4.2019 Tag 12

Franklin 109.4 M-Cold Spring Shelter 125.2 M 

Heute Morgen sind wir um 7:15 Uhr von einer kirchlichen Organisationen zum kostenlosen Frühstück abgeholt worden. Es gab Pancakes mit Sirup und Eiern und man konnte sich auf einer Wand mit Namen der Wanderer von 2019 verewigen. Danach sind wir um 9:00 Uhr mit dem Shuttle vom Hostel zum AT zurück gefahren worden. Kurz nach dem Start traf ich eine Wanderinnen die schon den AT und PCT gelaufen ist und wir hatten zusammen eine gute Durchschnittsgeschwindigkeit. Ganz oben auf dem Gipfel hatte ich wieder das Glück eine bekannte Tageswanderin und Shuttle Fahrerin zu treffen die heute mal wieder mit ihrem Hund gelaufen ist. Sie hatte mir bereits gestern eine Coca-Cola geschenkt und auch heute hatte sie in der Tragetasche für den Hund eine Dose für mich dabei. Welch ein Glück. Es gibt nichts besseres als eine leckte Coca Cola. Der Weg war heute wieder einmal ziemlich anstrengend. Gegen 16:30 Uhr erreichten wir den Campingplatz. Auch hier war außer uns niemand. Im nahegelegenen Shelter waren auch nur 3 andere Wanderer. 


AT 3.4.2019 Tag 13

Cold Spring Shelter 125.2 M-Nantahala Outdoor Center 136.9 M 

Die Nacht war wieder einmal brutal kalt. Es hatten sich sogar an den Bäumen Eiszapfen gebildet und der Boden war tiefgefroren. Also erst mal einen Kaffee und Oatmeal zum Warmwerden. Heute war ich nicht sonderlich motiviert da ich niemanden auf der gesamten Strecke getroffen hatte. Nachdem man den höchsten Punkt erreicht hatte ging es knapp 3000 Fuß auf 6 Meilen Bergab. Im Nantahala Outdoor Center habe ich mir eine Doppelkabine für 45.-$ mit einem Mädel geteilt. Hier gibt es einen großen Outdoorladen wo ich mir auch meine Genehmigung für 20.-$ für den Besuch der Smokey Mountains gekauft und ausgedruckt habe. Es waren sehr viele andere Wanderer hier, wo immer diese auch herkommen. Gestern und heute habe ich niemand unterwegs getroffen. Im nah liegenden Restaurant habe ich mir heute Nachmittag einen leckeren Salat mit Hähnchen gegönnt. Im Fluss haben einige Wanderer ihre Füße gekühlt und reichlich Bier getrunken. 


AT 4.4.2019 Tag 14

Nantahala Outdoor Center 136.9 M-Brown Fork Gab Shelter 152.9 M

Heute Morgen ging es direkt über 3000 Fuß auf knapp 6 Meilen extrem steil nach oben. Nach 3 Stunden erreichte ich den Gipfel. Es war wirklich brutal. Der ganze Tag war wirklich extrem anstrengend. Es ging permanent extrem steil rauf und runter. Ein Tag der einen körperlich ans Limit brachte. Um 17 Uhr erreichte ich das Shelter. 


AT 5.4.2019 Tag 15

Brown Fork Gab Shelter 152.9 M-Fontana Dam Shelter 165.9 M

Die Nacht über hatte es heftigst geregnet. Ich habe diesmal im Shelter geschlafen. Die Regentropfen auf dem Metalldach waren aber so laut das ich trotz Ohrenstöpsel kaum geschlafen hatte. Am Morgen regnete es munter weiter und so kam nach dem Frühstück der Poncho für knapp 3 Stunden zum Einsatz. Es war sehr rutschig und matschig und man musste extrem aufpassen nicht auszurutschen. Nach 6 Meilen hörte der Regen auf. Nun ging es knapp 4 Meilen nur noch bergab bis man den Staudamm sehen konnte. Kurz vor dem Shelter fuhr ich noch mit dem Shuttle in das kleine Dorf und kaufte einige Lebensmittel für die nächsten Tage ein. Das Shelter und der Campingplatz war bereits recht voll und ich baute mein Zelt auf. Hier waren sogar duschen, aber ohne frische Kleidung macht eine Dusche auch kein Sinn. Schmutzig wird man eh morgen wieder. 


AT 6.4.2019 Tag 16

Fontana Dam Shelter 165.9 M-Mollies Ridge Shelter 177.7 M

Heute Morgen ging es zunächst 1 km am Staudamm entlang bevor es in den Smokey Mountains Park hinein ging. Dort musste man seine Genehmigung in einen kleinen Kasten einwerfen. Um 14 Uhr erreichte ich das Shelter. Im Smokey Mountains Park darf man nur im Shelter übernachten. Außer wenn das Shelter voll ist darf man sein Zelt aufbauen. Es kam auch ein Parkranger der die Genehmigungen kontrolliert hatte und die Nacht über im Shelter blieb. Da das Shelter jedoch gegen Abend dann doch recht voll wurde durfte man endlich auch sein Zelt aufbauen, was ich gemacht habe. 


AT 7.4.2019 Tag 17

Mollies Ridge Shelter 177.7 M-Derrick Knob Shelter 189.8 M 

Ab 20 Uh hatte es heftig angefangen zu regnen und bis zum Morgen nicht aufgehört. Deshalb war dann mal wieder Poncho Time angesagt. Die Wege waren sehr matschig und rutschig und es gab heute wieder einige steile Auf- und Abstiege. Gegen Mittag erreichte ich Thunderhead Mountain auf 5600 Fuß Höhe. Im Shelter wurden dann erstmal alle Sachen und das Zelt getrocknet bevor es 2 Stunden später wieder heftig zu regnen anfing. Das Shelter war jetzt schon übervoll und sehr viele Zelte standen.  


AT 8.4.2019 Tag 18

Derrick Knob Shelter 189.8 M-Silers Bald Shelter 195.5 M 

Der Weg war heute wieder komplett mit Schlamm bedeckt und es war extrem kraftaufwändig zu gehen da man permanent im Matsch gerutscht ist. Kurz nach dem Start hat es auch schon wieder heftig angefangen zu regnen. Ich bin daher nur ins nächste Shelter gegangen um meine Sachen für morgen zu trocknen. Permanent kamen weitere Hiker die jedoch weitergehen wollten. Es war jedoch ohne Pause am schütten, bis spät abends und ich war sehr froh darüber nicht weiter gegangen zu sein. Später kam noch eine Wandergruppe mit jungen Mädels und den Lehrern dazu. Im Shelter haben wir 2x eine Maus gesehen. Das Dach ist jedoch dicht. 


AT 9.4.2019 Tag 19

Silers Bald Shelter 195.5 M-Clingmans Dome 200.1 M

No Rain, no Maine Part 2. Die ganze Nacht über hatte es wieder heftigst geregnet. Die Wege waren dementsprechend überflutet. Nach 5 Meilen gab es am Clingmans Dome ein kostenloses Shuttle nach Gatlinburg, laut den Infos sollte dieses erst in Newfound Gap einige Meilen später fahren. Das Shuttle fuhr jedoch beide Stationen an und in Newfound Gap gab es einige kostenlose Snacks und Getränke für uns. Ich bin dann in das Motel 6 und habe mir dort mit einem anderen Wanderer aus dem Shuttle ein Zimmer geteilt. In der Stadt habe ich meine Vorräte für die nächsten 6 Tage aufgefüllt und Wäsche gewaschen, da alles komplett mit Schlamm beschmutzt war und ich nichts sauberes und trockenes mehr hatte. Die Preise für die Lebensmittel sind hier um einiges teurer jedoch gibt es keine Alternative. Morgen früh um 8 Uhr fährt uns das Shuttle wieder kostenlos zurück. 


AT 10.4.2019 Tag 20

Newfound Gap 207.7 M-Tri-Corner Knob Shelter 223.4 M 

Heute Morgen bin ich um 7 Uhr zum General Store und habe mir ein Frühstückssandwich geholt. Gegenüber sollte um 8 Uhr das Shuttle abfahren. Es kamen immer mehr Hiker aber das Shuttle kam nicht. Erst gegen 8.45 Uhr sind wir mit 14 Leuten im Shuttle welches für 10 Personen ausgelegt war losgefahren. Gegen Mittag bin ich im vollen Gehtempo gegen einen Baumstamm mit dem Kopf gelaufen der schräg über dem Pfad gestanden hatte. Ich hatte meine Mütze an und kurz auf mein Hdy geschaut und den Baum überhaupt nicht gesehen und dann BÄM. Zum Glück war der Stamm glatt und hatte keine Knubbel. Die Wasserquelle am Shelter war diesmal nur 10 Fuß vom Camp entfernt was für das Nachfüllen vom Wasser natürlich sehr angenehm war. 


AT 11.4.2019 Tag 21

Tri-Corner Knob Shelter 223.4 M-Standing Bear Farm 240.6 M

Heute gab es die letzten Aussichtspunkte im Smokey Mountain Park zu sehen bevor es dann von 6300 Fuß auf 1600 Fuß über 10 Meilen nur noch hinunter ging. Kurz vor verlassen des Parkes war dann noch eine riesige Klapperschlange auf dem Weg die ein Tier am verspeisen war. Also müsste man warten bis sich diese vom Weg entfernt hatte um dann vorsichtig vorbei zu gehen ohne gebissen zu werden. Es wurde dann auch immer heißer und heißer. Die Sonne prallte ordentlich auf den Kopf und so oft es ging tauchte ich meine Mütze zur Kühlung ins Wasser. Ca. 1 Meile vor der Standing Bear Farm gab es wieder einmal Trailmagic. Es gab Hot Dogs, Coca Cola und Gatorade und für alle ein kleines Snack Paket. Einfach herrlich ein kühles Getränk bei dieser Hitze. In der Standing Bear Farm nahm ich mir ein Bunk Bed für 20.-$. Gegen Abend kamen noch einige Hiker dazu. 


AT 12.4.2019 Tag 22

Standing Bear Farm 240.6 M-Roaring Fork Shelter 257.0 M 

Heute ging es erst einmal 3000 Fuß nach oben über eine Distanz von 5 Meilen. Danach folgten einige kurze aber heftige Auf- und Abstiege. Zwischendurch regnete es eine knappe Stunde und der Poncho war angesagt. Mit Poncho im Regen sehr steile Berge zu erklimmen ist enorm anstrengend und macht nicht wirklich Spaß! Kurz vor dem Shelter erreichten wir Max Patch von wo man aus eine tolle Aussicht über die gesamte Landschaft hatte. Heute baute ich im Shelter wieder mein Zelt wie viele andere auf. Das Wetter ist gut und man hat darin seine Ruhe. Es sind nun viele Hiker-Gruppen unterwegs die sich seit dem Start gebildet haben. Hauptsächlich junge Leute um die 20-23 Jahre. Das heißt die Leute unterhalten sich ausschließlich mit anderen in der Gruppe. Ein normales Hallo zu anderen Wanderern ist da schon eine Seltenheit. Auf dem Jakobsweg war die Gemeinschaft deutlich besser und man kam mit viel mehr Leuten auch unterschiedlicher Nationalitäten in den Herbergen oder auf dem Weg ins Gespräch. Auf dem AT sind ca. 90% nur Amerikaner unterwegs.


AT 13.4.2019 Tag 23

Roaring Fork Shelter 257.0 M-Hot Springs NC 274.9 M

Bereits um 6.00 Uhr früh sind die ersten aufgebrochen. Ich startete um 7.30 Uhr um die knapp 18 Meilen nach Hot Springs bis Nachmittag zu schaffen. Das Wetter war recht angenehm zu gehen. Ab und zu regnete es mal kurz. Nach einem Aufstieg ging es dann die letzten 7 Meilen nur noch Bergab was für die Fußballen über Stunden recht unangenehm ist. Gegen 15.00 Uhr erreichte ich das Hostel. Für ein Bunk Bed bezahlte ich 20.-$ und für die Wäsche 5.-$. In Hot Springs habe ich mir dann erstmal einen Burger gegönnt und später im Dollar General meine Vorräte aufgefüllt. 


AT 14.4.2019 Tag 24

Hot Springs NC 274.9 M

Heute ist ein Zero Day. Ich habe noch ein Paket auf der Post liegen was ich weiter senden muss und diese macht erst morgen um 9.00 Uhr auf. Samstag hatte die Post bereits um 10.30 Uhr geschlossen. Heute ist Sonntag. Außerdem regnete es heute den ganzen Tag. Der General Store und der Outfitter haben jedoch normal geöffnet. Im Outfitter habe ich mir neue Schnürsenkel gekauft da meine verschlissen waren. 


AT 15.4.2019 Tag 25

Hot Springs NC 274.9 M-Spring Mountain Shelter 285.8 M 

Um 8.00 Uhr bin ich ins Diner zum frühstücken gegangen. Es gab Pancakes mit Bacon und Spiegelei. Danach bin ich zur Post und habe mein Paket nach Elk Park weitergesendet und bin um 9.45 Uhr gestartet. Heute war es zwar sonnig aber es war extrem windig und kalt. Entweder war es in der Sonne brutal warm oder es gab eine kurze Wolke und es war eiskalt. Gegen 14.00 Uhr bin ich angekommen. Im Shelter war Platz für 5 Personen. Ich habe mir dort einen Platz gesichert und wollte nicht wegen dem Wind das Zelt aufbauen. Neben dem Shelter war noch ein Campingplatz wo recht viele ihr Zelt aufgeschlagen hatten. 


AT 16.4.2019 Tag 26

Spring Mountain Shelter 285.8 M-Jerry Cabin Shelter 301.8 M

Die Nacht habe ich sehr schlecht geschlafen. Kleine Mäuse haben mit der Plastikplane neben dem Shelter gespielt, sind an den Holzbalken im Shelter entlanggelaufen und haben Nüsse auf dem Metalldach hin und her gerollt. Der Wind war auch recht stark im Shelter. Die ersten 6 Meilen gingen extrem schnell vorbei und ich hatte eine gute Pace. Dann ging es jedoch steil bergauf und es wurde wieder sehr anstrengend. Morgens ist der Rucksack noch leicht, aber je später es wird umso schwerer fühlt er sich an. 3 Meilen vor dem Shelter ging es dann über riesige Felsblöcke hoch und runter war sehr viel Zeit kostete und körperlich extrem anstrengend war. Kurz vor dem Shelter stand dann ein verlassener Jeep auf dem Weg, der maximal 2-3 Tage dort steht. Wie er da hingekommen ist weiß niemand. Um 15.30 Uhr erreichte ich das Shelter und baute mein Zelt auf. 


AT 17.4.2019 Tag 27

Jerry Cabin Shelter 301.8 M-Low Gap Campsite 323.4 M 

Als ich beim Frühstücken war ist erstmal eine Wanderin aus einer Gruppe beim gehen umgefallen und hat sich übergeben. Da ist ein Novo Virus im Gange in dieser Gruppe. Das Wetter war heute sehr schön und sehr angenehm. Nach einigen anstrengenden Passagen überquerte ich eine Straße. Dort war ein Schild für ein Hostel angebracht wo es kühle Getränke gibt. Also bin ich 150 Fuß zum Hostel und gönnte mir eine Cola, Gatorade und Schokolade. Danach ging es sehr steil bergauf und die zugenommenen Kalorien wurden direkt wieder komplett verbrannt. Am Shelter angekommen füllte ich mein Wasser auf um noch weiter gehen zu können. Die Wasserstelle war hier jedoch gut 600 Fuß weit entfernt. Nach einen Tortilla mit Salami und Thunfisch ging es weiter. Am Sams Gap gab es wieder Trailmagic. Ein ehemaliger Hiker verteilte kostenlos diverse kühle Getränke und Süßigkeiten. Nach einer Pause ging es dann die letzten anstrengenden 3.5 Meilen zum Campingplatz, den ich um 18.00 Uhr erreichte, jedoch der einzige Hiker war. Nach dem Abendessen habe ich das Bear Bag aufgehangen. Die Suche nach einem geeigneten Baum gestaltete sich jedoch sehr schwierig. 


AT 18.4.2019 Tag 28

Low Gap Campsite 323.4 M-Erwin 344.2 M 

Gestern Abend hat meine Powerbank nicht mehr funktioniert. Meine Uhr war auch leer und auch meine Kopflampe musste aufgeladen werden. Also suchte ich auf der Karte die nächste Möglichkeit um in eine Stadt zu gelangen. Diese war nach 12 Meilen. Dort fragte ich ein Ehepaar auf dem Parkplatz ob sie mich nach Erwin fahren könnten. Sie fuhren mich direkt zum Walmart, wo ich auch mein monatliches Handy Guthaben aufladen musste und für die nächsten Tage Lebensmittel einkaufte. Nach dem erledigten Einkauf fragte ich eine Frau ob sie mich zum Hostel fahren konnte. Dies war circa 15 Meilen entfernt und sie setzte mich direkt vor der Tür ab. Also wieder einmal ein perfektes Timing. Im Hostel angekommen war es wie immer. Die Leute sitzen einzeln für sich in der Ecke, eine Kommunikation oder ein Austausch findet nicht oder nur sehr spärlich statt. Instagram, Netflix und co. sind immer die Nummer eins wenn es ein einigermaßen vernünftiges WLAN oder Handy Signal gibt. Ich habe hier mein Zelt aufgeschlagen und überlege ob ich morgen eventuell noch hierbleibe. Dies hängt vom Wetter ab und ob meine Powerbank noch funktioniert.


AT 19.4.2019 Tag 29

Erwin 344.2 M

Die ganze Nacht hatte es extrem stark geregnet und es hörte nicht auf. Direkt als erstes schaute ich nach meiner Powerbank. Diese hatte aber nicht mehr geladen obwohl sie 15 Stunden am Strom hing. Also war diese definitiv kaputt. Vielen Dank nochmals an Anker für dieses tolle herausragende Produkt was gerade einmal nach 30 Tagen und ungefähr fünf mal aufladen seinen Geist aufgegeben hat. In der Hiker Box habe ich dann noch eine Regenjacke in meiner Größe gefunden in Neon-Gelb. Was für ein Zufall. Also bin ich morgens mit dem Shuttle um 8:30 Uhr in die Stadt gefahren und habe mir dort im Welgreens drei Powerbanks mit jeweils 4000 mha gekauft damit ich die selbe Kapazität habe. Der Regen war zwischenzeitlich so stark geworden das ganze Straßen überflutet waren. Mein Zelt stand ja noch auf der Wiese und ich entschloss mich daher mittags dieses abzubauen und die Nacht im Hostel im Bunk Bed zu schlafen. In diesem Regen wollte ich auf keinen Fall los gehen, da es in der Nacht bis auf 0° kalt werden sollte.  Außerdem waren ja noch die Powerbanks am Strom und mussten geladen werden. Den ganzen Tag regnete es über bis circa 18:00 Uhr. Der neben dem Hostel liegende Fluss war zu einem reißenden Strom angeschwollen. Nachmittags sind wir mit dem Shuttle noch zum Pizza essen gefahren. Abends habe ich mir dann mit meinem Kocher ein Gericht zubereitet.


AT 20.4.2019 Tag 30

Erwin 344.2 M-Curley Maple Gap Shelter 348.5 M

Heute Morgen war es immer noch am regnen. Nach einem Kaffee und zwei Muffins wollte ich wenigstens zum ersten Shelter in 4.5 Meilen gehen. Der Weg war mit Wasser überflutet und man wusste zum Teil gar nicht ob es der Fluß oder der Weg war. Nach einem ziemlich steilen Anstieg bin ich bereits um 10.30 Uhr am Shelter mit Platz für 14 Personen angekommen. Das nächste Shelter war 13 Meilen entfernt und hatte nur eine Kapazität von 6 Personen, was bedeutet das dieses definitiv voll sein würde. Und mit nassen Zelt im Regen Zelten bei der Kälte machte für mich keinen Sinn. Also lieber morgen weiter gehen. Das Wetter sollte auch besser werden. Gegen Nachmittag sind dann noch weitere Hiker im Shelter eingetroffen. 


AT 21.4.2019 Tag 31 

Curley Maple Gap Shelter 348.5 M-Clyde Smith Shelter 370.4 M

Auch heute Morgen war es noch leicht am Regnen. Die Stimmung war dementsprechend schlecht. Ich habe dann meinen Fleecepulli und die Neon Regenjacke angezogen. Die Wege waren wieder extrem aufgeweicht und rutschig. Nach ein paar Meilen auf 5000 Fuß lag plötzlich Schnee auf dem Boden, die Bäume waren mit Frost und Schnee bedeckt. Alle paar Meter sind einige Eisbroken von den Bäumen auf einen nieder gerieselt. Ich war froh das ich die Jacke anhatte. Dann wurde es immer kälter und der Schnee wurde immer mehr. Nach einem offenen Feld das ich passierte, konnte ich die weißen Markierungen vom Weg nicht mehr finden. Zuerst lief ich falsch, dann schaute ich auf der Karte und folgte der Straße die nach 300 m dem Weg kreuzte. Also ging es zurück auf denn Trail. Auf den 13 Meilen bis zum ersten Shelter machte ich keine Pause da es keine Möglichkeit gab sich trocken hinzusetzen. Zudem wäre ich sofort ausgekühlt. Nach etwas über 5 Stunden erreichte ich das Shelter. Hier gab es erstmal eine Pause und etwas Nahrung. Kurz nach dem Shelter traf ich zwei Jungs mit Trailmagic. Sie hatten McDonalds Cheeseburger und einige Snacks für mich. Kurz vor dem nächsten Shelter 8 Meilen später sollte ein Hostel sein. Ich folgte den Markierungen mit Smiley und roten Pfeilen knapp 1.5 Meilen vergeblich Berg runter und musste den ganzen Weg wieder zurück. Unten gab es nur verfallene Gebäude und keine Markierungen mehr. Der Spaß kostete mich 45 min, ordentlich Energie und ich regte mich ordentlich auf. Nach weiteren 3 Meilen erreichte ich das Shelter um 18.30 Uhr. Zwei Paare waren bereits da. Also schnell die nassen Klamotten ausgezogen, aufgehangen und was gegessen. 


AT 22.4.2019 Tag 32

Clyde Smith Shelter 370.4 M-Overmountain Shelter 386.0 M

Es gibt doch nichts schöneres als morgens in seine nassen und kalten Wanderschuhe und Hose zu schlüpfen. Trotz Sonnenschein waren die Wege immer noch mit Schlamm und Eiskaltem Wasser bedeckt. Nach ca. 45 min waren die Füße langsam auf Betriebstemperatur. Im Wald habe ich dann zwei Rehe gesehen. Die ersten 7 Meilen und knapp 3 Stunden 30 min ging es nur steil bergauf, dann war der Gipfel mit 6186 Fuß erreicht. Die letzten 2 Meilen zum Gipfel ging es wieder durch Schnee und erhebliche Wasserlachen auf den Wegen. 1000 Fuß unterhalb war dann wieder T-Shirt Wetter angesagt. Um 15 Uhr erreichte ich das Shelter und baute mein Zelt zum trocknen auf. Bereits wenige Minuten danach könnte ich meine Sachen einräumen. 


AT 23.4.2019 Tag 33

Overmountain Shelter 386.0 M-Elk Park NC 395.2 M

Zunächst einmal ging es den Hump Mountain hinauf. Ab dort ging es die nächsten 6 Meilen nur noch bergab. Um 11 Uhr erreichte ich die Straße. Hier wartete ich vergeblich 1 Stunde um per Anhalter in die 3 Meilen entfernte Stadt Elk Park zu gelangen. Alle Autos fuhren weiter, niemand hielt an. Leider war auch das Handynetz hier mal wieder nicht vorhanden. Dann traf die Ehefrau eines Hikers ein, mit dem ich Abends im Shelter ausgemacht hatte, dass er mich in die Stadt fahren würde. Also fuhr sie mich in die Stadt und ließ mich an der Poststation raus. Es war jetzt 12:15 Uhr und die Post hatte bis 12:30 Uhr geöffnet. Also öffnete ich schnellstmöglich mein Paket und entnahm die benötigten Gegenstände und schickt das Paket dann ca. 300 Meilen weiter. Da das Paket immer leichter wird wird es auch immer günstiger. Von ursprünglich 19 $ bin ich jetzt bei 13 $ angelangt. Danach ging es in den General Dollar um einige Lebensmittel einzukaufen. Leider waren alle benötigten Sachen komplett ausverkauft und so fuhr ich mit Anhalter bis zum Mountain Harbor Hostel weiter. Hier war alles sehr schön eingerichtet. Die Betten hatten Decken und Kissen und es gab Handtücher. Ich nahm mir ein Bunk Bed für 25 $ und 1 $ für die Wäsche. Ich kaufte einige Lebensmittel für die nächsten 4 Tage ein. Abends öffnete noch der Food Truck im Hof und ich gönnte mir zwei double cheese Burger. 


AT 24.4.2019 Tag 34

Elk Park NC 395.2 M-Moreland Gap Shelter 413.6 M

Heute Morgen gab es ein schönes Frühstücksbuffet im Hostel. Mit vollem Magen ging es dann los. Zunächst gab es einen Anstieg zu einem tollen Wasserfall wo ich eine kurze Pause machte. Die restliche Strecke bis zum Shelter war recht angenehm trotz der hohen Temperatur. An den zahlreichen Wasserquellen machte ich jeweils kurz Pause um mein Wasser immer wieder aufzufüllen. Trinken ist sehr wichtig denn man schwitzt schon extrem Stark. Zwischendurch sah ich noch eine dünne Schlange auf dem Weg. Um ca. 17 Uhr erreichte ich das Shelter. 


AT 25.4.2019 Tag 35

Moreland Gap Shelter 413.6 M-Hampton Shook Branch 428.5 M

Heute war der bis dahin Landschaftlich schönste Tag. Es ging an Flüssen entlang und durch sehr schöne Felsformationen. Der Abstieg zum bisher größten Wasserfall war sehr steil. Hier machte ich eine Pause. Danach ging es aber knapp 3 Stunden nur Steil bergauf auf. 3 Meilen mit über 2000 Fuß Höhe. Vergleichen kann man dies mit dem Traumpfade Burg Eltz. Hier stellt man sich einfach vor das man den steilen Berg 3 Stunden am Stück hinauf geht unter strahlend heißer Sonne und einem Rucksack mit 16-17kg Gewicht. Es ist einfach unglaublich Anstrengend und man schwitzt einfach extrem. Unter meiner Schirmmütze tropft es nur so hinunter. Auf der spitze angekommen fühlte ich mein Wasser an einer Quelle auf und machte eine kurze Pause. Nun ging es  den gleichen Berg auf der anderen Seite genau so steil hinunter. Am Hostel angekommen waren leider alle Bunk Beds bereits belegt so das ich mein Zelt aufschlagen musste. Um 18:00 Uhr fuhr das Shuttle in die Stadt. Setzt uns jedoch nicht ab sondern wartete, das hieß dass wir im Subway Essen bestellten und dies im Auto essen mussten, da das Shuttle nach dem Subway noch zum Dollar General gefahren ist. Ziemlich unorganisiert diesmal. 


AT 26.4.2019 Tag 36

Hampton Shook Branch 428.5 M-Vandeveter Shelter 437.6 M

Heute Morgen hatte es bereits geregnet. Zum Glück konnte ich in einer regen Pause das Zelt abbauen. Nach dem Frühstück bin ich dann mit dem Poncho losgegangen. Bereits nach wenigen Minuten hat es heftigst angefangen zu regnen. Nach kurzer Zeit stand das Wasser in meinen Schuhen gut 2 cm hoch,  die Klamotten waren komplett nass und es gab leider keine Möglichkeit eine Pause zu machen. Um 13:00 Uhr bin ich dann im Shelter eingetroffen. Da es immer noch heftig am regnen war und das nächste Shelter auch nur Platz für sechs Personen hatte blieb ich hier. Meine Sachen habe ich zum Trocknen im Shelter aufgehangen. Zum aufwärmen ging es dann direkt in den Schlafsack. 


AT 27.4.2019 Tag 37

Vandeveter Shelter 437.6 M-Abingdon Gap Shelter 460.4 M

Am Morgen war meine im Shelter mit Wäscheleine aufgehangene Kleidung zum Glück getrocknet und es hatte aufgehört zu regnen. Trotz Sonne gab es jedoch einen sehr kühlen Wind. 4 Meilen vor dem Ziel gab es eine wirklich tolle Trailmagic mit Hamburgern, Softdrinks, Bananen uvm. Ich verdrückte zwei Hamburger, Cola, Donut, Mountain Dew und zwei Gatorade bevor es weiter ging. Gegen 18 Uhr erreichte ich das Shelter und war der einzige der im Shelter blieb. Einige hatten ihre Zelte aufgebaut. 


AT 28.4.2019 Tag 38

Abingdon Gap Shelter 460.4 M-Damascus 470.3 M

Ich war froh die Nacht im Shelter übernachtet zu haben denn es hatte Abends nochmals angefangen zu Regnen und es stürmte extrem stark. Das Shelter war jedoch sehr gut vom Wind abgeschottet. Um 10.30 Uhr erreichte ich Damascus und ging als erstes mit zwei anderen Wanderern in ein Diner frühstücken. Danach bin ich ins Hostel und machte als erstes Wäsche, denn diese war wirklich schmutzig und stank nach Rauch vom Lagerfeuer im Shelter Dann ging es in den Dollar General um Verpflegung für die nächsten Tage zu kaufen. 


AT 29.4.2019 Tag 39

Bland 591.7 M-Dismal Falls Campsite 612.2 M

Ich bin von Damascus mit dem Shuttle nach Bland gefahren und möchte die knapp 100 Meilen in 14 Tagen dann wandern, wenn die Trail days in Damascus sind. Außerdem ist derzeit hier auch wieder eine Norovirus Welle und ich hab keine Lust krank zu werden. Nachdem ich in Bland mein Paket weitergesendet hatte ging es auf den Trail. Zunächst ging es mal etwas auf der Straße entlang bis der Weg wieder in den Wald abbog. Das Wetter war angenehm und sonnig. Mittags ging es dann über eine Holz Hängebrücke die sehr stark gewackelt hatte als ich diese überquerte. Kurz danach bin ich dann zur 500 Fuß entfernten Tankstelle gegangen, habe mir einige kalte Getränke gegönnt und eine Finale Pause gemacht. Danach ging es zum Wasserfall, wo bereits einige Hiker Ihre Zelte aufgebaut hatten. Ich bin noch etwas weiter gegangen und habe mein Zelt an einem kleinen Zeltplatz aufgebaut. 


AT 30.4.2019 Tag 40

Dismal Falls Campsite 612.2 M-Pearisburg 635.9 M

Heute Morgen gab es ein Pop-Tart zum Frühstück. Mittags habe ich im Woods Hole Hostel ca. 500 Fuß vom Weg abseits eine Pause gemacht. Zwei Softdrinks und eine Tortilla zur Stärkung verputzt und danach ging es weiter. Heute war der Weg recht steinig und man musste besonders aufpassen wo man seine Füße hinsetzt. Auf dem Foto neben dem Baumstamm ist eine schwarze Schlange zu sehen. Gegen Nachmittag erreichte ich Pearisburg. Per Anhalter bin ich zu Wendy’s und danach zu Walmart. Dann per Anhalter zu einem kleinen Hostel wo ich mein Zelt auf der Wiese aufgebaut habe. 


AT 1.5.2019 Tag 41

Pearisburg 635.9 M-Green Valley Farm

Das Hostel hatte mich am AT abgesetzt. Heute Morgen bin ich bereits recht unmotiviert aufgebrochen. Die letzten Tage hat mir das Wandern keinen Spaß mehr gemacht. Das permanente alleine Wandern seit knapp 40 Tagen und die fehlende Kommunikation mit anderen Hikern kommt hinzu. Der Rucksack war heute gefühlt besonders schwer. Es war zudem recht heiß und der Weg ging steil nach oben. Da es wenige Wasserquellen gab hatte ich einen Liter Wasser in Reserve im Rucksack. Nach gut 16 Meilen bin ich dann den Ground Hog Trail abgebogen und nach ca. 2 Meilen an einer Farm angekommen. Auf der Ladefläche vom Truck bin ich dann bis zur nächsten Tankstelle mitgefahren und von dort in die Stadt Rich Creek getrampt. Hier habe ich mich vom gleichen Hostel in Pearisburg abholen lassen und nochmals mein Zelt aufgeschlagen. Morgen früh werde ich mit dem Shuttle nach Daleville fahren, mein Paket bei der Post abholen und mir ein Hotel nehmen. 


AT 2.5.2019

DAS ENDE

Ich habe mich dazu entschlossen meine Wanderung hier abzubrechen und nach Deutschland zurückkehren. Die Erfahrungen u.a mit der Mentalität der Amerikanischen Hiker auf dem AT waren größtenteils negativ und eine Änderung ist für mich nicht in Sicht. Auch das die Hostel Betreiber und alle Beteiligten Unternehmen fast nur darauf aus sind möglichst viel Geld zu machen hat mich verärgert. So wird für ein einfaches Bunk Bed bis zu 35$ verlangt, natürlich ohne Bettwäsche oder Handtuch und das Zelten auf der Wiese kostet mal eben 15-20$. Für das Frühstück im Hostel werden bis zu 18$ verlangt. Shuttle Fahrten werden mit bis zu 3$ pro Meile berechnet und Wäsche waschen kostet zwischen 5-10$. Lebensmittel die in den kleinen Läden für die Wanderer angeboten werden kosten zum Teil das 3-4 fache von dem im Supermarkt. So werden z.b einfache Instant Nudeln die 25 Cent kosten für bis zu 2$ verkauft, natürlich plus Tax. Das alles kostet in Spanien und Portugal nur einen Bruchteil! Unter all diesen Gesichtspunkten die restlichen 1600 Meilen weiterzuwandern, macht daher für mich keinen Sinn. Natürlich bin ich am meisten darüber enttäuscht, das es nicht ähnlich schöne Begegnungen mit anderen Hikern, wie auf den zahlreichen Jakobswegen gegeben hat, wo echte Freundschaften die bis heute anhalten entstanden sind. 

 

Zum Glück gibt es aber noch einige Touren innerhalb von Europa, die es zu wandern oder mit dem Rad zu erkunden gibt. 

 

Bis dahin. Euer Marcel. 

Kommentare: 1
  • #1

    rekalt@t-online.de (Donnerstag, 09 Mai 2019 23:24)

    Hallo Marcel,
    da habe ich mich darauf gefreut einen schönen Blog über den AT zu lesen,zumal du auch noch am gleichen Tag wie meine Frau und ich vor 4 Jahren mit dem Trail angefangen hast.Nachdem wir Deine km-Leistungen auf dem Camino gesehen haben dachten wir der Typ rennt durch.Du hattest aber auch fürchterliches Pech mit dem Wetter. Wir haben vor 4 Jahren in 154 Wandertagen kein einziges mal das Zelt im Regen abgebaut.Das mit der Smartphoneverkriecherei gibt es bei uns auf den Alpenhütten ja auch...seis drum..Superteure Ramennudeln und Thunfisch gab es damals auch schon ,wird wohl immer schlimmer.Dass Nadia und Christian die wir auch kennengelernt haben, auch aufgegeben haben kann ich nachvollziehen, die hatten aber einen anderen Erlebnisschwerpunkt. Wir haben nach 4 Jahren immer noch Kontakt zu einigen Hikern den wir gerne pflegen.Du bist einfach im falschen Jahr gestartet,mehr nicht. Behalte den AT im Hinterkopf, denn für uns war es DAS Erlebnis unseres Wanderlebens.
    Es grüßen Dich Hänsel und Gretel. AT true-hike 2015