Via Podiensis

Beginnend in Le Puy-en-Velay, in der Region Auvergne, führt die Via Podiensis über gut 750 km durch Frankreich, bis nach Saint-Jean-Pied-de-Port.  

 

Für die Via Podiensis empfehle ich die App von Wise Pilgrims „Via Podiensis" fürs iPhone. Eine hervorragende App, die ich übrigens von allen Jakobswegen von diesem Anbieter habe. Wer nicht auf das Hardcover als Buch verzichten möchte empfehle ich das Outdoor Buch Frankreich: Jakobsweg Via Podiensis vom Conrad Stein Verlag. Hier stehen auch Streckenverläufe als GPS-Tracks kostenlos zur Verfügung. 


Via Podiensis

von Le Puy-en-Velay

nach Santiago de Compostela

Start 10.7.2021

Übersichtskarte Conrad Stein Verlag


11.7.2021 Anreise

Um 8.40 Uhr bin ich von Frankfurt Flughafen nach Lyon geflogen. Der Flug dauerte lediglich 55 Minuten. Vom Flughafen ging es dann in 30 Minuten mit dem Rhonexpress Zug zum Bahnhof nach Lyon. Mit dem Zug der SNCF von Lyon nach Saint-Étienne Châteaucreux, dort nochmals umsteigen und dann bis Le Puy-en-Velay. Um 14.30 Uhr bin ich dann in der Herberge eingetroffen die ich mir über Booking.com. gebucht hatte. Nach dem einchecken bin ich dann noch ein wenig durch die Stadt gegangen und habe mir ein Sandwich zum Essen geholt.  


12.7.2021 Tag 1. Le Puy-en-Velay-Monistol-d`Allier 30.5 km GPS + 900 Höhenmeter

Heute Morgen gab es um 7:00 Uhr Frühstück. Danach bin ich direkt gestartet. Das Wetter war zwar etwas bewölkt, aber von der Temperatur sehr angenehm zum wandern. Die ersten 15 km traf ich keine anderen Pilger, trotz der Tatsache dass gestern alleine in meinem Zug bis Le Puy knapp 40 Leute mit Rucksack mitgefahren sind. In Saint-Privat-d`Allier hatte ich zunächst überlegt zu übernachten, da es aber erst 13:00 Uhr war machte dies wenig Sinn. Die meisten Herbergen öffnen frühestens um 15 bis 16:00 Uhr. Ein Baguette mit Schinken oder Tomaten gab es leider nicht. Die Bäckerei hatte lediglich noch zwei Eclair und eine Dose Cola. Obwohl man dies auf dem Höhenprofil nicht so deutlich sehen kann hatte die heutige Etappe gefühlt starke Auf- und Abstiege. Morgen früh werde ich mit Sicherheit heftigen Muskelkater in den Oberschenkeln von den Abstiegen haben. Die Wege waren Geröllartig mit vielen dicken Steinen gesählt, welches gerade in Trail Running Schuhen ein sehr konzentriertes gehen abverlangt, da man sonst sehr leicht umknicken kann. In Monistol-d`Allier angekommen waren leider alle Pilgerherbergen voll, dies lag vor allem an den zahlreichen Party Pilgern, die mit dem Gepäckservice arbeiten. D.h. tagsüber wird mit einem Rucksack gewandert, das Gepäck und die zahlreichen Kleidungsstücke werden mal wieder ähnlich wie in Spanien und Portugal transportiert. Über Booking.com konnte ich dann noch das letzte Bett in einem Vierer Zimmer buchen, welches 35 € gekostet hat. Um 17 Uhr sind dann in meiner Unterkunft knapp 25 Wanderer nacheinander eingetroffen, welche alle den Transportservice genutzt haben.


13.7.2021 Tag 2. Monistol-d`Allier-Domaine du Sauvage 35 km GPS + 1.300 Höhenmeter

Nach dem sehr kargen Frühstück startete ich noch recht hungrig in die heutige Etappe. Da es gestern Abend die ganze Nacht stark geregnet hatte waren die Wege recht rutschig. Der Himmel war den ganzen Tag über stark bewölkt und ab Mittags war es durchgehend am  regnen. Zudem war es heute sehr windig. Alle paar Kilometer sind für die Pilger extra Toilettenhäuser aufgestellt, die mit einem autarken Kompostsystem arbeiten. Heute hatte ich Glück und kam an einem Supermarkt vorbei, in dem ich Schokolade und Riegel als Verpflegung kaufen konnte. Als ich dann nach 7 Stunden Gehzeit in Domain du Sauvage angekommen bin und nach einem freien Schlafplatz fragte wurde dies natürlich wieder einmal verneint. Alles sei komplett ausgebucht. Englisch möchte eh keiner in Frankreich sprechen. Das erste was die Menschen hier sagen ist das sie kein Englisch sprechen, damit ist das Gespräch beendet. Hilfsbereit war bisher niemand. Mit der Apple Übersetzer App machte ich klar das ich schon 35 km gelaufen bin, bisher keine Herberge frei war und ich für heute Nacht einen Schlafplatz brauche. Wiederwillig fragte die Mitarbeiterin der Herberge noch bei 2 anderen Herbergen an ob noch ein Platz frei sei, aber auch diese waren komplett belegt oder zumindestens reserviert. 12 km entfernt gab es den Ort Saint-Alban-sur-Limagnole welche auch über einen kleinen Bahnhof verfügt. Also bestellte sie ein Shuttle für mich. Es kam dann ein älterer Mann mit einem noch älteren Lieferwagen. Das einzigste positive was zu erwähnen ist dass der Fahrer mir einen Schlafplatz in einer Herberge buchte. Für die 12 km lange Fahrt verlangte er dreiste 45 €. Kurz vor dem einsteigen sind noch zwei Frauen mitgefahren. Ich musste dann mit einer Frau hinten in den Laderaum rein. Nachdem der Inhaber der Herberge den Fahrer darauf aufmerksam gemacht hatte das 45 € unverschämt seien haben wir zu dritt jeweils 30 € gezahlt (komplett 90 € für 12 km). Die Gite Andres Nous war jedoch toll. Der Inhaber war super freundlich und hilfsbereit und konnte deutsch und englisch sprechen. Aufgrund der Problematik mit den nicht vorhandenen Schlafplätzen versuchen wir mehrere Herbergen zu kontaktieren um für den nächsten und übernächsten Tag einen Schlafplatz für mich zu finden. Insgesamt telefonierten wir 15 Herbergen ab, welche allesamt belegt waren. Wenn dann ein Platz vorhanden ist wird für ein Bett in einem Raum mit 8 Pilgern über 100 € verlangt. Auch bei Booking.com finden sich diese irrsinnigen Preise. Eine Frau aus Frankreich in der Herberge hatte noch ein französisches Buch, in der noch eine weitere Herberge aufgelistet war. Sie kontaktierte die Herberge für mich und ich konnte noch einen Schlafplatz mit Abendessen ergattern.


14.7.2021 Tag 3. Saint-Alban-sur-Limagnole -Aumont-Aubrac 22 km GPS + 700 Höhenmeter

Heute Morgen war es bereits wieder strömend am regnen. Als ich aus der Herberge hinaus bin und auf den Weg traf, war ich jedoch unkonzentriert und schaute nicht richtig auf die Karte. Und wie es kommen musste bemerkte ich noch 3 km dass ich in die falsche Richtung gegangen bin, also noch mal umgedreht und insgesamt 6 km warm gelaufen. Bis nach Aumont-Aubrac war es leider durchgehend heftig am regnen. In dem Dorf angekommen holte mich die Inhaberin der Herberge mit dem Auto ab, da die Herberge circa 3 km außerhalb liegt. Hier sind auf einer großen Wiese zwei riesige Blockhäuser aufgebaut in welcher jeweils fünf Pilger übernachten können. Für morgen konnte ich über Booking.com eine Herberge buchen. 


15.7.2021 Tag 4. Aumont-Aubrac-Aubrac 36 km GPS + 900 Höhenmeter

Heute Morgen wurde Alex, der mit mir in der Unterkunft zusammen übernachtet hatte, zur Stadt gefahren und dort abgesetzt. Es regnete bereits jetzt schon wieder heftig. Nachdem ich am Geldautomat Bargeld abgehoben hatte, bin ich dann gestartet. Nach 2 km traf ich wieder auf Alex und wir sind zusammen weitergelaufen. Der Regen lies nach und der Himmel klarte auf. Die ersten Sonnenstrahlen kamen durch die Wolkendecke. Die Landschaft ist wirklich sehr schön. Es ist die ideale Jahreszeit für diese Region, denn alles ist schön grün. Nach einigen Kilometern trafen wir dann auch wieder auf die Französin, die mit dem Wagen und den zwei Hunden unterwegs ist. Vorgestern hatte sie ja mit mir zusammen im Zimmer übernachtet. Das Kilometerlange Wandern über Kuhwiesen ist jedoch für die Füße und Fußgelenke extrem anstrengend. Die Wiesen sind übersäht mit Löchern, in denen sich permanent die Füße und Gelenke verdrehen. Schnelle Kilometer kann man hier keine machen. Um 16 Uhr bin ich dann in der Herberge eingetroffen die ich über Booking.com gebucht hatte. Diese liegt 1 km vom Dorf entfernt. Zum Abendessen bin ich mit einem Franzosen,  der in meinem Zimmer schläft, in ein verrückt gestaltetes Restaurant gegangen. Das Essen war sehr lecker. Es gab aber kein Menü sondern diesmal a la Carte. 


16.7.2021 Tag 5. Aubrac-Espalion 30 km GPS + -1.400 Höhenmeter

Heute Morgen gab es im Tristen Frühstücksraum zwar nur vier Scheiben Brot mit Marmelade, jedoch war das Brot außergewöhnlich lecker und frisch. Das besondere war ein großer Kaffeevollautomat mit frischen Bohnen. Morgens muss einfach ein vernünftiger Kaffee auf den Tisch. Zunächst folgte ein mehrere Kilometer langer Abstieg über wieder sehr anspruchsvolle Geröllwege und ausgewaschene Felsen über die sich die Oberschenkel und Knie besonders freuten. Die Via Podiensis ist bis jetzt nahezu identisch mit dem Camino Primitivo. Durch die dicken Felsen und Steine kann ich mir heute Abend die Faszienmassage der Fußsohle wohl sparen. Neben dem Weg war in einer Scheune eine kleine Kaffeebar aufgebaut, wo man sich für 1,50 € einen Becher Kaffee kaufen konnte. Die Landschaft war wieder außergewöhnlich schön und auch das Wetter spielte heute mal mit. Um 15 Uhr bin ich in der Herberge angekommen. Mein 4er Zimmer befindet sich auf dem dritten Stock. Jede Etage ist mit Pilgern gefüllt. 


17.7.2021 Tag 6. Espalion-Golinhac 28 km GPS + 900 Höhenmeter

Um 7.30 Uhr bin ich nach einem schnellen Frühstück gestartet. Nach 15 km erreichte ich Estaing wo ich mir im Supermarkt etwas zu essen und trinken holte und auf einer Bank am Fluss 30 Minuten Pause machte. Nach Estaing ging es sehr sehr steil auf einer Strecke von 5 km ungefähr   650 Höhenmeter nach oben. Dieses Stück war wirklich extrem anstrengend. Zwischendurch begegneten mir 3 Shuttle Transporte. Oben auf dem Gipfel angekommen traute ich meinen Augen nicht. Da sitzen die Faulen Pilger im großen Transporter und hauen sich genüsslich Baquette und  Getränke in den Bauch. Steigen dann Top Gestylt aus dem Transporter mit Mini Rucksack aus, denn das Gepäck wird natürlich transportiert und gehen dann 4 km bergab in die Herberge. Erzählen aber dann Abends immer von wo aus sie losgewandert sind. 


18.7.2021 Tag 7. Golinhac-Conques 24 km GPS + 600 Höhenmeter

Heute Morgen gab es erst ab 7:30 Uhr Frühstück. Um kurz nach 8 Uhr bin ich dann gestartet. Da es heute wahrscheinlich eh nur bis Conques gehen sollte hatte ich ja genügend Zeit. Ich hatte ja noch keinen Schlafplatz wollte aber zuerst den Campingplatz ansteuern da dieser in der Regel ausreichend Betten zur Verfügung hat. Nach 9 km gönnte ich mir ein leckeres Monster und setze nach kurzer Pause meine Wanderung fort. Bis ich in Conques eingetroffen bin, traf ich unterwegs nur Shuttle Bus Pilger. Heute Nacht schlafe ich in einem kleinen Zelt vom Campingplatz, da die Wohnhäuser alle ausgebucht waren. Um 19 Uhr gibt es Abendessen und ab 7.30 Uhr Frühstück im Restaurant. Es ist eine recht große Anlage welche einen gepflegten Eindruck macht. 


19.7.2021 Tag 8. Conques-Livinhac-le-haut 26 km GPS + 800 Höhenmeter

Die Nacht im Zelt war recht kühl. Ich habe mich jedoch in die Decke eingerollt und konnte dadurch ganz gut schlafen. Um 7:30 Uhr gab es dann ein kleines Schokocroissant und Kaffee im Restaurant des Campingplatzes. Danach ging es extrem steil den Berg hinauf. Hier passierte ich für den heutigen Tag die einzigsten Pilger. Bereits jetzt war es schon sehr warm und es sollten heute über 34° werden. In Noilhac gönnte ich mir eine kurze Pause und eine kalte Coca-Cola zur Erfrischung. Die heutige Etappe verlief über 80 % auf der Straße. Bereits ab 10 Uhr lief ich aufgrund der Hitze mit meinem Sonnenschirm. In Decazeville bog ich dann zur Kirche ab und ging hinein. Dort gab es für die Pilger eine große Tafel mit Lebensmitteln und Getränken, welche kostenlos angeboten wurden. Ich machte in der angenehm kühlen Kirche 30 Minuten Pause und trug mich in das Pilgerbuch ein. Man erhielt zudem einen Stempel und einen Anstecker. Nach der Kirche folgte nochmals ein sehr steiler Anstieg bevor ich in der Herberge eingetroffen bin. Hier ließ ich für drei Euro meine Wäsche waschen. Hier sind 2 ältere Amerikaner, die auch bis nach Santiago gehen wollen. Sie wohnen in der Nähe von Springer Mountain und sind auch schon Teile vom AT Trail gelaufen. Sie tragen ihr gesamtes Gepäck, welches überwiegend aus ultraleicht Marken aus USA stammt selbst. Draußen im Garten wurde dann an einem großen Tisch essen für alle serviert. Es gab Suppe, Ente und Reis.


20.7.2021 Tag 9. Livinhac-le-haut-Figeac 24 km GPS + 600 Höhenmeter

Gestern Abend wurde es dann nochmal richtig spannend als ich in meinem Bett Bettwanzen entdeckt hatte. Und wir reden hier noch von 1-2 sondern einer massiven Anzahl. Also wurde kurzerhand der gesamte Raum evakuiert und wir haben eine Etage tiefer noch einen Schlafraum mit 4 Betten gefunden der Frei von Bettwanzen und sauber war, mit einer tollen Aussicht direkt auf die Kirche. Morgens gab es Kaffe, eine Banane und ein paar fertige Schokobrötchen. Genug Kalorien für die Heutige kurze Etappe. Von Beginn an war es sehr sonnig und ich bin mit Schirm gestartet. Nach kurzer Zeit traf ich die beiden Amerikaner wieder. Unterwegs gab es einen kleinen Stand im Garten, wo man Kaffee und Kekse kaufen konnte. Bereits um 12.30 Uhr erreichte ich Figeac. In der Kirchlichen Unterkunft gab es etwas zu trinken. Für einen anderen Pilger führte ich noch eine Schuhreparatur mit Tape und Compeed Pflaster durch. In der nebenliegenden Herberge war noch 1 Bett für mich frei. 


21.7.2021 Tag 10. Figeac-Cajarc 32 km GPS + 700 Höhenmeter

Die Nacht war grauenhaft. Da mein Raum direkt an einer Straße lag hörte man jedes Wort vorbeigehender und grölender Passanten sowie Fahrzeuge. Um 1 Uhr Morgens ist dann jemand in die Herberge zurück gekommen. Der Junge aus meinem Zimmer kam um 3 Uhr und um 5 Uhr ein weiterer. Nach einem kurzen Frühstück mit einer Banane und Milchreis bin ich gestartet. Nach kurzer Zeit traf ich auf Klaus aus Deutschland. Er begleitete mich 20 km lang und wir führten nette Gespräche. Er war froh mich als Antreiber zu haben sagte er, da er somit deutlich schneller im Ziel sei und somit die Hitze vermeiden könne. 10 km vor dem Ziel wollte er eine längere Pause machen und sich nochmal etwas ausruhen. Ich ging dann alleine weiter. Es war heute unglaublich heiß, deutlich über 30 Grad und der Weg zog und zog sich über karge Steinpisten. Ich war wieder einmal froh meinen Sonnenschirm zu haben. Aufgrund eines Festivals waren alle Herbergen und Hotels ausgebucht und ich suchte schon nach einem Bus um in die nächste Stadt fahren zu können. An der Touristeninformation traf ich jedoch auf einen Franzosen, der auch keine Unterkunft hatte, da seine Herberge seine Reservation angeblich nicht erhalten hatte. Also versuchte er noch mal einige Herbergen die in seinem Reiseführer standen anzurufen. Über Umwege kamen wir dann an eine weitere Herberge, wo noch zwei Plätze frei waren, jedoch 2 km außerhalb liegt. Wir schlugen direkt zu und die Inhaberin der Herberge holte uns direkt mit dem Auto ab. Morgen haben wir daher 2 km weniger zu laufen, da die Herberge auch auf dem GR65 liegt. 


22.7.2021 Tag 11. Cajarc-Varaie 22 km GPS + 500 Höhenmeter

Wir waren nur zu zweit in der Herberge. Morgens gab es sogar Nutella und dazu mal wieder trockenes Baguette. Um kurz vor 8 Uhr bin ich dann zügig gestartet und erreichte schon um 10:30 Uhr die Tagesetappe der meisten heutigen Pilger Limogne-en-Quercy.  Hier kaufte ich mir zwei Dosen Cola,  Salami und eine Banane und machte circa 30 Minuten Pause. Danach brauche ich auf, ohne jede doch eine Reservation für die heutige Nacht zu haben. Es war jetzt schon Brutal heiß (über 30 Grad) und der Weg war wie gestern sehr eintönig. Um 12:30 Uhr kam ich dann an einer Herberge vorbei, die auch über ein Restaurant verfügt. Dort war noch ein Bett in der Herberge frei, welches ich natürlich sofort genommen hatte. Hier konnte ich auch mal wieder für 3 € meine komplette Wäsche selber waschen. 


23.7.2021 Tag 12. Varaie-Cahors 34 km GPS + 500 Höhenmeter

Aufgrund der hohen Temperaturen die heute zu erwarten waren, bin ich bereits um 6:00 Uhr früh aufgestanden. Die heutige Etappe zog sich sehr in die Länge. Der Weg ist nahezu durchgehend übersäht mit Steinen in den unterschiedlichsten Dicken, dadurch ist die Belastung für die Fußgelenke extrem anstrengend. Ich bin immer froh wenn der GR65 dann mal 1-2 Kilometer auf dem Asphalt verläuft. Auf der gesamten Etappe heute gab es bis Cahors kein Cafe, Bar oder irgendeine Möglichkeit etwas zu trinken zu kaufen oder eine Pause zu machen. Eine einzige Wasserquelle stand für die Pilger zur Verfügung. Nachdem ich in der Stadt angekommen war konnte ich meinen Rucksack im Hostel abgeben. Da ich noch über 2 Stunden warten musste bis ich in mein Zimmer konnte, ging ich erstmal zum Supermarkt. Nach dem Duschen erkundete ich ein wenig die Stadt und kaufte mir im Supermarkt Milchreis und Kokos Pudding welchen ich dann an der Wasserfontäne im Zentrum genüsslich aß. Um 19.30 Uhr war ich dann noch mit Nicolas aus der Schweiz und Fabien aus Frankreich in einer Art Tappas Bar. 


24.7.2021 Tag 13. Cahors-Montcuq 33 km GPS + 800 Höhenmeter

Heute Konnte ich das Frühstück auf der Terrasse des Hostels mit einem Blick auf die Brücke genießen. Nach dem Start ging es zunächst über die Brücke und dann über steile hohe Stufen im Fels bis ganz zur Bergspitze hinauf. In Labastide-Marnhac gab es im Café eine leckere Coca Cola als Nicolas und Fabien auftauchten. Eigentlich wollten diese bereits um 7:00 Uhr starten, sie sind wohl aber etwas später los. Die Landschaft war heute deutlich schöner, es gab abwechslungsreiche Wiesen die mit Sonnenblumen, Mais und Lavendel bepflanzt waren. Trotz der Hitze war es recht angenehm, da der Himmel sehr bewölkt war und die Sonne immer nur für wenige Minuten extrem stark schien. Unterwegs habe ich dann noch eine Gottesanbeterin auf dem Boden gesehen und gefilmt. In Lascabanes, welches 10 Km vor Montcuq liegt, machte ich nochmals Pause. In Montcuq angekommen ging ich zunächst einmal zur Touristen-Information und ließ mir eine gute Herberge empfehlen. Diese war dann auch frei und lag 500 m vom Zentrum entfernt. Die Herberge war sehr gemütlich eingerichtet und die Inhaber super freundlich. Abends gab es ein hervorragendes Essen und am nächsten Morgen das beste Frühstück seit dem Start. 


25.7.2021 Tag 14. Montcuq-Moissac 29 km GPS + 800 Höhenmeter

Heute gab es das beste Frühstück seit meinem Start, mit verschiedenen selbstgemachten Marmeladensorten und Kuchen. Die Landschaft war erneut reichlich mit Sonnenblumenfeldern gefüllt. Es gab einige knackige Anstiege zu bewältigen. Kurz vor Durvort-Lacapelette traf ich noch einen deutschen, der aus Stuttgart mit einem Anhänger gestartet war. Den ganzen Tag über bin ich jedoch erneut alleine gewandert, da ich niemanden traf, oder wenn diese am Picknicken waren. Da es in Durvort-Lacapelette nur eine Herberge gab, ich aber den Inhaber trotz Reservation nicht antraf und zudem anscheinend niemand in diesem Ort zu übernachten schien, fuhr ich per Anhalter bis nach Moissac. Hier kehrte ich in eine nette Herberge ein. Der Inhaber gab mir auch seinen Fön, damit ich mein Compeed in meinen Schuhen als Innenfutter-Schutz erneuern konnte.  Nach 12 Tagen war mal ein Austausch nötig. 


26.7.2021 Tag 15. Moissac-Miradoux 37 km GPS + 500 Höhenmeter

Die ersten Kilometer folgte der Weg dem Kanal bevor dieser dann nach Auvillar ins Landesinnere abbog. In Auvillar machte ich daher, an der übrigens einzigsten Bar nach 15 km die erste Pause. Nach 25 km traf ich doch tatsächlich mal einen anderen Pilger. Kurz vor Miradoux dann noch drei weitere, die ich 3 km bis zum Ortseingang begleitete. In Miradoux suchte ich mir eine Herberge, welche wirklich sehr schön eingerichtet ist. Ich habe sogar wie gestern auch ein eigenes Zimmer. Die restlichen Zimmer sind mit insgesamt 14 weiteren Rentnern belegt, die zu 5 in einem Raum schlafen und als Gruppe unterwegs sind. Das Essen schmeckte wirklich hervorragend. Zudem wurde es auch optisch schön auf den Tellern präsentiert. Alle Pilger waren begeistert. 


27.7.2021 Tag 16. Miradoux-La Romieu 35 km GPS + 700 Höhenmeter

Nach einem Kaffee und 2 kleinen Stücken Baguette bin ich gestartet. Die Landschaft war nahezu identisch mit der von gestern. Einzigster Unterschied waren die deutlich mehr Höhenmeter. La Romieu erreichte ich um 15 Uhr. Die Dame von der Tourist-Information gab mir einen Stempel und kontaktierte eine Herberge für mich, wo noch ein Bett frei war. 


28.7.2021 Tag 17. La Romieu-Montréal-du-Gers 30 km GPS + 500 Höhenmeter

Heute früh gab es nur einen Kaffee zum Frühstück. Die erste Möglichkeit für einen Stop war Condom nach 15 km. Die Wege waren aufgrund des gestrigen Starkregens in der Nacht extrem voll Lehm der kiloschwer an den Schuhen kleben blieb. Ein Wandern war nur mit großer Mühe möglich. In Condom angekommen, machte ich an der Statue der 4 Musketiere eine kurze Pause und gönnte mir eine Banane und ein Croissant. Unterwegs traf ich noch Walter der auch beim heutigen Etappenziel in die Herberge wollte. Wir trafen uns um 18 Uhr in der Herberge wieder, welche von Anita betrieben wird und in der heute, zufällig ausschließlich deutsche Pilger übernachten. 


29.7.2021 Tag 18. Montréal-du-Gers-Sauboires 26 km GPS + 400 Höhenmeter

Nach dem Frühstück bei Anita bin ich um kurz vor 8 Uhr aufgebrochen. Nach 9 km konnte ich den ersten kleinen Stop an einem Selbstbedienungsladen machen. In Eauze gab es direkt beim Ortseingang einen Supermarkt, wo ich meine Verpflegung aufstockte. Die Wege und Landschaft waren wie die letzten zwei Tage, jedoch gab es hier nun deutlich mehr Weinanbaugebiete als vorher. Da ich heute nicht besonders motiviert war noch mal 38 km zu laufen, zudem war es heute recht sonnig und schwül machte ich in der Nähe von Sauboires in einer Herberge Stop, welche ich zufällig auf einem Schild am Wegrand gefunden hatte.