Via Podiensis / GR 65 + Camino Francés

Beginnend in Le Puy-en-Velay, in der Region Auvergne, führt die Via Podiensis über gut 800 km durch Frankreich, bis nach Saint-Jean-Pied-de-Port.  

 

Für die Via Podiensis empfehle ich die App von Wise Pilgrims „Via Podiensis" fürs iPhone. Eine hervorragende App, die ich übrigens von allen Jakobswegen von diesem Anbieter habe. Wer nicht auf das Hardcover als Buch verzichten möchte empfehle ich das Outdoor Buch Frankreich: Jakobsweg Via Podiensis vom Conrad Stein Verlag. Hier stehen auch Streckenverläufe als GPS-Tracks kostenlos zur Verfügung. 

 

Den meisten dürfte der Camino Francés aus dem Buch von Harpe Kerkeling „Ich bin dann mal weg“ und der gleichnamigen Verfilmung bekannt sein. Es handelt sich um den beliebtesten und bekanntesten Jakobsweg. Über 65% aller Pilger gehen diesen Weg. Der Camino Francés kann theoretisch das ganze Jahr gewandert werden. Da es aber eine Saison bei den Herbergen gibt, ist eine Wanderung mit ausreichend geöffneten Herbergen von Februar bis Oktober möglich. Für den kompletten Weg von St. Jean Pied de Port nach Santiago de Compostela benötigt man für die gesamte Strecke von 775 km zwischen 30 und 50 Tagen. 

 

Für den Camino Francés empfehle ich die App von Wise Pilgrims Wisely + the Camino Francés"  fürs iPhone und für Android. Eine hervorragende App, die ich übrigens von allen Jakobswegen von diesem Anbieter habe. Wer nicht auf das Hardcover als Buch verzichten möchte empfehle ich das Outdoor Buch Spanien: Jakobsweg Camino Francés vom Conrad Stein Verlag.


Via Podiensis

von Le Puy-en-Velay

nach Santiago de Compostela

1600 km

Vom 10.7.2021 bis 28.8.2021

Übersichtskarten vom Conrad Stein Verlag

Saint-Jean-Pied-de-Port nach

Santiago de Compostela

Le Puy-en-Velay nach

 Saint-Jean-Pied-de-Port  



11.7.2021 Anreise

Um 8.40 Uhr bin ich von Frankfurt Flughafen nach Lyon geflogen. Der Flug dauerte lediglich 55 Minuten. Vom Flughafen ging es dann in 30 Minuten mit dem Rhonexpress Zug zum Bahnhof nach Lyon. Mit dem Zug der SNCF von Lyon nach Saint-Étienne Châteaucreux, dort nochmals umsteigen und dann bis Le Puy-en-Velay. Um 14.30 Uhr bin ich dann in der Herberge eingetroffen die ich mir über Booking.com. gebucht hatte. Nach dem einchecken bin ich dann noch ein wenig durch die Stadt gegangen und habe mir ein Sandwich zum Essen geholt.  

12.7.2021 Tag 1. Le Puy-en-Velay-Monistol-d`Allier 30.5 km GPS + 900 Höhenmeter

Heute Morgen gab es um 7:00 Uhr Frühstück. Danach bin ich direkt gestartet. Das Wetter war zwar etwas bewölkt, aber von der Temperatur sehr angenehm zum wandern. Die ersten 15 km traf ich keine anderen Pilger, trotz der Tatsache dass gestern alleine in meinem Zug bis Le Puy knapp 40 Leute mit Rucksack mitgefahren sind. In Saint-Privat-d`Allier hatte ich zunächst überlegt zu übernachten, da es aber erst 13:00 Uhr war machte dies wenig Sinn. Die meisten Herbergen öffnen frühestens um 15 bis 16:00 Uhr. Ein Baguette mit Schinken oder Tomaten gab es leider nicht. Die Bäckerei hatte lediglich noch zwei Eclair und eine Dose Cola. Obwohl man dies auf dem Höhenprofil nicht so deutlich sehen kann hatte die heutige Etappe gefühlt starke Auf- und Abstiege. Morgen früh werde ich mit Sicherheit heftigen Muskelkater in den Oberschenkeln von den Abstiegen haben. Die Wege waren Geröllartig mit vielen dicken Steinen gesählt, welches gerade in Trail Running Schuhen ein sehr konzentriertes gehen abverlangt, da man sonst sehr leicht umknicken kann. In Monistol-d`Allier angekommen waren leider alle Pilgerherbergen voll, dies lag vor allem an den zahlreichen Party Pilgern, die mit dem Gepäckservice arbeiten. D.h. tagsüber wird mit einem Rucksack gewandert, das Gepäck und die zahlreichen Kleidungsstücke werden mal wieder ähnlich wie in Spanien und Portugal transportiert. Über Booking.com konnte ich dann noch das letzte Bett in einem Vierer Zimmer buchen, welches 35 € gekostet hat. Um 17 Uhr sind dann in meiner Unterkunft knapp 25 Wanderer nacheinander eingetroffen, welche alle den Transportservice genutzt haben.

13.7.2021 Tag 2. Monistol-d`Allier-Domaine du Sauvage 35 km GPS + 1.300 Höhenmeter

Nach dem sehr kargen Frühstück startete ich noch recht hungrig in die heutige Etappe. Da es gestern Abend die ganze Nacht stark geregnet hatte waren die Wege recht rutschig. Der Himmel war den ganzen Tag über stark bewölkt und ab Mittags war es durchgehend am  regnen. Zudem war es heute sehr windig. Alle paar Kilometer sind für die Pilger extra Toilettenhäuser aufgestellt, die mit einem autarken Kompostsystem arbeiten. Heute hatte ich Glück und kam an einem Supermarkt vorbei, in dem ich Schokolade und Riegel als Verpflegung kaufen konnte. Als ich dann nach 7 Stunden Gehzeit in Domain du Sauvage angekommen bin und nach einem freien Schlafplatz fragte wurde dies natürlich wieder einmal verneint. Alles sei komplett ausgebucht. Englisch möchte eh keiner in Frankreich sprechen. Das erste was die Menschen hier sagen ist das sie kein Englisch sprechen, damit ist das Gespräch beendet. Hilfsbereit war bisher niemand. Mit der Apple Übersetzer App machte ich klar das ich schon 35 km gelaufen bin, bisher keine Herberge frei war und ich für heute Nacht einen Schlafplatz brauche. Wiederwillig fragte die Mitarbeiterin der Herberge noch bei 2 anderen Herbergen an ob noch ein Platz frei sei, aber auch diese waren komplett belegt oder zumindestens reserviert. 12 km entfernt gab es den Ort Saint-Alban-sur-Limagnole welche auch über einen kleinen Bahnhof verfügt. Also bestellte sie ein Shuttle für mich. Es kam dann ein älterer Mann mit einem noch älteren Lieferwagen. Das einzigste positive was zu erwähnen ist dass der Fahrer mir einen Schlafplatz in einer Herberge buchte. Für die 12 km lange Fahrt verlangte er dreiste 45 €. Kurz vor dem einsteigen sind noch zwei Frauen mitgefahren. Ich musste dann mit einer Frau hinten in den Laderaum rein. Nachdem der Inhaber der Herberge den Fahrer darauf aufmerksam gemacht hatte das 45 € unverschämt seien haben wir zu dritt jeweils 30 € gezahlt (komplett 90 € für 12 km). Die Gite Andres Nous war jedoch toll. Der Inhaber war super freundlich und hilfsbereit und konnte deutsch und englisch sprechen. Aufgrund der Problematik mit den nicht vorhandenen Schlafplätzen versuchen wir mehrere Herbergen zu kontaktieren um für den nächsten und übernächsten Tag einen Schlafplatz für mich zu finden. Insgesamt telefonierten wir 15 Herbergen ab, welche allesamt belegt waren. Wenn dann ein Platz vorhanden ist wird für ein Bett in einem Raum mit 8 Pilgern über 100 € verlangt. Auch bei Booking.com finden sich diese irrsinnigen Preise. Eine Frau aus Frankreich in der Herberge hatte noch ein französisches Buch, in der noch eine weitere Herberge aufgelistet war. Sie kontaktierte die Herberge für mich und ich konnte noch einen Schlafplatz mit Abendessen ergattern.

14.7.2021 Tag 3. Saint-Alban-sur-Limagnole -Aumont-Aubrac 22 km GPS + 700 Höhenmeter

Heute Morgen war es bereits wieder strömend am regnen. Als ich aus der Herberge hinaus bin und auf den Weg traf, war ich jedoch unkonzentriert und schaute nicht richtig auf die Karte. Und wie es kommen musste bemerkte ich noch 3 km dass ich in die falsche Richtung gegangen bin, also noch mal umgedreht und insgesamt 6 km warm gelaufen. Bis nach Aumont-Aubrac war es leider durchgehend heftig am regnen. In dem Dorf angekommen holte mich die Inhaberin der Herberge mit dem Auto ab, da die Herberge circa 3 km außerhalb liegt. Hier sind auf einer großen Wiese zwei riesige Blockhäuser aufgebaut in welcher jeweils fünf Pilger übernachten können. Für morgen konnte ich über Booking.com eine Herberge buchen. 

15.7.2021 Tag 4. Aumont-Aubrac-Aubrac 36 km GPS + 900 Höhenmeter

Heute Morgen wurde Alex, der mit mir in der Unterkunft zusammen übernachtet hatte, zur Stadt gefahren und dort abgesetzt. Es regnete bereits jetzt schon wieder heftig. Nachdem ich am Geldautomat Bargeld abgehoben hatte, bin ich dann gestartet. Nach 2 km traf ich wieder auf Alex und wir sind zusammen weitergelaufen. Der Regen lies nach und der Himmel klarte auf. Die ersten Sonnenstrahlen kamen durch die Wolkendecke. Die Landschaft ist wirklich sehr schön. Es ist die ideale Jahreszeit für diese Region, denn alles ist schön grün. Nach einigen Kilometern trafen wir dann auch wieder auf die Französin, die mit dem Wagen und den zwei Hunden unterwegs ist. Vorgestern hatte sie ja mit mir zusammen im Zimmer übernachtet. Das Kilometerlange Wandern über Kuhwiesen ist jedoch für die Füße und Fußgelenke extrem anstrengend. Die Wiesen sind übersäht mit Löchern, in denen sich permanent die Füße und Gelenke verdrehen. Schnelle Kilometer kann man hier keine machen. Um 16 Uhr bin ich dann in der Herberge eingetroffen die ich über Booking.com gebucht hatte. Diese liegt 1 km vom Dorf entfernt. Zum Abendessen bin ich mit einem Franzosen,  der in meinem Zimmer schläft, in ein verrückt gestaltetes Restaurant gegangen. Das Essen war sehr lecker. Es gab aber kein Menü sondern diesmal a la Carte. 

16.7.2021 Tag 5. Aubrac-Espalion 30 km GPS + -1.400 Höhenmeter

Heute Morgen gab es im Tristen Frühstücksraum zwar nur vier Scheiben Brot mit Marmelade, jedoch war das Brot außergewöhnlich lecker und frisch. Das besondere war ein großer Kaffeevollautomat mit frischen Bohnen. Morgens muss einfach ein vernünftiger Kaffee auf den Tisch. Zunächst folgte ein mehrere Kilometer langer Abstieg über wieder sehr anspruchsvolle Geröllwege und ausgewaschene Felsen über die sich die Oberschenkel und Knie besonders freuten. Die Via Podiensis ist bis jetzt nahezu identisch mit dem Camino Primitivo. Durch die dicken Felsen und Steine kann ich mir heute Abend die Faszienmassage der Fußsohle wohl sparen. Neben dem Weg war in einer Scheune eine kleine Kaffeebar aufgebaut, wo man sich für 1,50 € einen Becher Kaffee kaufen konnte. Die Landschaft war wieder außergewöhnlich schön und auch das Wetter spielte heute mal mit. Um 15 Uhr bin ich in der Herberge angekommen. Mein 4er Zimmer befindet sich auf dem dritten Stock. Jede Etage ist mit Pilgern gefüllt. 

17.7.2021 Tag 6. Espalion-Golinhac 28 km GPS + 900 Höhenmeter

Um 7.30 Uhr bin ich nach einem schnellen Frühstück gestartet. Nach 15 km erreichte ich Estaing wo ich mir im Supermarkt etwas zu essen und trinken holte und auf einer Bank am Fluss 30 Minuten Pause machte. Nach Estaing ging es sehr sehr steil auf einer Strecke von 5 km ungefähr   650 Höhenmeter nach oben. Dieses Stück war wirklich extrem anstrengend. Zwischendurch begegneten mir 3 Shuttle Transporte. Oben auf dem Gipfel angekommen traute ich meinen Augen nicht. Da sitzen die Faulen Pilger im großen Transporter und hauen sich genüsslich Baquette und  Getränke in den Bauch. Steigen dann Top Gestylt aus dem Transporter mit Mini Rucksack aus, denn das Gepäck wird natürlich transportiert und gehen dann 4 km bergab in die Herberge. Erzählen aber dann Abends immer von wo aus sie losgewandert sind. 

18.7.2021 Tag 7. Golinhac-Conques 24 km GPS + 600 Höhenmeter

Heute Morgen gab es erst ab 7:30 Uhr Frühstück. Um kurz nach 8 Uhr bin ich dann gestartet. Da es heute wahrscheinlich eh nur bis Conques gehen sollte hatte ich ja genügend Zeit. Ich hatte ja noch keinen Schlafplatz wollte aber zuerst den Campingplatz ansteuern da dieser in der Regel ausreichend Betten zur Verfügung hat. Nach 9 km gönnte ich mir ein leckeres Monster und setze nach kurzer Pause meine Wanderung fort. Bis ich in Conques eingetroffen bin, traf ich unterwegs nur Shuttle Bus Pilger. Heute Nacht schlafe ich in einem kleinen Zelt vom Campingplatz, da die Wohnhäuser alle ausgebucht waren. Um 19 Uhr gibt es Abendessen und ab 7.30 Uhr Frühstück im Restaurant. Es ist eine recht große Anlage welche einen gepflegten Eindruck macht. 

19.7.2021 Tag 8. Conques-Livinhac-le-haut 26 km GPS + 800 Höhenmeter

Die Nacht im Zelt war recht kühl. Ich habe mich jedoch in die Decke eingerollt und konnte dadurch ganz gut schlafen. Um 7:30 Uhr gab es dann ein kleines Schokocroissant und Kaffee im Restaurant des Campingplatzes. Danach ging es extrem steil den Berg hinauf. Hier passierte ich für den heutigen Tag die einzigsten Pilger. Bereits jetzt war es schon sehr warm und es sollten heute über 34° werden. In Noilhac gönnte ich mir eine kurze Pause und eine kalte Coca-Cola zur Erfrischung. Die heutige Etappe verlief über 80 % auf der Straße. Bereits ab 10 Uhr lief ich aufgrund der Hitze mit meinem Sonnenschirm. In Decazeville bog ich dann zur Kirche ab und ging hinein. Dort gab es für die Pilger eine große Tafel mit Lebensmitteln und Getränken, welche kostenlos angeboten wurden. Ich machte in der angenehm kühlen Kirche 30 Minuten Pause und trug mich in das Pilgerbuch ein. Man erhielt zudem einen Stempel und einen Anstecker. Nach der Kirche folgte nochmals ein sehr steiler Anstieg bevor ich in der Herberge eingetroffen bin. Hier ließ ich für drei Euro meine Wäsche waschen. Hier sind 2 ältere Amerikaner, die auch bis nach Santiago gehen wollen. Sie wohnen in der Nähe von Springer Mountain und sind auch schon Teile vom AT Trail gelaufen. Sie tragen ihr gesamtes Gepäck, welches überwiegend aus ultraleicht Marken aus USA stammt selbst. Draußen im Garten wurde dann an einem großen Tisch essen für alle serviert. Es gab Suppe, Ente und Reis.

20.7.2021 Tag 9. Livinhac-le-haut-Figeac 24 km GPS + 600 Höhenmeter

Gestern Abend wurde es dann nochmal richtig spannend als ich in meinem Bett Bettwanzen entdeckt hatte. Und wir reden hier noch von 1-2 sondern einer massiven Anzahl. Also wurde kurzerhand der gesamte Raum evakuiert und wir haben eine Etage tiefer noch einen Schlafraum mit 4 Betten gefunden der Frei von Bettwanzen und sauber war, mit einer tollen Aussicht direkt auf die Kirche. Morgens gab es Kaffe, eine Banane und ein paar fertige Schokobrötchen. Genug Kalorien für die Heutige kurze Etappe. Von Beginn an war es sehr sonnig und ich bin mit Schirm gestartet. Nach kurzer Zeit traf ich die beiden Amerikaner wieder. Unterwegs gab es einen kleinen Stand im Garten, wo man Kaffee und Kekse kaufen konnte. Bereits um 12.30 Uhr erreichte ich Figeac. In der Kirchlichen Unterkunft gab es etwas zu trinken. Für einen anderen Pilger führte ich noch eine Schuhreparatur mit Tape und Compeed Pflaster durch. In der nebenliegenden Herberge war noch 1 Bett für mich frei. 

21.7.2021 Tag 10. Figeac-Cajarc 32 km GPS + 700 Höhenmeter

Die Nacht war grauenhaft. Da mein Raum direkt an einer Straße lag hörte man jedes Wort vorbeigehender und grölender Passanten sowie Fahrzeuge. Um 1 Uhr Morgens ist dann jemand in die Herberge zurück gekommen. Der Junge aus meinem Zimmer kam um 3 Uhr und um 5 Uhr ein weiterer. Nach einem kurzen Frühstück mit einer Banane und Milchreis bin ich gestartet. Nach kurzer Zeit traf ich auf Klaus aus Deutschland. Er begleitete mich 20 km lang und wir führten nette Gespräche. Er war froh mich als Antreiber zu haben sagte er, da er somit deutlich schneller im Ziel sei und somit die Hitze vermeiden könne. 10 km vor dem Ziel wollte er eine längere Pause machen und sich nochmal etwas ausruhen. Ich ging dann alleine weiter. Es war heute unglaublich heiß, deutlich über 30 Grad und der Weg zog und zog sich über karge Steinpisten. Ich war wieder einmal froh meinen Sonnenschirm zu haben. Aufgrund eines Festivals waren alle Herbergen und Hotels ausgebucht und ich suchte schon nach einem Bus um in die nächste Stadt fahren zu können. An der Touristeninformation traf ich jedoch auf einen Franzosen, der auch keine Unterkunft hatte, da seine Herberge seine Reservation angeblich nicht erhalten hatte. Also versuchte er noch mal einige Herbergen die in seinem Reiseführer standen anzurufen. Über Umwege kamen wir dann an eine weitere Herberge, wo noch zwei Plätze frei waren, jedoch 2 km außerhalb liegt. Wir schlugen direkt zu und die Inhaberin der Herberge holte uns direkt mit dem Auto ab. Morgen haben wir daher 2 km weniger zu laufen, da die Herberge auch auf dem GR65 liegt. 

22.7.2021 Tag 11. Cajarc-Varaie 22 km GPS + 500 Höhenmeter

Wir waren nur zu zweit in der Herberge. Morgens gab es sogar Nutella und dazu mal wieder trockenes Baguette. Um kurz vor 8 Uhr bin ich dann zügig gestartet und erreichte schon um 10:30 Uhr die Tagesetappe der meisten heutigen Pilger Limogne-en-Quercy.  Hier kaufte ich mir zwei Dosen Cola,  Salami und eine Banane und machte circa 30 Minuten Pause. Danach brauche ich auf, ohne jede doch eine Reservation für die heutige Nacht zu haben. Es war jetzt schon Brutal heiß (über 30 Grad) und der Weg war wie gestern sehr eintönig. Um 12:30 Uhr kam ich dann an einer Herberge vorbei, die auch über ein Restaurant verfügt. Dort war noch ein Bett in der Herberge frei, welches ich natürlich sofort genommen hatte. Hier konnte ich auch mal wieder für 3 € meine komplette Wäsche selber waschen. 

23.7.2021 Tag 12. Varaie-Cahors 34 km GPS + 500 Höhenmeter

Aufgrund der hohen Temperaturen die heute zu erwarten waren, bin ich bereits um 6:00 Uhr früh aufgestanden. Die heutige Etappe zog sich sehr in die Länge. Der Weg ist nahezu durchgehend übersäht mit Steinen in den unterschiedlichsten Dicken, dadurch ist die Belastung für die Fußgelenke extrem anstrengend. Ich bin immer froh wenn der GR65 dann mal 1-2 Kilometer auf dem Asphalt verläuft. Auf der gesamten Etappe heute gab es bis Cahors kein Cafe, Bar oder irgendeine Möglichkeit etwas zu trinken zu kaufen oder eine Pause zu machen. Eine einzige Wasserquelle stand für die Pilger zur Verfügung. Nachdem ich in der Stadt angekommen war konnte ich meinen Rucksack im Hostel abgeben. Da ich noch über 2 Stunden warten musste bis ich in mein Zimmer konnte, ging ich erstmal zum Supermarkt. Nach dem Duschen erkundete ich ein wenig die Stadt und kaufte mir im Supermarkt Milchreis und Kokos Pudding welchen ich dann an der Wasserfontäne im Zentrum genüsslich aß. Um 19.30 Uhr war ich dann noch mit Nicolas aus der Schweiz und Fabien aus Frankreich in einer Art Tappas Bar. 

24.7.2021 Tag 13. Cahors-Montcuq 33 km GPS + 800 Höhenmeter

Heute Konnte ich das Frühstück auf der Terrasse des Hostels mit einem Blick auf die Brücke genießen. Nach dem Start ging es zunächst über die Brücke und dann über steile hohe Stufen im Fels bis ganz zur Bergspitze hinauf. In Labastide-Marnhac gab es im Café eine leckere Coca Cola als Nicolas und Fabien auftauchten. Eigentlich wollten diese bereits um 7:00 Uhr starten, sie sind wohl aber etwas später los. Die Landschaft war heute deutlich schöner, es gab abwechslungsreiche Wiesen die mit Sonnenblumen, Mais und Lavendel bepflanzt waren. Trotz der Hitze war es recht angenehm, da der Himmel sehr bewölkt war und die Sonne immer nur für wenige Minuten extrem stark schien. Unterwegs habe ich dann noch eine Gottesanbeterin auf dem Boden gesehen und gefilmt. In Lascabanes, welches 10 Km vor Montcuq liegt, machte ich nochmals Pause. In Montcuq angekommen ging ich zunächst einmal zur Touristen-Information und ließ mir eine gute Herberge empfehlen. Diese war dann auch frei und lag 500 m vom Zentrum entfernt. Die Herberge war sehr gemütlich eingerichtet und die Inhaber super freundlich. Abends gab es ein hervorragendes Essen und am nächsten Morgen das beste Frühstück seit dem Start. 

25.7.2021 Tag 14. Montcuq-Moissac 29 km GPS + 800 Höhenmeter

Heute gab es das beste Frühstück seit meinem Start, mit verschiedenen selbstgemachten Marmeladensorten und Kuchen. Die Landschaft war erneut reichlich mit Sonnenblumenfeldern gefüllt. Es gab einige knackige Anstiege zu bewältigen. Kurz vor Durvort-Lacapelette traf ich noch einen deutschen, der aus Stuttgart mit einem Anhänger gestartet war. Den ganzen Tag über bin ich jedoch erneut alleine gewandert, da ich niemanden traf, oder wenn diese am Picknicken waren. Da es in Durvort-Lacapelette nur eine Herberge gab, ich aber den Inhaber trotz Reservation nicht antraf und zudem anscheinend niemand in diesem Ort zu übernachten schien, fuhr ich per Anhalter bis nach Moissac. Hier kehrte ich in eine nette Herberge ein. Der Inhaber gab mir auch seinen Fön, damit ich mein Compeed in meinen Schuhen als Innenfutter-Schutz erneuern konnte.  Nach 12 Tagen war mal ein Austausch nötig. 

26.7.2021 Tag 15. Moissac-Miradoux 37 km GPS + 500 Höhenmeter

Die ersten Kilometer folgte der Weg dem Kanal bevor dieser dann nach Auvillar ins Landesinnere abbog. In Auvillar machte ich daher, an der übrigens einzigsten Bar nach 15 km die erste Pause. Nach 25 km traf ich doch tatsächlich mal einen anderen Pilger. Kurz vor Miradoux dann noch drei weitere, die ich 3 km bis zum Ortseingang begleitete. In Miradoux suchte ich mir eine Herberge, welche wirklich sehr schön eingerichtet ist. Ich habe sogar wie gestern auch ein eigenes Zimmer. Die restlichen Zimmer sind mit insgesamt 14 weiteren Rentnern belegt, die zu 5 in einem Raum schlafen und als Gruppe unterwegs sind. Das Essen schmeckte wirklich hervorragend. Zudem wurde es auch optisch schön auf den Tellern präsentiert. Alle Pilger waren begeistert. 

27.7.2021 Tag 16. Miradoux-La Romieu 35 km GPS + 700 Höhenmeter

Nach einem Kaffee und 2 kleinen Stücken Baguette bin ich gestartet. Die Landschaft war nahezu identisch mit der von gestern. Einzigster Unterschied waren die deutlich mehr Höhenmeter. La Romieu erreichte ich um 15 Uhr. Die Dame von der Tourist-Information gab mir einen Stempel und kontaktierte eine Herberge für mich, wo noch ein Bett frei war. 

28.7.2021 Tag 17. La Romieu-Montréal-du-Gers 30 km GPS + 500 Höhenmeter

Heute früh gab es nur einen Kaffee zum Frühstück. Die erste Möglichkeit für einen Stop war Condom nach 15 km. Die Wege waren aufgrund des gestrigen Starkregens in der Nacht extrem voll Lehm der kiloschwer an den Schuhen kleben blieb. Ein Wandern war nur mit großer Mühe möglich. In Condom angekommen, machte ich an der Statue der 4 Musketiere eine kurze Pause und gönnte mir eine Banane und ein Croissant. Unterwegs traf ich noch Walter der auch beim heutigen Etappenziel in die Herberge wollte. Wir trafen uns um 18 Uhr in der Herberge wieder, welche von Anita betrieben wird und in der heute, zufällig ausschließlich deutsche Pilger übernachten. 

29.7.2021 Tag 18. Montréal-du-Gers-Sauboires 26 km GPS + 400 Höhenmeter

Nach dem Frühstück bei Anita bin ich um kurz vor 8 Uhr aufgebrochen. Nach 9 km konnte ich den ersten kleinen Stop an einem Selbstbedienungsladen machen. In Eauze gab es direkt beim Ortseingang einen Supermarkt, wo ich meine Verpflegung aufstockte. Die Wege und Landschaft waren wie die letzten zwei Tage, jedoch gab es hier nun deutlich mehr Weinanbaugebiete als vorher. Da ich heute nicht besonders motiviert war noch mal 38 km zu laufen, zudem war es heute recht sonnig und schwül machte ich in der Nähe von Sauboires in einer Herberge Stop, welche ich zufällig auf einem Schild am Wegrand gefunden hatte. Diese war auf Spendenbasis. Abends mussten wir jedoch alleine Kochen, Nudeln und Soße sowie Gemüse wurden zur Verfügung gestellt. Zwei Pfaue liefen neben, Hühnern und Schafen auf dem Grundstück herum. 

30.7.2021 Tag 19. Sauboires-Aire-dir-l’Adour 37 km GPS + 400 Höhenmeter

Nach einem frischen Kaffe mit der French-Press und einer Banane ging es los. Heute wollte ich die gestern liegen gelassenen Kilometer aufholen und zudem noch eine Tagesetappe bewältigen. Daher waren heute Asphalt Kilometer abzuarbeiten. Hier kann man deutlich schneller laufen und zudem konnte ich so knapp 4 km einsparen. Durch den gestrigen Regen wollte ich auch den Schlamm auf den Feldwegen vermeiden. In Vergoignan gab es einen überdachten Getränkekühlschrank mit allerlei verschiedenen Auswahlmöglichkeiten. Herrlich. Ich hatte mich für ein kühles Radler entschieden. In Barcelonne du Gers angekommen, machte ich vor den restlichen 3 km noch eine Pause und buchte parallel die Herberge für heute Abend. Es war das Ehepaar aus Spanien, welches auch mit Foto in der gestrigen Herberge hing. 

31.7.2021 Tag 20. Aire-dir-l’Adour- Arzacq-Arraziguet 31 km GPS + 600 Höhenmeter

Heute Morgen hatte es bereits eine halbe Stunde nach dem ich gestartet bin angefangen zu regnen und dann zu schütten. Die erste Möglichkeit einer Rast war erst in 18 km und zwar in Miramont-Sensacq. Der Weg folgte ausschließlich Ackerflächen wo Mais und Sonnenblumen angebaut wurde. Direkt neben dem Weg gab es einen großen Supermarkt wo ich einige Lebensmittel für den nächsten Tag einkaufte. Um 14 Uhr traf ich in der Herberge ein, da heute jedoch Samstag war, machte diese erst um 16 Uhr auf. Also musste ich solange warten. Nass und kalt ist das natürlich nicht so doll. Man will aus den Sachen raus und heiß duschen. Ich nahm mir dann ein Einzelzimmer und verteilte überall die Kleidung, damit diese hoffentlich bis morgen früh trocknen kann. Da ich mal wieder richtig Lust auf Pizza hatte, ging ich nur 30 m von der Herberge entfernt in eine Pizzeria. Ich war der erste Gast, die Pizza war somit schnell fertig und schmeckte sehr lecker. 

1.8.2021 Tag 21. Arzacq-Arraziguet-Arthez-de-Béarn 30 km GPS + 600 Höhenmeter

Heute habe ich mir noch ein paar neue Brooks Cascadia 15 Schuhe und zwei paar Socken über Amazon Frankreich bestellt, damit diese in den Pilgerladen in St Jean-pied-de-Port geliefert werden können. Die Sohle der Schuhe ist ziemlich abgenutzt, obwohl ich das Paar komplett neu und erst zum Start angefangen habe zu tragen. Mittwoch sollen die Sachen dann im Pilgerladen zugestellt werden. Ich werde wahrscheinlich auch gegen Mittwoch in St Jean-pied-de-Port eintreffen. 

2.8.2021 Tag 22. Arthez-de-Béarn-Castetnau-Camblong 30 km GPS + 400 Höhenmeter

Heute Morgen gab es kleine Pancakes zum Frühstück mit Kaffee und Spiegelei, sowie dunkles frisches Baguette. Heute bin ich eine selbst gewählte Route gelaufen. Ich wollte heute einfach mal wieder längere Zeit auf der Straße laufen um schnell voran zu kommen und nicht permanent auf den Boden zu achten. Derzeit kann man nämlich wunderbar die Pyrenäen von der Straße aus beobachten. Zudem war das Wetter ideal dafür. In Navarrenx gab es einen Supermarkt und somit die erste Möglichkeit für eine Mittagspause mit Banane und Milchreis. Hier reservierte ich dann die Herberge welche 3 km entfernt war. Angekommen suchte ich mir im Zimmer natürlich das große Doppelbett aus. Im Garten, der wie eine Oase aussah gab es eine große Palme mit kleinen Bananen und daneben einen Pool. 

3.8.2021 Tag 23. Castetnau-Camblong-Ostabat 41 km GPS + 1.000 Höhenmeter

Für mich ganz alleine wurde ein Frühstück zubereitet. Der heutige Tag sollte recht lange werden und im Nachhinein war ich dankbar das ich wenigstens morgens ausreichend gegessen hatte. Die Strecke verlief an Feldern und Wiesen vorbei. Und es gab extrem viele Bremsen und Tigermücken. Leider hatte ich kein Insektenschutz mehr, da dieser leer war. Nachdem ich mehrmals heftig gestochen wurde, rieb ich mir die Beine mit Teebaumöl ein um weitere Stiche zu vermeiden. Fast 30 km lang gab es keine Möglichkeit Wasser aufzufüllen oder etwas zu essen einzukaufen. In einer Herberge kurz vor der Tagesetappe machte ich dann eine Pause und trank direkt zwei Cola aus. Dort buchte mir dann die Inhaberin eine Unterkunft, da ihre Herberge leider bereits komplett voll war. Ich besichtigte die kleine Kirche neben der Herberge und machte mich nach 45 min Pause, auf die letzten 4 km. In dem Restaurant+Bar+kleiner Supermarkt hatte ich ein eigenes Zimmer. Das Abendessen, welches noch zwei weitere Pilger geordert hatten war reichhaltig und sehr lecker. Das Bett war hingegen Ultra weich. Beim hineinsetzen und legen ist man derart versunken, das man dachte man fällt hindurch. 

4.8.2021 Tag 24. Ostabat-St Jean-pied-de-Port 23 km GPS + 800 Höhenmeter

Heute früh gab es im Restaurant Frühstück. Zunächst war es noch am Regnen, dann hörte es spontan auf. Die heutige Etappe war sehr schön und es kam einen vor als ob man im Allgäu sei. Hügel, Berge  und dazwischen kleine Höfe mit großen Wiesen und Kühen. Zwischendurch schüttete es immer wieder kurz, trotz Sonnenschein. Um 13 Uhr traf ich in St Jean-pied-de-Port ein. Zunächst ging ich in den Pilgerladen, wo laut Amazon E-Mail meine drei Pakete abgegeben wurden. Die Schuhe sowie zwei Paar Socken. Und tatsächlich waren diese dort und wurden mir übergeben. Ich war sehr froh und bedankte mich für den tollen Service. Danach bin ich direkt zur Post, denn diese öffnete um 13.30 Uhr. Die alten Schuhe, Socken und die defekten Currex Ersatzeinlegesohlen, habe ich für 16 € nach Deutschland gesendet. Danach ging es zur Herberge. Nach der Dusche habe ich die schmutzige Kleidung gepackt und bin in eine Wäscherei mit Selbstbedienung. Waschen und Trocknen dauerte 45 Minuten und kostete 8 €. Abends gab es in der Herberge ein leckeres Abendessen mit Reis, Hähnchen und leckerem Dessert. 

5.8.2021 Tag 25. St Jean-pied-de-Port-Roncesvalles 25 km GPS + 1.500 Höhenmeter

Zum Frühstück gab es Pancakes und Kaffee. Genau das richtige für eine lange Etappe mit vielen Höhenmetern. Ich bin wieder die Originalroute gegangen. Es waren um 8 Uhr nur 2 andere Pilger zu sehen. Das Wetter war ideal um die verschiedenen Berge zu sehen und tolle Aufnahmen zu machen. Den Tag über wurden es schon mehr Pilger die unterwegs waren, aber kein Vergleich zu Zeiten bevor es Corona gab. In Roncesvalles bin ich dann in die Öffentliche Herberge gegangen. Wie damals auch gab es viele Mitarbeiter die eine organisierte Abwicklung durchführten. Die Herberge welche 2017 renoviert wurde, ist immer noch in einem Top Zustand. Der Aufzug ist extrem schnell, im Untergeschoss konnte man kostenlos Handwäsche machen und die Kleidung aufhängen. Es stehen aber auch Waschmaschinen und Trockner kostenpflichtig zur Verfügung. Es waren sehr viele Touristen in Roncesvalles in den zwei Cafés, jedoch nur wenige Pilger. Für das Pilgermenü am Abend gab es verschiedenfarbige Karten für 2 Restaurants. Ich aß im nebenstehenden Restaurant La Posada. Das Essen war ganz ok, jedoch kein Vergleich zu den abendlichen Kochkünsten der Gites in Frankreich. 

6.8.2021 Tag 26. Roncesvalles-Pamplona 42 km GPS + 800 Höhenmeter

Die Nacht war grauenhaft. Ich habe so gut wie nicht geschlafen. Permanent ist jemand auf Toilette gerannt und die Toilettenspülung war extrem laut zu hören, da die Türen vom Bad aufstehen mussten. Zudem war es ziemlich kalt und sehr zugig. Ich habe meine Beine in die Arme meines Windbreakers gesteckt und meine Regenjacke als Decke benutzt. Bereits um 4 Uhr früh fingen die ersten Heinzelmännchen an, nervös ihre Rucksäcke zu packen, damit sie bei ihrer heutigen Tagesetappe von 10 km,  spätestens bis 12 Uhr eintreffen, um dann 4 Stunden auf Einlass in der Herberge zu warten. Ich wusste 2019 wieso ich ein paar Kilometer weiter gegangen war um in einer privaten Herberge zu übernachten. Um 6 Uhr ging automatisch das Licht an und eine Chormusik wurde laut abgespielt. Dann kam einer der Mitarbeiter noch singend durch die Gänge von Bett zu Bett gelaufen. Das Frühstück wurde um 7 Uhr im gleichen Restaurant serviert wie gestern Abend. Zubiri erreichte ich um 12 Uhr und machte Pause. Bereits jetzt war es schon extrem warm. Ich wollte noch 10 km zur nächsten Herberge gehen, da diese laut Buch 18 Betten hat und ja nahezu niemand unterwegs ist. Angekommen teilte mir dann die Inhaberin mit dass sie nur noch zwei Privatzimmer vermieten würde und diese schon belegt wären. Ich ging dann erst einmal weiter und rief kurz vor Pamplona eine Herberge an um diese zu reservieren. Nachdem ich schnell geduscht und Wäsche gemacht hatte bin ich zu Dominos Pizza und habe dort eine Pizza gegessen. Die Innenstadt von Pamplona war extrem überfüllt mit Menschen gewesen. Auf Abstände, Masken oder sonstige Hygienemaßnahmen wurde in keinster Weise geachtet. Da esse ich doch lieber auswärts alleine. Ich muss morgen mal schauen wie das mit dem reservieren klappt, auf Herbergen abtelefonieren weil alle belegt sind und dies bereits ab Pamplona, hab ich nämlich keine Lust. 

7.8.2021 Tag 27. Pamplona-Puente La Reina 25 km GPS + 500 Höhenmeter

Das Frühstück im Hostel war sehr karg. Es gab einen Müsliriegel, eine kleine Packung Kekse, Marmelade und Butter. Der Kaffe aus der Maschine war grausam. Nach dem Start, bin ich jedoch nach wenigen hundert Metern direkt an einer Bäckerei vorbeigekommen und kaufte mir zwei Leckere Croissants mit Cremefüllung. Nur bis zum Ausgang von Pamplona überholte ich einige Pilger, danach traf ich bis auf einige Tagesausflügler niemanden. Das Wetter und die Landschaft im Zusammenspiel waren heute traumhaft schön. Um 13 Uhr erreichte ich die öffentliche Herberge und war der zweite Pilger. Nach Duschen und Wäsche waschen wurden es immer mehr. Und um 15 Uhr war die Herberge bereits voll. Aufgrund von Covid waren wir in unserem 12 Personen Zimmer nur zu 5. Ich traf zwei deutsche Pilger mit denen ich mich ein wenig austauschen konnte. Die restlichen Pilger waren spanisch und italienischer Nationalität. Abends ging ich in das nahegelegene Restaurant, in dem ich bereits einmal in der Vergangenheit etwas gegessen hatte. Das Essen war sehr lecker

8.8.2021 Tag 28. Puente La Reina-Villamajor de Monjardin 32 km GPS + 900 Höhenmeter

Die Nacht habe ich mal wieder nicht sonderlich gut geschlafen. Auch hier sind um 4 Uhr früh die ersten Pilger über den Flur gehuscht um sich im Bad fertig zu machen. Um 6 Uhr bin auch ich dann aufgestanden und habe im ersten Café nach einigen Hundert einen leckeren Kaffee und Croissants gegessen. Auch Max aus Deutschland traf fast zeitgleich im Café ein. Er hatte draußen im Garten gezeltet, da in der Herberge kein Bett mehr frei war. Nach einigen Kilometern traf ich Max auf dem Weg wieder und wir gingen zusammen weiter. In Villatuerta vor der Kirche war von der Gemeine kostenlos Getränke und Essen für die Pilger aufgebaut. Es gab Kuchen, Kaffee, belegte Baguette und Snacks. Wir machten eine Pause und stärkten uns reichlich für den weiteren Weg. In Estelle kontaktierten wir einige Herbergen und chatteten dann via WhatsApp mit der Herberge Oasis Trails, um zwei Schlafplätze zu sichern. Nach der Bestätigung machten wir uns auf die weiteren 10 km. In Ayegui kamen wir am Bekannten Weinbrunnen vorbei. Der Rotwein war leider bereits leer und Max konnte nach mehrmaligem betätigen des Hebels zumindestens eine kleine Menge Wein kosten. Bereits jetzt waren es gut 29 Grad und ich war erneut froh, meinen Sonnenschirm zu haben. Um 15 Uhr erreichten wir die Herberge. Abends gab es ein leckeres Selbstgekochtes Menü und für morgens früh ein Frühstückspaket. Max ging nach dem Essen noch zur angebotenen Meditation und ich auf das Zimmer um meine Fußsohle mit der Faszienrolle und den Massagebällen zu bearbeiten. 

9.8.2021 Tag 29. Villamajor de Monjardin-Viana 31 km GPS + 600 Höhenmeter

Gestern Abend hatten wir ja unsere Frühstückstaschen mit Kaffee, Banane, Müsliriegel und Baguette bekommen, daher konnten wir am Morgen selbst draußen auf der Terrasse frühstücken. Die Temperatur war sehr angenehm zum wandern. Es wehte eine feine Brise und der Himmel war leicht zugezogen und die Strecke verlief zunächst sehr eben. In Los Arcos gab es die erste Pause und Stärkung. Als wir aufgebrochen sind trafen wir drei weitere Pilger aus unserer Herberge. In Torres del Rio machten wir eine weitere kurze Pause. Auch hier war nur eine Bar geöffnet. Von nun an stieg die Temperatur stetig und es sollten an frühen Nachmittag über 30 Grad werden. Der Pfad wurde nun auch steiler und deutlich mehr Höhenmeter waren zu bezwingen. Schatten gab es nur sehr selten. Um 14.30 Uhr erreichten wir die Herberge Andres Munoz. Diese war sehr sauber und es wurde auf die Einhaltung der Hygiene geachtet. Es gab Desinfektionsmittel, Tücher und Seife sowie Einmallaken für die Betten. Nachdem Wäsche mit der Maschine gewaschen und mir den Trockner getrocknet wurde ging es zum Supermarkt. Abends gingen wir zum Abendessen in eine der geöffneten Bars. Selbst am Abend war keine anderer Pilger, außer den Wenigen aus unserer Herberge zu sehen. 

10.8.2021 Tag 30. Viana-Ventosa 30 km GPS + 500 Höhenmeter

Direkt neben der Herberge gab es ein Café welches bereits geöffnet hatte. Dort gab es erstmal zwei Cortado und Croissants zum Frühstück. In Logrono sind wir dann direkt zur Post gegangen, wo Max sein Zelt und sämtliches Camping Equipment nach Deutschland gesendet hat. Insgesamt sind es unglaubliche 5 kg gewesen, was einer Gewichtsreduktion seines Rucksackes von fast 40% bedeutet. Die heutige Herberge hatte ich bereits gestern Abend über Booking.com reserviert. Die Temperatur stieg rasch an und es war bereits Mittags knapp 30 Grad. Für 15 Uhr wurde sogar eine Hitzewarnung angezeigt. Die letzten Kilometer bis Ventosa zogen sich und es war unerträglich heiß. Ab und an hielten wir unter einem Baum oder Brücke an, um uns an der kühlere Luft und Schatten zu erfrischen. In der Herberge San Saturnino hatte ich bereits schon einmal in der Vergangenheit übernachtet. In der nebenliegenden Bar konnten wir zu Abend etwas essen und uns einige kühle Getränke genehmigen. Das Café soll morgen bereits um 6 Uhr früh aufmachen, dies ist ideal da es morgen noch heißer werden soll und wir daher früher als sonnst aufbrechen wollen. 

11.8.2021 Tag 31. Ventosa-Santo Domingo de la Calzada 32 km GPS + 500 Höhenmeter

Heute Morgen sind wir um 5.30 Uhr aufgestanden. Da es bereits heute Mittag über 30 Grad heiß werden sollte und für 14 Uhr eine Hitze Warnung mit Temperaturen über 35 Grad ausgegeben wurde, wollten wir vorher in der Herberge eintreffen. Leider hatte das Kaffee nicht wie angekündigt um 6 Uhr früh geöffnet, also mussten wir ohne Frühstück mit Kopflampe starten. Nach 10 km gab es dann in einem Café in Nájera das ersehnte Frühstück. Der Weg war ähnlich wie gestern recht langweilig und zog sich. Die Temperaturen stiegen rasch aufs unerträgliche an. Unterwegs traf ich einen braunen spanischen Wasserhund, der mit seinen Besitzern auf einer Tageswanderung war. Nach qualvollen letzten Kilometern in extrem heißen Temperaturen erreichten wir unsere Herberge. Abends gab es ein selbstgemachtes  Abendessen aus dem nahegelegenen Dia Supermarkt. Für morgen Früh haben wir noch einen Kaffee und etwas zu essen eingekauft, welche wir im Kühlschrank aufbewahren konnten. 

12.8.2021 Tag 32. Santo Domingo de la Calzada-Espinosa del Camino 31 km GPS + 600 Höhenmeter

Die Nacht war furchtbar. Da im Innenhof der Herberge 5 Hähne in einem Käfig gehalten wurden, krähten diese Extrem lautstark, immer mal wieder in der Nacht. So wurde ich nahezu jede Stunde durch diese geweckt. Nach unserem Frühstück mit Donut und Kaffee, brachen wir wie bereits gestern auch mit Kopflampe auf. Der Wegverlauf war ähnlich karg wie gestern. Es war sehr heiß aber heute wehte zumindestens ab 13 Uhr ein stärkerer Wind, wodurch die Hitze etwas angenehmer wurde. An einem Automat der mit nützlichen Dingen für Pilger aus der Apotheke gefüllt war, kaufte ich Tiger Balsam Rot, um meine seit 2 Tagen herrschenden Schmerzen an der Hüfte zu behandeln. Um 14 Uhr kamen wir in der Herberge Casa las Almas an, welche von den Deutschen Sabine und Uli betrieben wird. Hier wartete auch schon bereits Julian auf uns, der bereits heute Morgen kurz vor uns gestartet ist. Zu dritt haben wir uns eine Waschmaschine geteilt und Sabine hat die Wäsche sogar für uns aufgehangen. Heute Abend haben wir ein Abendessen bestellt und morgen früh gibt es um 6 Uhr Frühstück. 

13.8.2021 Tag 33. Espinosa del Camino-Cardeñuela Riopico 29 km GPS + 500 Höhenmeter

Das Abendessen war sehr lecker. Gestern hat mir Sabine gesagt das es genau 1.000 km von Le Puy-en-Velay bis zu ihrer Herberge seien. Also hatte ich ein kleines Jubiläum. Nach dem Frühstück um 6 Uhr früh sind Max, Julian und ich dann gemeinsam aufgebrochen. Die ersten 5 km verwendeten wir noch unsere Kopflampen, da es erst um kurz nach 7 Uhr hell wurde. Im Gegensatz zu den letzten beiden Tagen waren heute einige Höhenmeter zu bewältigen. Max hatte nach den ersten 14 km Probleme mit Krämpfen in den Oberschenkeln und mühte sich die restlichen Kilometer bis zur Herberge sichtlich ab. Auch die steigende Temperatur sowie der steinige Boden erschwerten die heutige Etappe für Ihn. Einen Ort vor unserem Etappenziel machte ich mit Max noch eine weitere Pause, während Julian direkt zur Herberge lief. Um 13.15 Uhr erreichten wir Cardeñuela Riopicio, genau zur richtigen Zeit, da bereits seit 12 Uhr eine Temperatur von 32 Grad herrschte. Heute sollten es bis zu 39 Grad heiß werden. In unserer Herberge gab es sogar einen Pool, in den jedoch nur Julian hineinging. Die Temperatur am Nachmittag war unglaublich hoch und wir waren froh, so früh angekommen zu sein. Morgen soll es sogar bis zu 41 Grad heiß werden. Abendessen und Frühstück gibt es direkt in unserer Herberge. 

14.8.2021 Tag 34. Cardeñuela Riopico-Tardajos 25 km GPS + 100 Höhenmeter

Die Nacht war erneut grausam. Nach dem Abendessen kam noch ein Spanier mit dem Rad an. Bis zu diesem Zeitpunkt waren wir nur zu 4 im Schlafsaal. Um 22.30 wurde ich plötzlich wach und hörte ein seltsames Geräusch. Auch Julian konnte es nicht identifizieren. Ich öffnete, schloss die Fenster und ging vor die Tür, doch die Geräuschquelle konnte ich nicht finden. Dann machte ich das Licht im Schlafraum an und lief diesen ab. Ganz am Ende lag der Pole mit einem Beatmungsgerät und war am schlafen. Das Geräusch kam von diesem Gerät und war so unerträglich nervig das wir die Nacht trotz Kopfhörer kaum schlafen konnten. Um 23 Uhr ist der spanische Radfahrer komplett angezogen nach draußen gegangen und verabschiedete sich bis später. Wo um Himmels Willen er um diese Zeit hin wollte blieb uns ein Rätsel. Julian versuchte morgens früh den Kaffeautomat zu bedienen, es kam aber anstatt Kaffee nur Wasser hinaus, deshalb sparten wir uns den 1 € für den Kaffee und tranken stattdessen Colacao Kakao. Danach starteten wir mit Kopflampe die ersten Kilometer auf der Straße. Am Flughafen links vorbei wählte ich die Route am Fluß entlang, da diese deutlich ruhiger und angenehmer zu gehen war. In Burgos angekommen war aufgrund eines Radrennens alles abgesperrt, die Streckenverläufe zum Teil nicht möglich und die meisten Geschäfte geschlossen. Nachdem wir in einem Supermarkt und Apotheke gewesen sind verließen wir die Stadt. Auf dem Weg trafen wir auf Julian, der ja heute Morgen, bereits um kurz vor 6 Uhr früh gestartet war. Um 13 Uhr erreichten wir unsere Herberge. Nach der Dusche und Handwäsche gab es erstmal ein leckeres kühles Getränk und eine Tortilla zur Stärkung. Heute sollen es bis zu 39 Grad heiß werden. 

15.8.2021 Tag 35. Tardajos-Castrojeriz 30.5 km GPS + 300 Höhenmeter

Um 5.30 Uhr klingelte der Wecker. Da es erst ab 7 Uhr in der Herberge Frühstück gab, brachen wir ohne auf. Die nächste Möglichkeit dazu sollte erst in 10 km kommen. In der Bar in Hornillos del Camino am KM Punkt 469 machten wir Pause und bestellten jeweils ein belegtes Baguette und etwas zu trinken. Danach folgte ein ödes Stück bis wir Hontanas erreichten. Hier hatte ich ja in der Vergangenheit schon 3x übernachtet. In einem Café neben der Kirche machten wir eine weitere Pause. Auch auf der heutigen Etappe trafen wir keinen echten Pilger, nur Tagespilger und Fahrrad Fahrer. Die Temperatur war heute gefühlt niedriger als gestern, aber immer noch um die 30 Grad. Die nächsten Tage sollen die Tageshöchsttemperaturen maximal 25 Grad betragen und längere Tagesetappen sind wieder möglich. Um 13 Uhr erreichten wir die Herberge. Dort war der Dachboden als Schlafkammer umgebaut. Hier war auch eine Klimaanlage installiert, ohne diese der Aufenthalt wohl unerträglich wäre. Nach Wäsche waschen gingen wir in das nebenliegende Café und genehmigten uns ein paar kalte Getränke.

Um 18 Uhr kam noch ein Pilger aus der Schweiz zu uns in den Schlafraum. Das Abendessen war reichhaltig und lecker.  

16.8.2021 Tag 36. Castrojeriz-Villarmentero de Campos 35 km GPS + 350 Höhenmeter

In der Herberge gab es am Morgen Toast, Cornflakes und Kaffee. Danach starteten wir mit Kopflampe. Den Gipfel des Hügels erreichten wir zum Sonnenaufgang und konnten so eine fantastische Aussicht auf die Landschaft genießen. Am Canal de Castilla gab es schon mal einen Vorgeschmack auf die Kilometerlangen gerade verlaufenden Etappen, des morgigen Tages. Das erste Mal sah ich das Shuttleboot, mit dem man auf dem Kanal fahren kann. Die Herberge in Villarmentero de Campo war früher mal schön gewesen, ist aber bestimmt seit 2 Jahren mehr als verkümmert. Alles war schmutzig und voller Müll. Durch die Gänse war überall Kot auf der Wiese und den Wegen. Die Bar war so schmutzig das ich abends nichts essen wollte und die Salami und Donut aus meinem Rucksack gegessen habe. Die anderen hatten das Menü bestellt, was erstaunlicherweise wirklich gut ausgesehen und ihnen auch geschmeckt hatte. 

17.8.2021 Tag 37. Villarmentero de Campos-Calzadilla de la Cueza 27 km GPS + 150 Höhenmeter

Aufgrund der heute geringeren Kilometeretappe sind wir um 6 Uhr früh aufgestanden. Ohne Frühstück starteten wir mit Kopflampe und genehmigten uns dann einen leckeren Kaffee und Tortilla con Patata in Carrion de Los Condes. Max und ich gingen dann noch kurz in den Supermarkt, bevor es auf die 18 km lange Etappe, welche nur gerade aus verläuft ging. Um 12.30 Uhr erreichten wir unsere Herberge. Max, Achim und ich nahmen uns ein Bett in der Herberge, Julian nahm sich an seinem letzten Abend ein Hotelzimmer. Das Café in der Herberge, welches normalerweise immer geöffnet hatte, war dieses Mal geschlossen. 50 m daneben gab es jedoch eine Bar, welche auch später am Abend das Essen anbietet. Nach dem wirklich leckeren Abendessen, verabschiedete sich Julian von uns. Da er morgen seinen letzten Tag hatte, wollte er so weit wie möglich Richtung Leon laufen und sehr früh am Morgen starten. 

18.8.2021 Tag 38. Calzadilla de la Cueza-Bercianos de Real Camino 32 km GPS + 300 Höhenmeter

Um 6.30 Uhr öffnete die neben der Herberge liegende Bar. Nach einem kurzen Frühstück mit 2 fertigen Schokocroissants und 4 Cortado brachen Max, Achim und ich auf. Julian wollte ja extrem früh los, da er heute an seinem letzten Tag, bis zum maximal körperlich Möglichen nach Leon laufen wollte. Gegen 18 Uhr wollte ich ihn dann kontaktieren und fragen wie weit er gekommen ist. Die heutige Etappe verlief ausschließlich geradeaus neben der Straße, auf feinen Kieswegen und war wie schon bekannt extrem eintönig. Um 14.30 Uhr erreichten wir unsere Herberge. Nachdem eine Gruppe mit 15 Italienern nach einer Pause weiterzog, verblieben erneut nur sehr wenige Pilger. Gespräche mit anderen Pilgern ergaben sich erneut leider keine. Jeder ist für sich sehr distanziert, Gruppen und Gespräche bilden sich nahezu ausschließlich Länderbezogen. Nachdem ich Julian 2x telefonisch kontaktierte, lief er bereits über 60 km. Er startete jedoch etwas später am Morgen, gegen 5 Uhr und nicht wie zunächst geplant gegen 3 Uhr. 

19.8.2021 Tag 39. Bercianos de Real Camino-Puente de Villarente 34 km GPS + 200 Höhenmeter

Da wir zu dritt in einem 4er Zimmer mit eigenem Bad waren schlief ich relativ gut. Um 6 Uhr starteten wir ohne Frühstück mit Kopflampe. In El Burgo Ranero tranken wir einen Kaffee und machten die erste kurze Pause. In Mansilla de las Mulas nach weiteren 12.5 km gingen wir zum Supermarkt und stärkten uns auf dem nebenliegenden Spielplatz mit Getränken und Snacks. Danach folgten weitere 12 km geradeaus neben der Landstraße, bis wir um 13.30 Uhr in der Herberge San Pelayo eintrafen. Von außen sieht die Herberge recht unscheinbar aus. Wenn man eintritt ist diese jedoch extrem groß und verfügt über mehrere Räume mit Einzelbetten und Stockbetten, einer großen Terrasse, Garten sowie einer Bar und Holzkohleofen. Wir nahmen die Einzelbetten mit insgesamt 8 Betten im Raum für 15.-€ pro Person. 

20.8.2021 Tag 40. Puente de Villarente-Villar de Mazarife 34.5 km GPS + 450 Höhenmeter

Heute Morgen starteten wir ohne Frühstück mit Kopflampe. Nach 12 km in Leon angekommen, gingen wir neben der Kathedrale in ein Café. Mir ist direkt aufgefallen, dass der LEON Schriftzug umgestellt wurde. Dieser steht nun vor der Kathedrale, damit diese mit auf das Fotomotiv passt. Vorher stand der Schriftzug an dem Metallbanner an der Seite. Max hatte sich leider bereits gestern dazu entschieden, sich eine Herberge in Leon zu buchen und lief daher nicht mehr mit Achim und mir weiter. Schade, denn zu dritt hatte das gemeinsame wandern und plaudern, großen Spaß gemacht. Ich bin gespannt, ob wir ihn nochmal wiedersehen. Nachdem wir uns in der Kathedrale einen Stempel geholt hatten und im Supermarkt waren, setzen wir unsere Wanderung fort. Um 15 Uhr erreichten wir unsere Herberge Tio Pepe, die auch über eine Bar mit Restaurant verfügte. Wir hatten ein 4er Zimmer nur für uns zwei. Insgesamt gab es in der Herberge drei Zimmer, welche belegt waren. Zum Abendessen sah man dann auch die restlichen 4 Pilger, die hier übernachteten. Das Pilger Menü war lecker und das Zimmer ist schön ruhig. Das WLAN war extrem schnell und ich konnte direkt meine Bilder vom gestrigen Tag hochladen. Die Nacht wird hoffentlich ruhiger als die gestrige. 

21.8.2021 Tag 41. Villar de Mazarife-Astorga 32 km GPS + 250 Höhenmeter

Heute sind wir erneut im Dunklen um 6 Uhr früh ohne Frühstück gestartet. Nach 10 km in Villavante hatte jedoch die Herberge und die einzige Bar geschlossen. Na super. Also nochmals 6 km weiter bis nach Hospital de Orbigo. Dort ging ich in den kleinen Supermarkt und ließ mir ein schönes Baguette mit Schinken, Köse, Tomate und Olivenöl belegen. Achim startete 10 min vor mir Richtung Astorga. Das jetzige Stück fand ich wieder einmal extrem eintönig. Am Kreuz kurz nach dem Bauernhof, fand ich meinen Stein wieder, den ich 2019 dort abgelegt hatte. Heute nervten mich den ganzen Tag meine Fußballen. Auch nach 3x Socken wechseln wurde es nicht besser und so wechselte ich meine Schuheinlage. Statt der orthopädischen, verwendete ich nun die Original Einlage von Brooks. Das Laufgefühl wurde besser und so konnte ich die nächsten zwei Stunden wieder entspannt weiterlaufen. In Astorga hatte ich ja das Hotel La Peseta gebucht, welches ich mir mit Achim teilte. Endlich mal eine Dusche nehmen und sich mit Baumwollhandtüchern abtrocknen. 200 m neben dem Hotel gab es einen Waschsalon wo wir unsere Kleidung reinigten. 

22.8.2021 Tag 42. Astorga-Foncebadón 26 km GPS + 650 Höhenmeter

Um 7 Uhr ging ich in die Bar gegenüber dem Hotel und bestellte mir zuerst einmal 2 Cortado. Achim startete bereits um kurz nach 6 Uhr.  Ich wollte heute jedoch nicht erneut mit Kopflampe starten, zudem die heutige Etappe ja nicht besonders lang war. Der Wegverlauf war recht monoton. Andere Pilger traf ich unterwegs kaum, da Sonntag war, gab es jedoch viele Radfahrer. In El Gonso buchte ich dann das letzte Doppelzimmer für Achim und mich, da sämtliche Herbergen in Foncebadón belegt waren. Unterwegs trafen wir noch Laura und ihre zwei Begleiter aus Deutschland. Achim erzählte mir das ihre Füße wohl ziemlich kaputt seien und sie große Schmerzen habe. Beim Anstieg nach Foncebadón, wählte ich mit, aufgrund der Hitze aufgespannten Sonnenschirm auf der Straße. Berg hoch bin ich ja doch recht zügig unterwegs und das Überholen der Pilger auf dem schmalen Pfad, ist einfach zu nervig. Um 13 Uhr erreichte ich unser Hostal La Possada del Druida, wo Achim schon bei einem kühlen Bier draußen am Tisch saß. Als Laura ankam sagte ich das ich mir gerne mal die Füße ansehen könnte, um die Blasen zu verarzten. Nach dem Abendessen gegenüber in der Bar mit kleinem Supermarkt, welches hervorragend schmeckte, wurden Lauras Füße repariert. Achim saß mit einer Chipstüte dabei und hatte seinen Spaß. Laura betäubte sich mit Bier und nach gut 1.5 Stunden waren gut 8 zum Teil heftigste Blasen unter extrem großen Schmerzen verarztet. Die Blasen waren an der Ferse so groß, dass 3 Compeed Plaster benutzt werden mussten. Gut 90% der Männer hätten mit diesen Blasen bereits ihre Reise abgebrochen. Trotzdem war ich skeptisch, da Laura bereits nach den ersten heftigen Blasen ihre Wanderschuhe gegen neue Trailrunning Schuhe getauscht hatte, die Blasen aber immer mehr wurden. Ich empfahl dringend Sandalen zu kaufen. Die morgige Etappe wird für die Füße brutal und ich befürchtete das schlimmste.

23.8.2021 Tag 43. Foncebadón-Ponferrada 26.5 km GPS + 300 Höhenmeter

Achim startete bereits um kurz nach 6 Uhr. Ich ging um 6.30 Uhr zum Frühstück in unser Hostel. Nach zwei Cortado und einer Banane machte ich mich auf zum Cruz de Ferro, welches ich bei Sonnenaufgang erreichte. Da heute Vollmond war, konnte ich wunderschöne Aufnahmen einfangen. Danach folgte der bekannte Abstieg mit insgesamt knapp 1500 Höhenmeter bis Molinaseca. Ich entschloss mich nahezu die gesamte Bergab Passage auf der Straße zu laufen. Sämtliche Herbergen und alle Bars waren von Foncebadón bis Molinaseca geschlossen. Die Pilger waren allesamt mehr als verärgert. Scheinbar wollen die Spanier kein Geld verdienen, trotz der angeblich massiven Ausfälle die COVID verursacht hat. In Molinaseca bin ich zu meinem bekannten Supermarkt hinter der Brücke gegangen und habe mir ein Baguette belegen lassen, etwas getrunken und eine Pause gemacht. Um 12.30 Uhr erreichte ich die öffentliche Pilgerherberge. 15 min nach mir traf auch Achim ein, der die Wegvariante gewählt hatte bei dieser die Herberge leider nicht auf der Route liegt. Dadurch musste er noch einen kleinen Umweg gehen. In den nächsten Dörfern waren leider keine Herbergen mehr frei, weshalb wir uns entschlossen hier zu bleiben. Da in der Nähe ein großer Mercadona Supermarkt ist, kaufte ich für das Abendessen dort etwas ein. Laura kam humpelnd mit den zwei Jungs um 14 Uhr in der Herberge an. Da ein Decathlon 2 km entfernt war und Laura mit den Schuhen nicht mehr weitergehen wollte, entschlossen wir uns mit dem Bus dort hin zu fahren. Gegenüber der Herberge gab es einen Minibus zum Decathlon. Die Fahrt kostete 1.10 €. Achim probierte Wanderhosen, Laura entschied sich nach anprobieren verschiedener Sandalen für ein Modell für 20 € und ich kaufte mir eine Packung Magnesiumtabletten zum kauen. In der Herberge angekommen wurden im Garten alle Blasen kontrolliert, die Compeed erneuert und die zusätzlich 4 weiteren Blasen mit Compeed und Faden versorgt. Hoffentlich funktionieren die Sandalen besser und es kommen keine neuen Blasen hinzu. Durch die Belüftung und weniger Druck, sollten die vorhandenen Blasen nun schnell abheilen. Trotzdem wird dies mindestens 4-6 Wochen dauern. 

24.8.2021 Tag 44. Ponferrada-Trabadelo 33 km GPS + 400 Höhenmeter

Gegenüber der Herberge hatte das Café bereits ab 6 Uhr geöffnet. Der Weg verlief dann zuerst einmal durch die Stadt, vorbei an der Festung in Richtung Stadtgrenze. Vor der Festung traf ich Mike aus Rotterdam wieder und wir beschlossen zusammen zu wandern. Nach dem nervigen Stück auf der Landstraße traf ich Achim wieder, der heute früh in der Küche der Herberge, mit Lebensmitteln aus dem Supermarkt gefrühstückt hatte. In Camponaraya machten wir eine kurze Pause. In Villafranca del Bierzo wählte ich die Strecke auf der Straße und nicht den Camino Duro. Heute buchte ich mir ein Einzelzimmer in der Herberge El Puente de Peregrino. Nachdem ich auf der Terrasse vor der Herberge saß, kamen die zwei Frauen aus Luxemburg vorbei und wir verabredeten uns nach einem Plausch zum Abendessen um 19 Uhr. Das Essen war das beste auf dem gesamten Jakobsweg. Als Vorspeise bestellte ich einen Rucolasalat mit Mozzarella und danach Curry mit Reis. Es gab nur Vegetarische/ Vegane Gerichte zum bestellen. Das Essen war frisch, perfekt gewürzt und schmecke unglaublich gut. Als Dessert gab es noch einen Brownie mit Vanilleeis. 

25.8.2021 Tag 45. Trabadelo-Triacastela 40.5 km GPS + 1.200 Höhenmeter

Um 7 Uhr bin ich gestartet. Kurz hinter Hospital begann dann der lange Aufstieg nach O Cebreio. Das Wetter war jedoch ideal und wolkenlos und dadurch konnte man herrlich die ganzen Berge sehen. Als ich in O Cebreio ankam, war der ganze Parkplatz voller Autos und das Dorf prall mit Menschen gefüllt. Natürlich nur Touristen, Tagespilger und sehr viele Radfahrer. Die mir bekannten Cafés hatten erstaunlicherweise auf der heutigen Etappe alle geöffnet. Die Weltbekannte Waschmaschine hatte ich heute auch fotografiert. Der lange Abstieg von Fonfría bis nach Tricastela war für die Fußsohle am Ende der Etappe nochmals ziemlich anstrengend. Trotz der Menge an Herbergen, die angeblich alle belegt sind, habe ich im ganzen Dorf in den Bars und beim Abendessen, höchstens 30 Pilger gesehen. Im Complexo Xacobeo hatte ich ein kleines Einzelzimmer mit eigenem Bad für nur 25 € bekommen. Vorher hatte ich bereits 5 Herbergen kontaktiert, die alle voll belegt waren. Im Hauseigenen Restaurant, traf ich dann auch auf die ersten amerikanischen Gruppen die mit sämtlichen Firlefanz (Hdy-Hülle, Hut, T-Shirt, Sticker) vom Jakobsweg ausgestattet waren, das Gepäck natürlich transportieren lassen und 15 km am Tag wandern. Es wurde ein riesiges Drama gemacht bis das Essen bestellt wurde, permanent wurde die Bedienung gerufen weil etwas nicht stimmte oder vergessen wurde. Alles war AMAZING oder es wurde gemeckert. Permanent wurde FaceTime, FACEBOOK und INSTAGRAM beim Essen genutzt und andere Pilger im Restaurant angesprochen, damit diese dann die Leute im Telefon grüßen. Schade das sie mich nicht angesprochen hat. Ich hätte ihr gerne meinen Kommentar zu diesem Kasperltheater gegeben. Nach diesem Event stand mein Entschluss fest, morgen nachdem ich in Sarria angekommen bin, bis nach Arzuá mit dem Bus zu fahren, um mir weitere dieser Szenen zu ersparen. Das Essen war im Vergleich zu gestern eine Katastrophe und kostete das selbe. Ab hier beginnt bis Santiago halt der Ultimative Pilgernepp. 

26.8.2021 Tag 46. Triacastela-Sarria 20 km GPS + 350 Höhenmeter - Arzuá

Heute Morgen bin ich um 6.30 Uhr in das Café der Herberge gegangen. Nach drei Cortado startete ich mit Kopflampe im dunklen. Erst gegen 7.30 Uhr war es hell genug um ohne zusätzliches Licht zu gehen, ohne dabei über die steinigen Anstiege zu stolpern. Die Landschaft bei Samos war sehr schön und durch den Nebel im Tal,  wirkte alles besonders idyllisch. Gegen Vormittag erreichte ich Sarria. Aufgrund der Problematik mit den Übernachtungsmöglichkeiten auf den letzten 100 km und der mich nervenden Menge an Tagespilgern in der Vergangenheit, hatte ich mich dazu entschieden mit dem Bus bis Arzuá zu fahren. Nachdem ich 10 Herbergen angerufen hatte und alles belegt war, musste ich ein Hotel für 80 € buchen. Um 16.15 Uhr fuhr der Buss und erreichte nach knapp 1.5 Stunden Fahrt für 7 € Arzuá. Das Hotel lag nur 50 m neben der Haltestelle. Frühstück ist wenigstens im Preis inbegriffen und wird ab 6.30 Uhr serviert. Morgen werde ich dann in einem Stück bis nach Santiago durchgehen. 

27.8.2021 Tag 47. Arzuá-Santiago de Compostela 40.5 km GPS + 1.700 Höhenmeter

Im Hotel gab es heute Morgen ein kleines Frühstücksbuffet. Danach startete ich um 7.15 Uhr. Da es immer noch dunkel war, erneut mit Kopflampe. Schon nach den ersten hundert Meter waren unzählige Spanische Pilger unterwegs, darunter sehr viele Jugendliche aufgrund der Ferien. In den ersten Kilometern traf ich mehr Leute als in den vergangenen Wochen. Meine Entscheidung die letzten 100 km etwas zu kürzen, war genau richtig. Auf dem gesamten Weg bis nach Santiago, traf ich nicht einen einzigen Pilger, der mehr als 100 km zurück gelegt hatte. Zudem waren extrem viele Radfahrer unterwegs, die natürlich auch auf den gleichen Pfaden wie die Pilger fahren müssen. Permanent wurde von hinten geklingelt und man musste sich an die Seite drängen. Die Masse an Pilgern nahm immer mehr zu, bis plötzlich 10 km vor Santiago, ab 13.30 Uhr kein Pilger mehr zu sehen war. Selbst am Santiago Schriftzug war niemand, so dass ich mein Foto als Selfie aufnehmen musste. Und dann kurz vor der Kathedrale waren auf einmal wieder hunderte Pilger zu sehen. Riesige Gruppen mit gleichfarbigen T-Shirts standen auf dem Platz und waren am Feiern. Ich bin dann zuerst einmal ins Pilgerbüro und wollte meine Urkunde abholen. Aber weit gefehlt. Mit Sicherheitsdienst vor der Tür, war nur der Zugang mit einen QR Code möglich, den man zunächst auf der katastrophal funktionierenden Website der Kathedrale generieren musste. Ab 16:00 Uhr war für den heutigen Tag aber kein Einlass mehr. Morgen früh ab 9:00 Uhr öffnet das Büro wieder,  dann kann man mit dem QR-Code wieder hin gehen und bekommt ein Zeitfenster mitgeteilt, wo man dann für die Pilgerurkunde nochmal anstehen darf. Wie schön und unkompliziert funktionierte es doch in der Vergangenheit immer. Zudem finde ich es äußerst traurig, dass keinerlei Unterschied gemacht wird von Pilgern, die lediglich die 100 km spaziert sind und jenen, die mehrere hundert Kilometer zu Fuß zurückgelegt haben. Genau der gleiche Unsinn ist das Pilgergruppen in den öffentlichen Herbergen einfach Betten reservieren können, jedoch Pilger die alleine zig Kilometer unterwegs sind dann kein Bett mehr bekommen, da alles voll ist. Im 2 Sterne Hotel Librédon bekam ich das letzte Zimmer für 89 €, welches schön eingerichtet war und über ein eigenes Bad verfügte. Kurz nach dem Eintreffen entschied ich mich dann dafür, noch einen Flug nach Hause zu suchen und fand ein Ryanairflug für den nächsten Tag (Samstag), welchen ich direkt buchte. Ich hatte keine Motivation mehr nach Finisterre und Muxia innerhalb der Spanischen Ferienzeit zu gehen. Zudem wäre der nächste Rückflug erst wieder ab Mittwoch möglich gewesen. 

28.8.2021 Abreise

Heute bin ich um kurz vor 8 Uhr zum Frühstück in das neben dem Pilgerbüro gelegene Café gegangen. In Sichtweite konnte ich schon ca. 20 Pilger sehen, die bereits angestanden haben. Plötzlich lief Mathieu grüßend an mir vorbei, dem ich in einer Herberge die Füße repariert hatte und wir uns einige Tage begegnet sind. Um 8.15 Uhr ging ich dann auch zum Pilgerbüro und stellte fest, als ich um die Ecke schaute, das schon 300 Pilger in einer riesigen Schlange anstanden. Ich stellte mich dann einfach direkt neben Mathieu. Dieser bedankte sich nochmals für meine Hilfe mit den Füßen, ohne die er nach eigener Aussage, den Camino nicht so schnell und schmerzfrei hätte fortsetzen können. Um 9 Uhr wurde die Eingangstür geöffnet und die Pilgermassen strömten zügig mit dem zuvor generierten QR-Code ein. Dann musste man im Außengebäude nochmals in einer Schlange anstehen, um dann von nur einem Mitarbeiter, einen Zettel mit einer Nummer und einem QR-Code zu erhalten. Im Gebäude war ein Bildschirm, der die aktuellen Nummern anzeigte. Mit dem QR-Code auf dem Zettel konnte man nachschauen wie diese aktuell lautete. Ich hatte die Nummer 252. Als wir den Zettel bekommen hatten, wurde gerade Nummer 60 angezeigt. Nach 4 Stunden stand ich endlich am Schalter und konnte meine Compostela abholen. Danach gingen wir direkt zum Mittagessen, da wir großen Hunger hatten. Wir waren um kurz nach 12 Uhr die ersten Gäste, die etwas zu essen bestellten. Nach dem Essen verabschiedete ich mich und ging in Richtung Bus-Bahnhof. Da dieser jedoch verlegt wurde und ich die Haltestelle trotz mehrmaligem Fragen nicht fand, bestellte ich mir für 21 € ein Taxi und fuhr zum Flughafen. Der Ryanair Flug hob pünktlich um 17.20 Uhr ab und landete um 19.40 Uhr in Frankfurt Hahn. Mein Vater holte mich am Flughafen ab und so war ich bereits um 21 Uhr in meiner Wohnung.            


Kommentare: 4
  • #4

    Yves-Marcel Wagner (Dienstag, 07 September 2021 20:17)

    Danke Frank

  • #3

    Frank Kutzner (Dienstag, 07 September 2021 14:02)

    Gratuliere dir zum erneuten "Finish"! Du Tier!!!
    ;-)

  • #2

    Yves-Marcel Wagner (Montag, 30 August 2021 11:24)

    Hallo Sabrina. Danke für deine Nachricht. Nachdem ich vollständig geimpft war und die Covid Zahlen in Frankreich gut aussahen bin ich dort gestartet. Die Via Vodiensis / GR65 verfügt über eine sehr gute Infrastruktur und daher wählte ich diesen Weg, um ausreichend Unterkünfte zu bekommen. Wie es dann später in Spanien aussehen würde wusste ich ja nicht. Im schlimmsten Falle wäre ich dann nach der Via Podiensis abgereist. Bezüglich der Covid Maßnahmen gibt es eigentlich keine. In Frankreich interessierte es niemanden vor dem 1.8.2021. Die Leute trugen keine Masken, Desinfektionsmittel, Seife und Handtücher für die Hände gab es nicht in den Toiletten. Dies ist leider auch zu 80% in den spanischen Herbergen der Fall. Die meisten Pilger waschen sich leider noch nicht einmal nach dem Toilettengang die Hände, wenn zudem keine Seife oder Handtücher vorhanden sind erst recht nicht. Dadurch werden Keime jeglicher Art in den Herbergen und Gaststätten verteilt. Ich habe meine eigene Seife und Taschentücher benutzt und nach jeglichem Kontakt zu Gegenständen meine Hände desinfiziert, besonders nach dem Kontakt mit Bargeld. Das aktuell größte Problem ist jedoch das sehr viele Cafes und Herbergen geschlossen sind. Wenn dies auf dem Camino Frances schon so massiv ist, können aktuell und in Zukunft kleinere oder unbekanntere Jakobswege in Spanien, nicht mehr problemlos gelaufen werden. Ob der Jakobsweg noch einmal so wird wie in 2019 sehe, ich kritisch. Ich denke das auf die nächsten 2-4 Jahre noch chaotische Zustände herrschen werden. Gruß Marcel

  • #1

    Sabrina (Sonntag, 29 August 2021 19:31)

    Hallo mein Name ist Sabrina und mit Freude habe ich deinen Bericht gelesen. Einfach unglaublich, so eine lange Strecke zu pilgern, in meinen Augen. Bestimmt kennst du das BUCH,FILM - "BIN DANN MAL WEG!" - von Hape Kerkeling. Das hat mir großen Anreiz gegeben, aber schon vorher hat mich der Jakobsweg gereizt, bzw. allg. Pilgern.
    Würdest du sagen "PILGERN" hat sich verändert, seit Covid19? Zumindest das mit dem QR - Code hört sich sehr nervig an...
    Ich kenne Spanien, mittlerweile ganz gut und mit Hostel`s habe ich ein Problem, da kann ich nicht schlafen. Respekt auch das du Mitten im Sommer gepilgert bist, warum eigentlich?
    Wie war das mit der Hygiene in einer Herberge?
    Ich werde den Jakobsweg eines Tages gehen. Wann, steht noch in den Sternen. Danke für deine tollen Berichte.
    Gruß Sabrina.