Radreise nach Griechenland mit dem e-MTB

 

Start Sankt Sebastian - Deutschland - Österreich - Italien - Slowenien - Kroatien - Bosnien Herzegowina - Montenegro - Albanien - Griechenland - Italien

- Schweiz - Deutschland - Ziel Sankt Sebastian 

 

Vom 16.4 bis 1.6.2026 

Gesamt 6.500 km

Anstieg 58.500 Meter

0 Platten

3 Tage Regen

47 Radtage

0 Pausentage

Längste Fahrt 193 km

Kürzeste Fahrt 49 km 

(Tag Fähre Griechenland-Italien)

Tagesdurchschnitt 138 km

Gerettete Tiere auf der Straße:

Landschildkröten 3

Wasserschildkröten 1

Schlangen 3

Mäusebussard 1


Übersichtskarte von Komoot, OpenStreetMap


Radreise Athen 16.4.2026 Tag 1. Sankt Sebastian-Dreieich 154 km Gesamtanstieg 420 m

 

Um 8.30 Uhr startete ich von meinen Eltern aus Richtung Athen. In Bingen stoppte ich nach gut 4 Stunden das erste Mal für eine Mittagspause. In dieser Metzgerei hatte ich auch letztes Mal bei meiner Tour nach Palermo gestoppt. Die Strecke bis nach Mainz war mir ja bekannt, da ich diese schon mehrfach gefahren bin. Zwischendurch regnet es immer wieder mal kurz. Mit der neuen Gore Jacke mit Windstopper bin ich aber sehr zufrieden. Mein Hotel Herrnbrod & Ständecke in Dreieich buchte ich 30 km vorher. Ich wurde super freundlich begrüßt. Nachdem ich Kettenwachs aufgetragen hatte und die Dämpfer gepflegt, brachte ich das Fahrrad in die Garage. Im Hotel gab es direkt noch ein Restaurant wo man leckere urige deutsche Küche essen konnte. Meinen Hintern spüre ich heute schon ordentlich, da ich ja lange Zeit nicht im Sattel gesessen hatte. 

Radreise Athen 17.4.2026 Tag 2. Dreieich-Tauberrettersheim 156 km Gesamtanstieg 950 m

 

Bereits ab 6 Uhr gab es Frühstück, da viele Handwerker im Hotel übernachten. Früh am Morgen war es noch recht frisch aber bereits gegen 9 Uhr mit der Sonne wurde es angenehm warm. Da ich mit meinen neuen Radschuhen nicht zurechtkam rief, ich meine Eltern an das mir diese ein anderes Paar von zu Hause vorbeibringen. Ich folgte ganz normal meiner Route und meine Mutter trackte mich mit dem iPhone. Als ich gegen 10.30 Uhr beim Rewe eine Pause machte um etwas zu trinken, trafen gut 10 Minuten später auch meine Eltern ein. Ich wechselte die Schuhe, packte die anderen Schuhe ins Auto und fuhr dann weiter. Meine Eltern machten dann noch einen Ausflug nach Rothenburg ob der Tauber. Das Wetter war jetzt traumhaft schön. Es folgten einige Abschnitte durch den Wald sowie viele Kurvige Abschnitte mit Etliche Steigungen. Heute buchte ich mir das Hotel ,,Krone das Hotel,, in Tauberrettersheim. 20 km vor dem Hotel tauchten dann unzählige Senioren Radfahrer auf, da dies wohl eine sehr beliebte Radstrecke ist. Es ist schon erstaunlich wie gebrechlich mache auf dem eBike sitzen und mit 25 km/h ohne jegliche Tretbewegung Vorwärtskommen. Sozusagen vom Rollator auf das eBike. Na ich selbst fahre ja auch eBike und bin daher bei den klassischen Radfahrern verpönt. Frühstück gibt es morgen Früh leider erst um 7.45 Uhr. 

Radreise Athen 18.4.2026 Tag 3. Tauberrettersheim-Gaimersheim 175 km Gesamtanstieg 1.400 m

 

Heute konnte ich erst um 7.45 Uhr zum Frühstück gehen, eigentlich wäre ich gern um 7 Uhr gestartet. Der frühe Vogel fängt den Wurm usw. Rothenburg ob der Tauber erreichte ich um kurz nach 10 Uhr. Ich hatte aber noch keinen Energiebedarf für einen Stopp. Die Strecke führte mich durch die Stadt, so konnte ich einige Highlights fotografieren. Die Strecke führte nun durch viele landwirtschaftlich genutzte Flächen mit einen Bauernhof neben dem anderen. Überall waren Lämmer geboren worden und sie jammerten alle herum. Die Schäfer waren schwer beschäftigt diese alle zu versorgen und zu kennzeichnen. Um kurz nach 11 Uhr kam ich an einem Nahkauf in einem kleinen Dorf vorbei und füllte Getränke auf. Hier im Dorf sah ich auf einer umzäunten Wiese kleine Bennett-Wallabys, die Babys in ihren Beuteln trugen. Zwischendurch war es brutal heiß und die Sonne knallte erbarmungslos herab. Sobald ich aber wieder überlegte die Windjacke auszuziehen, frischte der Wind wieder auf. Um 13 Uhr stoppte ich an einem Rewe und kaufte mir ein belegtes Chicken-Sandwich in der Bäckerei. Zu dem Zeitpunkt war es unerträglich heiß und ich suchte mir für die Pause einen Platz im Schatten. Nach knapp 125 km suchte ich mir ein Hotel und fand in 50 km Entfernung das HOTEL NEW IN - Ingolstadt - Gaimersheim. Wie es natürlich so üblich ist, waren die letzten 50 km recht anstrengend, da ordentlich Höhenmeter zu bewältigen waren. Man sieht es auch schön in der Übersicht. Ab KM 125 geht es nur noch hoch und runter 🤯. Als ich beim Hotel angekommen bin, folgte nach dem Check- in die Tägliche Radpflege Routine wie nach jeder Tour. Alle Dämpfer+Sattelstütze sauber machen und schmieren. Dann die Kette abwischen und das flüssige Kettenwachs auftragen. Dies kann dann über Nacht antrocknen. Nach etwas Problemen wo das Rad abgestellt werden kann, konnte ich es doch in den Getränkeraum einschließen. Nach Duschen und Handwäsche ist es schon 20 Uhr. Bissl Streckenplanung für morgen und dann ist es auch schon Zeit zum Schlafen. 

Radreise Athen 19.4.2026 Tag 4. Tauberrettersheim-Unterneukirchen 156 km Gesamtanstieg 1.200 m

 

Als ich um 7.30 Uhr runter ging war schon das ältere Pärchen am Frühstück, obwohl es erst um 7.45 Uhr starten sollte. Zum Glück war noch genug für mich da 😅. Sie sind mit ihrem Camper unterwegs und übernachten im Hotel. Da fällt dir Nix mehr ein. Der Himmel war zu Beginn bereits sehr dunkel und es sah nach Regen aus. Nach kurzer Zeit fing es an zu nieseln, dann wurde es etwas heftiger. Dazu kam recht starker Wind. Passend dazu das dann die Gravelpassagen durch den Wald folgten, damit das Rad auch seine Dreck-Patina bekommt. Trotzdem hatte ich mit dem Wetter noch viel Glück. Ich musste keine Regensachen anziehen und konnte den ganzen Tag mit der Windjacke fahren. In Landshut angekommen, musste ich eigentlich über den Marktplatz fahren, hier war aber ein Food Festival mit Menschenmassen und ich musste mir einen Umweg suchen. 

Leo machte mich in meinem Gästebuch darauf Aufmerksam ,,In Landshut war kein Food-Festival - das ist unser Volksfest "Frühjahrsdult". Hier wird Bier in Maßkrügen getrunken - wie beim Oktoberfest,,

Wenig später kam ich an einer Bäckerei vorbei. Ich kaufte mir ein belegtes Schnitzel Sandwich. Draußen konnte ich unter einem großen Sonnenschirm meine Pause im stehen machen. Der Radfahrer steht nämlich bei der Pause, da er ja die ganze Zeit im Sattel sitzt. Ich buchte mir das Raspl`s Hotel Traumschmiede über booking.com. Das Hotel ist schön, sehr freundliches Personal und es gibt sogar eine extra Lagerhalle um die Räder abzustellen. An der Wand sind sogar Ladegeräte installiert und es gibt eine kleine Werkbank mit Werkzeug usw. Das Hotel hat auch eine eigene Restaurant, wo ich dann um 17 Uhr gegessen habe. Da bei mir im Bad sogar eine Heizung ist, welche angeschlossen ist, habe ich noch etwas Handwäsche gemacht und diese zum Trocknen aufgehangen.

Radreise Athen 20.4.2026 Tag 5. Unterneukirchen-Radstadt 146 km Gesamtanstieg 1.200 m

 

Das Frühstücksbüffet war heute Morgen ausgezeichnet, was man vom Wetter leider nicht sagen konnte. Es war brutal kalt 🥶und richtig warm wurde ich nie richtig. Ich konnte die heutige Route von Komoot nicht auf das Bosch Nyon übertragen, da ich die Karte von Österreich nicht runtergeladen hatte 🤯. Die Bosch Routenführung funktionierte zwar über die App mit Übertragung auf das Nyon, aber die Route war anders und so navigierte ich mit dem iPhone und Komoot. Der erste Stop war ein Rossmann, da mein Gillette All in one Rasierer den Geist aufgegeben hatte. Ich kaufte noch eine kleine Bürste für die Kette, Arnika Gel und Eiweiß Riegel als Proviant. Die Route führte nach der österreichischen Grenze am Salzach Fluss lang. Hier waren etliche große Bäume von Biebern angenagt worden. Einige waren mit Motorsägen vorsorglich oberhalb der Bissspuren gefällt worden. In Salzburg gab es dann eine kleine chinesische Mauer zu sehen. Es wurde gefühlt immer kälter und als ich um 12.50 Uhr in Kuchl eine Metzgerei sah, wollte ich etwas warmes Essen um mich etwas aufzuwärmen. Ich bestellte für Elchi und mich ein Fleischkäsebrötchen mit Paprika und ein Krustenbraten Brötchen, beide mit Senf. Die Brötchen schmeckten unfassbar lecker. Um 13 Uhr schloss die Metzgerei zur Mittagspause, perfektes Timing. Der Akku von meinem Hdy war bei 20% als ich an einer Autowerkstatt vorbei fuhr. Ich fragte drin, ob ich mein Handy kurz laden könnte und ob sie ein WLAN hätten. Über das WLAN konnte ich dann die Karte von Österreich für das Bosch Nyon herunterladen. Somit konnte ich die restliche Komoot Tour übertragen und mein IPhone wurde nicht mehr zur Navigation benötigt. Die restlichen 22 km hatten es noch mal ordentlich in sich mit etlichen Höhenmetern durch Schluchten und Passstraßen, mit leichtem Regen auf der Landstraße. 5 km vor dem Ziel stoppte ich noch mal für ein klassisches Red Bull in der Glasflasche um die Energie etwas aufzufüllen. Heute übernachte ich im Haus Susanne. Nach dem Checkin und einer heißen Dusche, lud ich dann noch die restlichen Länder durch die ich Fahre bis Griechenland in das Bosch Nyon. 

Radreise Athen 21.4.2026 Tag 6. Radstadt-Kellerberg 127 km Gesamtanstieg 2.300 m

 

Beim Frühstücken zeigten mir die Gastgeber im Fernsehen die zwei Berge die ich passieren musste. Hier wird aktuell noch Ski gefahren und die Lifte sind in Betrieb. Es liegt Schnee und es ist Schweine Kalt 🥶. Also startete ich und legte mir meine Gore-Tex Regenkleidung griffbereit in die Tasche. Zunächst fuhr ich ein bissl Gravel mäßig am Bach parallel der Landstraße entlang. Die Passstraße nach Obertauern war nur Landstraße. Es ging Kilometerlang brutal steil nach oben und ich fuhr schwitzend zeitweise sogar im ersten Gang. Ab und an Stoppte ich kurz um die Oberschenkel auszuschütteln. Oben angekommen waren viele Liftanlagen und auch einige Hotels und Geschäfte geöffnet. Ich zog meine Regensachen an um mir bei der langen Abfahrt keine Erfrierungen zuzuziehen, denn die Temperatur lag bei knapp 2 Grad. Ich musste auch meinen Buff über die Nase ziehen, da mir bereits nach wenigen Hundert Metern die Wangen zu brennen anfingen. Mit Buff war es deutlich angenehmer. Entspannt fuhr ich Spitze 73 km/h bergab trotz das ich wirklich viel am Bremsen war. Im Tal in Mautendorf angekommen stoppte ich an einer Bäckerei und füllte Kalorien auf. Ich zog die Regensachen wieder auf und fuhr in Richtung des zweiten Passes. Die Passstraße nach Patschberg war ein wenig kürzer, aber dafür nochmals etwas steiler. Oben Klatschnass angekommen, Regensachen an und runter ging es wieder 😅. Im Tal angekommen folgte der Radweg dem Bach/Fluss Drau. Hier herrschte die ganze Zeit ein permanenter brutaler Gegenwind, wie man an der Windfahne gut erkennen kann. Die vielen Höhenmeter auf der heutigen Etappe waren kräftezehrend und daher folgte eine kürzere Etappe  Heute übernachte ich im Dorfgasthof Hotel Staberhof. Dieses hatte einen eigenen großen Raum um die eBikes wegschließen zu können. 

Radreise Athen 22.4.2026 Tag 7. Kellerberg-Udine 148 km Gesamtanstieg 800 m

 

Um 7 Uhr bin ich zum Frühstück, danach belud ich mein Rad vor der Tür. Es war sehr kalt daher zog ich meine Lange Hose über meine Radhose und meinen Fleece Pullover + Puff Jacke + Mütze + Windbreaker. Direkt nach 300 m hörte ich Ziegenbabys schreien. Ich stoppte und lief hin. Die kleine Ziege kam zu mir gelaufen, da sie bestimmt dachte das ich sie füttern werde. Ich trag noch auf einen aus Österreich der mit seinem Gravel Rad und einem Zelt unterwegs war. Als es dann bergauf ging verabschiedeten wir uns. Ab Villach begann der Alpe Adria Radweg der auf einer alten Bahnlinie liegt. Nach etlichen Höhenmeter Aufstieg erreichte ich Tarvisio in Italien. In Pontebba kaufte ich mir in einer typischen italienischen kleinen Bäckerei ein Apfelstrudel Teilchen und machte eine kurze Pause. Von hier an ging es quasi permanent immer leicht bergab. Am gesamten Wegverlauf sah man überall noch die Reste der alten Bahnhöfe und Gebäude. In Chiusaforte wurde der alte Bahnhof als Café genutzt. Hier sah ich eine Schlingnatter, die sich auf dem Asphalt sonnte. Als ich meine Lange Hose auszog traf ich den Österreicher wieder. Er wusste noch nicht genau ob er in Udine stoppen würde. Er müsste auch noch nach einem Campingplatz schauen. Heute waren zwei Sperrungen auf meiner Route. Einmal musste ich einen kleinen Umweg fahren, das andere Mal quetschte ich mich einfach an den Absperrungen durch. Auch sah ich einige Bunkeranlagen welche in die Berge eingebaut waren. Die Schießscharte waren mit Steinatrappen abgedeckt und konnten auf- und zugeklappt werden. Heute traf ich das erste Mal auf drei Esel. Den einen fütterte ich mit Löwenzahnblättern. Diese essen sie besonders gerne. Dann bemerkte ich wie er sich auf die Hinterbeine stellte um an die Blätter vom Baum zu kommen. Ich flückte ihm ein paar Zweige ab an die ich drankam. Ich buchte mir heute extra das Meditur Hotel Udine Nord welches etwas außerhalb von Udine liegt. 


Radreise Athen 23.4.2026 Tag 8. Udine-Katoro 156 km

Gesamtanstieg 920 m

 

In der Früh packte ich meine warme sowie die Regenkleidung nach unten in die Packtaschen, da es jetzt ja wärmer wird. Nach einem reichhaltigen Frühstück startete ich nur mit Longsleeve und Windbreaker. Die Fahrt durch Udine glich einem Ausflug in den Dschungel. Trotz eigenen Radwegen musste ich trotzdem an jeder Kreuzung auf den Verkehr achten und es gab viele Ampeln. Ich hasse Fahrten durch die Städte. In Duino Aurisina erreichte ich endlich das Meer. Bereits von hier oben konnte ich schon die unzähligen Quallen im Meer sehen. Die Fahrt der Küste entlang glich ein wenig der Amalfiküste. Hier waren auch im Hang unzählige Villen in exklusiver Lage errichtet worden, die man von oben kaum sehen konnte. Die Auffahrten mit dem Auto sind schon beeindruckend. Extrem steil und über 5-7 Zick-Zack Ebenen verteilt, damit man mit der S-Klasse auch hinunter fahren kann. Ich würde gerne mal mit dem Rad runter fahren und mich ein bissl umschauen. Die Tore zu den Einfahrten sind aber meistens verschlossen. Wo Tore geöffnet sind, arbeiten Handwerker an den Villen. Bei Grignano entdeckte ich dann die Sailing Yacht A (SY A) im Meer, eine der größten Segelyachten der Welt für über 400 Millionen €. In Triest war es recht voll  mit Touristen. Es gab aber gute Radwege welche vom Verkehr getrennt waren. Im Hafen konnte ich die riesigen Lungenquallen ganz nah beobachten. Sie sehen ja schon sehr schön aus wie sie da so im Wasser schwimmen. Zum Baden jedoch läd es nicht gerade ein, denn das Meer war übersäht mit ihnen. Nach der Überfahrt nach Slowenien gab es einige schöne Gravel Passagen und einen tollen Ausgebauten Weg an der Küste, welcher ausschließlich nur für Radfahrer und Fußgänger war. Die Spritpreise an der Tankstelle liegen knapp 60 Cent unter denen von Deutschland. Um 15 Uhr überfuhr ich die Grenze zu Kroatien. Auch hier folgten viele schöne Schotterwege entlang der Küste. Ich buchte mir das Hotel Aurora Plava Laguna mit Frühstück für nur 60 €. Von der Rezeption bis zu meinem Zimmer war es leider ein unendlich langer Weg über mehrere Korridore und Etagen, denn das Hotel ist Riesengroß. 

Radreise Athen 24.4.2026 Tag 9. Katoro-Pula 130 km Gesamtanstieg 1.400 m

 

Im Hotel gab es heute Morgen ein gigantisches großes Frühstücksbuffet. Natürlich waren ganz viele Rentner am Start die wahrscheinlich alle mit einer Busreise dort abgestiegen sind. Direkt am Anfang fuhr ich am Kaufland vorbei. Der EV8 folgte wieder direkt der Küste. Es ist eine wirklich schöne Gegend hier wenn man gerne baden geht und sich in die Sonne legen möchte. Kleine Einstiege sind direkt vom Felsen ins Meer möglich und es stehen sogar Rutschen zur Verfügung. Ich fuhr an Zahlreichen Campingplätze und Tenniscamps vorbei. Überall stehen Olivenbäume und das Olivenöl wird direkt zum Kauf angeboten. Beim Dinopark Funta konnte ich einige nahezu Lebensgroße Dinosaurier bestaunen, die recht echt gestaltet waren. Dinos sind nämlich cool 😎. Die Temperaturen stiegen stetig an und so fuhr ich heute das erste Mal nur mit UV-Longsleeve. Über 70% der heutigen Strecke verlief auf Schotter und zum Teil Offroad Gelände Abschnitten mit massiven Felsbroken und heftigstem Gelände. Bilder von den massiven Abschnitten gibt es leider keine, da ich da keine Motivation habe, abzusteigen um ein Foto zu machen. Dann bist du nämlich komplett aus dem Flow raus. Nach 110 km war ich einfach fertig und wollte nur noch das das permanente gerüttele Aufhört. Der intensive Fokus auf den Untergrund und die ständigen Schläge sind wirklich anstrengend. Wir reden hier nicht von feinem Kiesel, wo du 100 km ohne Probleme rüberfährst. In Fazana gut 8 km vor meinem gebuchten Hotel Galija sah ich einen Mann vom Buggy Verleih wie er einen Buggy mit dem Hochdruckreiniger abspritzte. Ich drehte um und fragte ihn, ob ich seinen Hochdruckreiniger benutzen könnte, um mein Fahrrad zu reinigen. Klar kein Problem und so konnte ich mein extrem zugestaubtes Rad das erste Mal seit meinem Start in Deutschland reinigen. Im Hotel angekommen gab es erst das Problem, wohin das Fahrrad abgestellt werden konnte. Es fand sich dann schließlich doch einen Raum, den man abschließen konnte. Später ging noch kurz in den Supermarkt, der nur 20 m neben dem Hotel lag. 

Radreise Athen 25.4.2026 Tag 10. Pula-Kostrena 133 km Gesamtanstieg 1.700 m

 

Im Hotel war ich wohl der einzige Gast, denn auch beim Frühstück sah ich niemanden. Zuerst ging es erstmal durch die Stadt. Ich hatte ja bereits erwähnt das ich Stadtverkehr hasse. Nach dem ich Pula verlassen hatte ging es wieder in die Natur hinaus über viele Schotterwege. Zwischendurch fuhr ich immer mal wieder durch kleine Dörfer die dann für 500m asphaltiert waren und dann folgte wieder Schotter. Von der Planung gestern wusste ich das eine Schotterpiste eingezeichnet war. Ich würde es eher als Enduro Piste bezeichnen. Die Steine waren Faust bis Kopf groß, scharfkantig und ziemlich dick und lockerer gestapelt. Zum Glück ging es hier 3-4 Kilometer nur bergab. Bergauf hätte ich hier niemals hochfahren können, da die Reifen bergauf bei diesem losen Steinen nur durchdrehen würden. Man kann es mit einem Bällebad vergleichen. Als ich unten am See angekommen war stand da eine Frau mit ihrem kleinen Toyota Yaris mit ganz normalen Reifen, kein Allrad. Wie diese hier herunter gekommen ist bleibt mir ein Rätsel. Wahrscheinlich hat die Karre permanent aufgesetzt und ist nur noch runter gerutscht. Hoch kommt sie definitiv nicht mehr. Sie war auch am Hdy am spielen. Wahrscheinlich mit Google Maps falsch gefahren. Ich fragte noch einen Fischer und er lachte auch und sagte das es vielleicht in den Nachrichten kommen würde. Ich musste dann erst noch 2 km am See lang fahren bzw. Schieben auf einem 50 cm breiten Steinpfad. Erst hier war wieder feiner Schotter und auch eine Zufahrt für Autos. Nach einigen Kilometer gab es wieder Asphalt und es ging steil den Berg hinauf. Bei Labin sah ich einen kleinen Markt und ließ mir etwas Brot und Salami für eine leckere Brotzeit schneiden. So macht man das als Radreisender 💪. Das gestylte Rennrad Pärchen, die ich den Berg hoch verblasen hatte, sind natürlich gegenüber ins schicke Café und ließen sich bedienen. Smartphone, Selfies, Instagram und Chai Latte 😂. Direkt nach der Pause folgte wieder eine heftiger Offroad Part bergab zum riesigen Wärmekraftwerk in Plomin. Bei der Fahrt war ich permanent mit Raupen bedeckt die sich an Dünnen Fäden von den Bäumen abseilten und in der Luft schwebten. Mache verbissen sich richtig im Stoff und ich musste richtig Kraft ausüben um sie anzuheben. Heute war Samstag und auf den Baustellen wurde normal gearbeitet. Hier werden Häuser gebaut ohne Ende. Auch privat waren die Kroaten alle etwas am bauen oder am werkeln. Nun folgte eine sehr lange Küstenstraße mit ordentlich Höhenmetern und Autoverkehr. Aber auch die Motorradfahrer waren von den Passstraßen begeistert und knallten die Kurven hoch und runter. Eine 4er Gruppe überholte mich insgesamt drei Mal. In Rijeka war wieder die Hölle los. Ich buchte mir für heute extra das Boarding House Lucija etwas außerhalb. 

Radreise Athen 26.4.2026 Tag 11. Kostrena-Karlobag 131 km Gesamtanstieg 1.500 m

 

Heute hatte ich mich schon darauf vorbereitet das der Tag nervig werden könnte, da die gesamte Strecke auf der Landstraße direkt an der Küste verlief. Die erste Stunde war auch nur sehr wenig Verkehr, dann wurde es stetig mehr. 130 km auf der Küstenlandstraße wären schön gewesen, wenn nicht diese Asozialen Drecks Motorräder und ihre Micro Penis Fahrer mit nem IQ von ner Scheibe Toastbrot ohne Schalldämpfer mit 160 Dezibel permanent an einem vorbei geballert wären. Die haben die Autos und Camper völlig Geisteskrank vor den Kurven überholt. Die Motorräder waren so abartig laut das mir richtig meine Trommelfelle schmerzen. Und so konnte ich die wunderschöne Landschaft nicht richtig genießen. Neben der Straße in den Steilhängen konnte ich heute einige Wildziegen beobachten. An einer Parkbucht sprach ich noch mit einem Deutschen Paar, die mit ihrem Offroad Mobil nach Georgien unterwegs waren. Um 14 Uhr war ich Mental fertig und konnte absolut kein Motorrad mehr hören. Ich buchte mir das Guest House Kescic. 50 m neben der Unterkunft war ein Supermarkt, wo ich mir Jogurt zum Abendessen kaufte. 

Radreise Athen 27.4.2026 Tag 12. Karlobag-Biograd na Moru 153 km Gesamtanstieg 1.350 m

 

In der Früh hörte ich schon den Sturm draußen. Beim beladen meines Rades im Hof bin ich fast weggeflogen. Um 7 Uhr bin ich rüber zum Supermarkt und kaufte mir zwei Croissants und Starbucks Cappuccino. Dann startete ich und kämpfte von Beginn mit den brutalen Windböen. Ich musste am Anfang permanent im Turbo Modus fahren um vorwärts zu kommen. Selbst den Berg runter ging es nur so voran. Zum Glück dauerte der Sturm nur ca. 1 Stunde, dann war es wieder normal. Die Fahrt an der Küstenstraße war heute herrlich ruhig. In den ersten 2 Stunden waren überhaupt keine Motorräder unterwegs. Erst gegen 10 Uhr, wo es deutlich wärmer wurde kam mir einige entgegen. Selbst die Kühe hier grasen auf den felsigen Berghängen. Kühe können ja mit ihrem Hufen sehr gut klettern. Bei Seline wurden Miesmuscheln im Meer gezüchtet. Bei Nin sah ich dann noch einige Bienenfresser Vögel am Meer. Hier gab es auch einige römische Sehenswürdigkeiten. In einem Supermarkt lies ich mir wieder ein Stück Brot mit Salami schneiden und machte vor der Tür eine Pause. Wir hatten zu dem Zeitpunkt ungefähr 24°. Über mir war direkt ein Rauchschwalbenpärchen, was fleißig mit Lehm an ihrem Nest am Arbeiten waren. Das Nest befand sich auf der Alarmanlage des kleinen Supermarktes. In Zadas steuerte ich einen bike Shop an, da mein Sattel nach gut 15.000 km an einigen Stellen eingerissen war. Ich wollte hier mal ein bissl schauen. Wie der Zufall es will hatten diese exakt den gleichen Sattel von Selle Royal On Open Athletic da. Und so machte ich keine Experimente und kaufte exakt den gleichen Sattel nochmals und montierte ihn vor Ort um. Hier buche ich mir dann auch meine Unterkunft für heute Abend Bed & Breakfast Maki in 25 km Entfernung. Das Stück dahin verlief auf einer gut befahrenen Landstraße und war recht nervig wegen dem Lärm. Die Mutter und der Sohn sprachen beide sehr gut deutsch und ich wurde herzlich empfangen. In seinem Garten baut der Sohn alles mögliche an Obst und Gemüse selber an. Er stellt sein eigenes Olivenöl und seinen eigenen Wein sowie Schnaps aus angelieferten Trauben selbst her. Zu Abend bekam ich noch Spiegeleier mit Käse, Schinken und Brot gemacht. Das Essen schmeckte sehr gut.

Radreise Athen 28.4.2026 Tag 13. Biograd na Moru-Split 140 km Gesamtanstieg 1.550 m

 

Zum Frühstück bekam ich dann auch nochmal 2 Spiegeleier gebraten. Herrlich😋. Zunächst gab es einige Schotterabschnitte durch Olivenbaum Plantagen. Es war herrlich ruhig hier und der schönste Part des Tages. Dann plötzlich erspähte ich große Ohren. Und es war eine kleine Eselfarm mit ganz vielen Tieren. Ein Teil von ihnen war aber nochmals separat abgezäunt. Diese beschwerten sich lautstark als ich zu den anderen Eseln hinfuhr. Vor dem Gehege war eine riesige grüne Wiese und wo die Esel standen alles nur Erde. Also pflückte ich ordentlich Gras und verfütterte es an die Esel. Es kamen immer mehr zu mir und auch 2-3 kleine Eselbabys. Diese sahen aber sehr verstruppelt aus, da sie wohl gerade ihr Fell wechseln. Kurz darauf Traf ich Marcello aus Italien im Kroatischen Outback, der mit seinem Rad sowie Anhänger in Richtung Nordkap unterwegs ist. Auf der Straße fand ich noch eine tote Junge Vierstreifennatter. Ein Großteil der Route heute über 100 km war nur auf der Landstraße. Trotz Euro Velo kein Radweg. Der Verkehr war massiv und die Autos und LKW nervten ohne Ende 🤯. In Zadar und Split gab es massiven Stadtverkehr, keine Radwege und Ampeln ohne Ende. Kurz vor Split besuchte ich dann noch ein Römisches Amphitheater. Daneben waren einige Ruinen, ein Bad sowie Sarkophage zu bestaunen. Auf dem Weg zu meiner Unterkunft Villa M tauchte plötzlich das Bauhaus auf. Hier wollte ich schon die ganze Zeit hin, da mir meine Kabelbinder, welche wiederlösbar sind ausgegangen waren. Damit befestige ich zusätzlich die Ortlieb Taschen unten am Rahmen, damit diese bei Geländefahrten nicht klappern. Bei der Unterkunft angekommen erfolgte der Check in Elektronisch. Niemand da. Schlüssel lag auf der Theke. Das Rad hab ich dann mit ins Zimmer genommen. Morgen früh muss ich zum Bike Shop, da sich mein Kabelzugseil von der Sattelstütze aufgescheuert hat und nicht mehr flüssig läuft. 

Radreise Athen 29.4.2026 Tag 14. Split-Živogošće 105 km Gesamtanstieg 1.600 m

 

Als erstes bin ich Richtung des Bikeshops gefahren. Da ein Supermarkt auftauchte frühstückte ich erstmal. Im Bikeshop hatten sie Schaltzugseile da. So kaufte ich direkt 2 Stück und Montierte einen an meinem Fahrrad draußen vor der Tür. Der Remote Hebel wird mit einer Feder auf Spannung gehalten. Um das Kabel durchzustecken muss dieser aber demontiert werden und die Feder ist sehr kniffelig einzustecken. Die Sattelstütze muss auch komplett raus und die Motorabdeckung, damit die Kabelhülle nach oben gedrückt werden muss. Diese muss in der Sattelstütze einrasten usw. Um 9.30 Uhr konnte ich starten. Und jetzt musste ich durch diese scheiß Stadt fahren. Verkehr wie blöde und es gab keinerlei Radwege. Noch nicht mal Fußgängerwege haben die hier gehabt. Absolute Katastrophe Mental. Nach ein paar Kilometern hatte ich es geschafft und nun fing es in die Berge. Auch die Bremse schleifte hinten. Ein Einstellversuch bei kurzem Stop brachte nichts und so stoppte ich am nächsten Supermarkt. Das Schöne hier in Kroatien ist, dass es kleine Supermärkte ohne Ende gibt. Hier kaufte ich mir erstmal ein paar Getränke und baute dann die Bremse ab. Säuberte die Beläge, drückte die Kolben ein paar mal rein, ölte diese, stellte die Kolben zurück und entlüftete die Bremse nach dem Zusammenbau. Dann lief es wieder einwandfrei. Da meine Achilles Sehe rechts ziemlich schmerzt hatte ich heute eigentlich geplant den ganzen Tag im Turbo Modus entspannt zu fahren. Da jedoch einige Berge und Anstiege folgten ging der Plan leider nicht auf. Hinter Omis fuhr ich dann den Euro Velo 8 berghoch bis plötzlich die gesamte Straße unter Steinen begraben war. Unten war zwar ein Schild, dass es sich um eine Baustelle handelte, ich dachte aber, dass man mit dem Fahrrad auf jeden Fall weiterfahren könnte. Fehlanzeige, also umdrehen und zurück. Auf dem Weg zurück traf ich auf einen Rennradfahrer, der auch die selbe Strecke fahren wollte. Ich sagte ihm, dass die Straße definitiv voll gesperrt ist und er auch den Umweg fahren müsste. Bergstraße als Umweg war natürlich auch mit Straßenbau Fahrzeugen bestückt, da diese Reparaturarbeiten an verschiedenen Stellen vornahmen. Der Anstieg war brutal Steil und zog sich hin. Mir kam eine Gruppe E-Bike Fahrer entgegen, welche alle die selben T-Shirts und die selben Radtaschen trugen. Sie hatten eine Reiseleiterin als Gruppenführer dabei. Nachdem ich den Gipfel erklommen hatte, stoppte ich noch mal an einem kleinen Supermarkt und kaufte mir Brot und Salami und machte noch mal eine Brotzeit. Nun folgte ein herrlicher Ausblick auf die Küste und eine tolle lange Abfahrt. Easy Rider Feeling 😎. Aufgrund des späten Starts heute buche ich mir nun eine Unterkunft Apartements Lile in 30 km Entfernung. Was bei Kravica folgte ist ohne Worte. Ich folgte dem Euro Velo und konnte unten am Strand angekommen den Weg nicht mehr finden. Ich musste über den Strand und dann bei dem halb Ausgehöhlten Felsen auf einen abenteuerlichen schmalen Pfad. Mit teilweise schieben und fahren meisterte mein Rad diese 3 km Offroad Passage bis ich wieder befestigten Kiesstrand erreichte. Die letzten 10 km ging es dann noch mal über Schotterpisten hoch und runter an zahlreichen Olivenplantagen vorbei. Unter meiner Unterkunft ist direkt ein Restaurant. Ich bin mal gespannt, wie ich später schlafen kann, da die Kroaten genauso laut sind wie die Italiener. In einem kleinen Supermarkt 50 m entfernt kaufte ich mir abends noch Joghurt und einige Getränke für den nächsten Tag. 

Radreise Athen 30.4.2026 Tag 15. Živogošće-Dubrovnik 132 km Gesamtanstieg 1.800 m

 

Heute Morgen war es brutal windig und es nieselte leicht. Nach ein paar Kilometern wurde der Regen stärker und ich zog meine Regenkleidung an. Es waren orkanartige Böen den ganzen Tag die es mir enorm erschwerten geradeaus zu fahren oder überhaupt vorwärts zu kommen. Beim Grenzübertritt nach Albanien fuhr ich einfach durch die Station hindurch. Da diese nicht beleuchtet war sah ich keine Beamten. Als ich jedoch die Schranken passierte sprangen diese aber ganz fix aus ihren kleinen Häuschen heraus 😂. Ich musste dann 2x den Ausweis zeigen. Ausreise und Einreise 🙄. Auf gut 50 km gab es keinerlei Rastmöglichkeit und die endlose karge Küstenstraße wollte nicht Enden. Bei Banici sah ich um 13.30 Uhr eine Tankstelle und stoppte direkt. Ich hatte am Morgen nur zwei Jogurt gegessen und bis jetzt nichts mehr. Ich kaufte ein Sandwich und Croissants. Vor der Tür traf ich zwei Radreisende aus Frankreich die nach Asien unterwegs sind. Aufgrund der Orkanböen flüchteten sie auch zur Tankstelle und überlegten ob sie weiter über die viel befahrene Landstraße oder über den Berg fahren sollten. Ich entschied mich für den Berg, sie für die Straße. Ohne eBike wäre ich jedoch auch die Landstraße gefahren. Die Strecke über den Berg war anstrengend aber schön ruhig. Hier sah ich auch das Jakobsweg Schild Camino Dubrovnik. Der Verkehr nahm nun vor Dubrovnik deutlich zu und ich entschied vor der Stadt zu übernachten und buchte mir TEO’s Appartement & Rooms. Kurz vor meiner Unterkunft sah ich noch einen riesigen alten Baum. Da unter meiner Wohnung ein Restaurant war, bestellte ich mir noch eine leckere Pizza.

Radreise Athen 1.5.2026 Tag 16. Dubrovnik-Kaluđerac 138 km Gesamtanstieg 1.900 m

 

Gestern Abend hatte ich noch in Ruhe meinen Reifen geflickt. Ein großer Stollen war halb rausgebrochen. Ich habe diesen mit Rema Tip Top angeklebt und mit einem zugeschnittenen Patch stabilisiert. Ich startete ohne Frühstück nur mit gefüllter Trinkflasche. Da heute Feiertag war hatten alle Geschäfte geschlossen. Dafür war der Autoverkehr umso mehr geworden und den ganzen Tag fuhr ich über viel befahrene Landstraßen. Radwege Fehlanzeige 🤯. 5% der heutigen Strecke waren entspannt zu fahren. Der Rest einfach nur nervig und anstrengend. Die Spots auf den Bildern sehen immer schön aus, aber die Fahrt dahin ist eine mentale Qual. Als ich an einem Kiosk hielt um mir Getränke für die Fahrt zu kaufen fragte ich nach einer Bäckerei. Und tatsächlich nur 30 m weiter war eine geöffnet. Dies war heute natürlich der Hotspot. Kunden ohne Ende. Interessanterweise lassen hier alle immer den Motor laufen. Ob sie Zigaretten holen gehen, in die Bäckerei oder irgendwo anders hin. Das Auto bleibt permanent an. Bei Vitaljina war die Grenze zu Montenegro. Ich kam noch relativ zügig hinein, auf der anderen Seite nach Kroatien stand aber eine unfassbar Lange Schlange an Autos. In Kamenari angekommen kaufte ich mir ein Ticket und setzte mit der Fähre über nach Lepetane. Hier kaufte ich an der Strandpromenade von einer älteren Frau an ihrem Stand ein Küken mit rotem Hut, das sehr niedlich aussah. Für Montenegro gab es kein EU Roaming bei Vodafone und so hatte ich plötzlich kein Internet mehr. In einem Café am Hafen loggte ich mich in WLAN ein und buchte mir das Paket für die Westbalkan Länder. Der Hafen erinnerte mich an Monaco wo die schönen und reichen bummeln und sich in exklusiven Restaurants verwöhnen lassen. Bei Gornji wurde die Fahrbahn erneuert und es herrschte wieder das absolute Chaos. Ich fuhr einfach auf der abgesperrten Straße rechts davon und hatte diese für mich ganz alleine. Herrlich. Bei Budva gab es auch noch etliche exklusive Resorts und Hotels mit dem entsprechendem Fuhrpark an Autos. Und überall wurden weitere Betonklötze hochgezogen. Ein Hotel nach dem anderen wird hier gebaut. Plötzlich sah ich eine Waschbox und stoppte. Zum Glück war gerade eine Box Frei und ich konnte endlich mal wieder mein Rad richtig sauber machen. Bereits kurze Zeit später standen etliche Autos auf Warteposition. Heute bin ich im Hotel Savojo mit sehr schnellem WLAN. 

Radreise Athen 2.5.2026 Tag 17. Kaluđerac-Vora (Tirana) 168 km Gesamtanstieg 1.300 m

 

Heute Morgen bin ich um 7 Uhr ins Restaurant gegangen und konnte mir Spiegeleier, Speck und Schinken bestellen. Mit einem guten Frühstück lässt es sich besser starten. Erstmal wieder nur Landstraße. Mein Fazit zu Albanien bisher. Beschissene Straßen, Verkehr ohne Ende, Müll überall und keinerlei Radwege. Entweder fahren hier die absoluten Autowracks rum, ähnlich wie nach dem Destruktion Derby oder nur fette hochmotorisierte Brabus, AMG Limousinen und Geländewagen. Die alten Kisten sind natürlich ohne Dieselpartikelfilter, AGR und den ganzen Schabernack unterwegs, der den Motor kaputt macht, dafür bläst mir den ganzen Tag schwarzer Diesel Qualm um mein Gesicht und in meine Lungen. Die ganzen alten Handwerkerfahrzeuge fahren hier rum. Alle sind noch mit der Original Firmenbeschriftung unterwegs. In den schäbigsten Hütten stehen Autos für 100.000 € bis 150.000 €. Die Straßen sind ähnlich beschissen wie in Deutschland, aber kein Wunder wenn das Geld aus Deutschland nur ins Ausland verballert wird. Kroatien hatte wirklich Gas gegeben im Straßenbau. Kein Vergleich zu Albanien. Und dann meine Lieblinge. Alle 500 m Bodenpoller aus Asphalt. Eine absolute Katastrophe die Teile. Die Poller haben schon einen Grund, denn sind die Poller mal nicht da, ballern die Albaner mit 100 km/h durch die Ortschaften. Überall stehen und liegen Autowracks rum. In der Landschaft sind Müllhaufen verteilt, die kleinen Wasserkanäle sind voller Schrott, Plastik und Stinken wie die Hölle. Heute bin ich mit Sicherheit an 50 Waschboxen vorbei gefahren. Also es ist eine Box mit einem Arbeiter, der dann mit Hochdruckreiniger ein Auto wäscht das bei ihm stoppt. Es gibt sogar Waschboxen mit Barber Shop. Autowaschen und Haare schneiden. Geile Kombi 😂. Der Verkehr macht einen wirklich mürbe im Kopf, aber heute waren nur gut 40-50 km richtig schlimm. Gegen Vormittag hatte ich einen Radreisenden aus Deutschland getroffen, der in Split gestartet ist. Wir fuhren gut 10 km zusammen und stoppten dann an einer Bar und tranken einen Kaffee zusammen. Unterwegs traf ich noch ein Pärchen aus Frankreich, welche gerade in der Wiese am picknicken waren. Gegen 14.30 Uhr fand ich eine Bäckerei und kaufte mir etwas zu essen. Kartenzahlung war keine möglich und ich hatte nur Euro. Konnte aber trotzdem irgendwie bezahlen und bekam auch etwas Geld zurück. Als ich draußen am Essen waren, sah ich auch eine Radreisende vorbeifahren. Nachdem ich wieder gestartet war, holte ich die Radreisende nach gut 4-5 km ein. Es war Ursula aus der Schweiz. Sie ist alleine seit gut 4 Wochen unterwegs, schläft auch im Hotel und hatte gut 1.500 km geradelt. Wir fuhren knapp 10 km zusammen, dann buchte ich mir das Hotel Reign in 45 km Entfernung. Auf der Fahrt sah ich auf einer Gewerbefläche 2-3 kleine Hundebabys. Ich hielt an und plötzlich kamen noch drei weitere aus ihrem Versteck zu mir gelaufen. In Komoot kopierte ich die Anschrift vom Hotel rein und musste die letzten 3 km von der Landstraße rechts abbiegen und brutal steil den Berg hinauf. Oben angekommen war das Hotel natürlich nicht da. In Google Maps wurde das Hotel unten an der Landstraße auf der linken Seite angezeigt 🤯. Also Berg runter fahren und schwupps war das Hotel da. 


Radreise Athen 3.5.2026 Tag 18. Vora (Tirana)-Vlora 160 km Gesamtanstieg 700 m

 

Auch heute Morgen war ich der einzige Gast beim Frühstück. Ich konnte a la carte bestellen. Also einmal alles was die Karte hergibt 😂. Auch heute bin ich wieder an Müllbergen vorbeigefahren die überall in die Natur gekippt wurden. Beim Stadtverkehr ist es hier völlig egal ob die Ampel Grün, Gelb oder Rot anzeigt. Es interessiert hier keine Sau. Mercedes Benz haben immer Vorfahrt, denn hier in Albanien bist du erst richtig cool wenn du Mercedes fährst, aber mindestens nen 500er, besser AMG. Das ist hier einfach das Statussymbol. Bei Durrësi glaubte ich meinen Augen kaum. Da war doch tatsächlich ein Radweg gepflastert. Der wurde aber so schmal und war für beide Richtungen, das ich weiter auf der Straße gefahren bin. Ich habe übrigens noch kein einziges eBike in Albanien gesehen. Generell gibt es weder Bike Shops noch Radfahrer. Bei Shkallnur begann die Strandpromenade mit exklusiven Hotels und Restaurants in erster Reihe mit top gepflasterten Böden. Dazwischen sind jedoch etliche Hotels welche gerade gebaut werden oder Bauruinen. Nur eine Straße hinter der Meeresfront gibt es noch nicht mal einen Straßenbelag, nur Schlagloch Schotterpisten. In Kavaja gab es dann einen richtigen Radweg mit rot gekennzeichnetem Belag, wie es in der EU auf den Euro Velo Radstrecken eigentlich üblich ist. Wahrscheinlich wurde dieser mit Fördermittel aus Deutschland gebaut. Nun führte die Route raus aufs Land. Hier war zum Glück sehr wenig Verkehr. Um 13 Uhr fand ich endlich etwas zu essen, ein kleiner Pizza Laden mit Holzofen. Ich hatte ziemlich Hunger, da ich schon 100 km abgeradelt hatte. Die Pizza war richtig gut und so fuhr ich gestärkt weiter. In Vlora an der Promenade gab es dann auch die üblichen Protzbauten Hotels usw. Die Arm / Reich Schere ist hier massiv. Auf dem Land und den Vororten wühlen die Leute in den Mülltonnen um etwas verwertbares zu finden. Fahren mit Esel- und Pferdekutschen oder selbst gebastelten Fahrzeugen. In der Stadt dann 5 Sterne Wellness Resorts, Luxusautos und Statussymbole ohne Ende, aber total Kaputte Infrastruktur und Straßen. Es ist schon irgendwie eine kranke Welt in der wir Leben. Die Umwelt und Tiere interessiert hier keine Schwein. Heute wieder ein schönes Erlebnis außerhalb auf dem Land. Der Typ steigt aus dem Auto, lässt natürlich Motor laufen, kauft Kippen im Laden, setzt sich ins Auto und macht den Blister auf und schmeißt die Plastikverpackung einfach aus dem Fenster. Und wir Dullis in Deutschland spülen den Yogurtbecher aus bevor wir ihn in den gelben Sack legen. Das Altöl von den KFZ Werkstätten wird einfach hinter dem Schuppen in ein Erdloch gekippt und die Reifen schmeißt man einfach auf ein leeres Feld. Ich buchte mir das Nuna Hotels & Apartments etwas raus aus der Stadt. Der Mitarbeiter war sehr nett und gab mir ein Zimmer ebenerdig wo ich mit dem Rad reinfahren konnte. 50 m einmal ums Eck war ein Supermarkt. Hier kaufte ich Vorräte für morgen, denn da sind ordentlich Höhenmeter zu absolvieren. Wenn schon mal das Rad im Zimmer ist kontrollierte ich noch alle Schrauben. Ich reinigte noch meinen DT Swiss Ratchet Freilauf und fettete diesen neu. 

Radreise Athen 4.5.2026 Tag 19. Vlora-Lukova 103 km Gesamtanstieg 2.500 m

 

Beim Frühstück waren noch ein Paar aus Vancover da, die mit noch einem Paar und gemieteten Motorräder unterwegs waren. Zunächst ging es wieder der Landstraße entlang und es kam ein Hinweisschild mit Mykonos 598 km. Nun bog der Weg rechts ab und sollte parallel zur Straße verlaufen, da in kürze der Tunnel durch den Berg folgte. Aber Plötzlich war Ende, ein Hangrutsch versperrte die Straße. Also umdrehen und erstmal weiter der Straße entlang. Ich dachte die ganze Zeit mich hält jemand von hinten fest, ein klares Zeichen das ein Bremsbelag auf der Scheibe aufliegt und bremst. Also nochmals justiert kurz gefahren und dann wieder. Nach 2.600 km kann es gut sein das die Bremsflüssigkeit fertig ist. Also bei der nächsten Ausfahrt raus und wieder hoch den Berg, bis ich wieder auf die ursprüngliche Route traf. Bei einem ehemaligen Café fand ich einen guten Platz im Schatten für meine Reparatur. Nachdem ich die Bremse abgebaut hatte drückte ich neue Bremsflüssigkeit durch die Leitung. Die alte Flüssigkeit war schon deutlich verfärbt. Bremsklötze zurück gedrückt, montiert, entlüftet und plötzlich merkte ich das der Gepäckträger auf einer Seite lose war. Tatsächlich war die Halteschraube abgebrochen. Also Rad Umdrehen und mit dem kleinen Knipex Cobra, konnte ich die Schraube rausdrehen. Ich hatte noch neue Schrauben der Sattelstütze dabei welche passten und wechselte dann auf beiden Seiten direkt die Schrauben. Plötzlich kam eine Frau, die ich beim reinfahren nur entfernt wahrgenommen hatte und motzte auf Albanisch rum hier wäre kein Serviceplatz und so mach dich weg Junge. In der abgeranzten Gegend hier absolute Tote Hose und die Stört es das jemand eine Panne hat. Ich hab dann gesagt das Angela Merkel meine Tante ist und ab da war alles supi 😂. Nun folgte der steile Aufstieg zum Llogara Pass zunächst durch den Nationalpark. Hier war alles noch ziemlich leer, da die Saison ja erst in zwei Monaten startet. Zufällig fand ich auch hier ein paar Radreisende aus Hamburg, welche schon seit einem Jahr unterwegs sind. Sie sind auch auf dem Weg nach Athen. Nach etlichen Höhenmetern erreichte ich den Gipfel wo es eine Atemberaubende Aussicht auf die Küste gab. Vor der steilen langen Abfahrt zog ich mir extra noch den Windbreaker an. Nachdem ich unten angekommen war folgte jedoch ein Anstieg nach dem anderen der steilen Küstenstraße entlang. Ich traf auch auf eine Radreisegruppe mit identischen Radtaschen sowie Begleitfahrzeug. Ich buchte mir Lida‘s House für 40 €. Bei Privat muss man hier immer Cash zahlen. Ich hatte aber nur 50 €. Für die Differenz lies ich mir aber Abends noch etwas leckeres für kochen. 

Radreise Athen 5.5.2026 Tag 20. Lukova-Paralia 149 km Gesamtanstieg 1.800 m

 

Als ich heute Morgen mein Rad am beladen war kam die Besitzerin mit einem Teller Brot, Marmelade, Ei und heißer Milch. Frühstück war nicht enthalten und so freute ich mich natürlich über die nette Geste. Auf der Fahrt der Küstenstraße entlang passierte ich viele kleine Dörfer. Hier gab es sehr viele Straßenhunde in zum Teil Erbärmlichem Zustand. Kühe sowie Esel, Schafe und Ziegen liefen einfach auf der Landstraße herum. Bei den Schafen und Ziegen passten Kangal Hunde auf die Herden auf. Plötzlich entdeckte ich am Straßenrand eine große Landschildkröte. Während ich sie aufhob und auf die andere Seite der Straße ins Gras setzte, machte ich ein Video. Irgendwie hatte ich aber nicht die Aufnahme gedrückt und so blieb mir nur ein Bild übrig. Dann fuhr ich an einer Orangenplantage vorbei mit einer gut 3 m hohen Betonmauer komplett herum. Zusätzlich waren auf der Mauer noch Glasscherben aufgeklebt sowie Stacheldraht und unzählige Kameras angebracht, um die wertvolle Ware zu schützen. Dann überquerte ich die Grenze und sofort merkt man das in Griechenland eine ganz andere Infrastruktur ist. Du kannst überall mit EC-Karte bezahlen und es gibt den Euro. Auch der Euro Velo führte direkt über ruhige Straßen, abseits der viel befahrenen Landstraßen. Am Dorfausgang einer Kurve stand plötzlich noch eine Landschildkröte auf der Straße. Sobald sie mich entdeckte zog sie alle Gliedmaßen ein. Ich hob sie auf und setzte sie im Gras ab. Sofort krabbelte sie durch das Hohe Gras und schob es mit ihren kleinen Beinchen zur Seite. Dann ging es durch einen Naturpark der mit einem Gatter abgesperrt war. Ich fuhr entlang eines großen Sees indem Millionen Frösche waren. Es quakte überall und plötzlich war der gesamte Weg mit kleinen Baby Fröschen übersäht, die links und rechts rumhüpften. Seit der grenze von Griechenland hatte ich aber nur eine EDGE Internetverbindung. Also ich Versuchte ein Hotel zu buchen, ging das nicht. Ein paar 100 m weiter, fand ich jedoch ein Café, wo ich mich ins WLAN einloggen konnte. Die Besitzerin sprach auch Deutsch und ich trank noch ein alkoholfreies Bier, dazu servierte sie mir einige Tapas. Als ich an meinem gebuchten Hotel eintraf hieß es, dass es ein Problem mit dem Wasser gäbe und ich in das Partnerhotel Harris Apartments übernachten werde. Von meinem Zimmer im dritten Stock hatte ich einen schönen Blick aufs Meer. Nachdem ich mein Mobiltelefon neu startete, hatte ich dann endlich eine 5G Verbindung. Zum Glück, denn das WLAN vom Hotel war extrem langsam. Für die Planung des nächsten Tages sowie um die Berichte und Fotos hochzuladen braucht man schon eine stabile Verbindung.

Radreise Athen 6.5.2026 Tag 21. Paralia-Anaktorio 156 km Gesamtanstieg 1.200 m

 

Heute bin ich dann erstmal ohne Frühstück und ohne Trinken in meiner Flasche gestartet. Nach 1.5 Stunden fand ich aber in Kanali einen Supermarkt. Und direkt daneben war noch eine Bäckerei. Auf der Überwachungskamera war ein Rauchschwalbenpaar fleißig dabei ein Nest zu bauen 😅. Ich hatte mich ja dazu entschieden nicht bis zum Eingang des Tunnels zu fahren und mich dann die 2.5 km mit einem Pick-Up mitnehmen zu lassen. Stattdessen fuhr ich die Variante des Euro Velo außen herum, was ca. 120 km Umweg ausmacht. Die Strecke verlief stellenweise durch ein Naturschutzgebiet  sowie entlang zahlreicher Olivenbaum-und Orangenbaum-Plantagen mit viel Gravel Gelände. Hier in der Gegend sind extrem viele Storchennester, da es hier von Fröschen in den Teichen nur so wimmelt. Ideal um die kleinen Küken zu verpflegen. Heute übernachte ich im SeaFront Stone Suites. Über den Garten konnte ich mein Rad vor meine Terrasse schieben. Mit dem Gartenschlauch wurde dann erstmal der ganze Staub und Sand gründlich abgespült und das Rad sauber gemacht, Dämpfer geölt und Kette gewachst und dann ins Zimmer gestellt. Im Zimmer gab es leckere Baclava zum Essen und eine Nespresso Maschine. Ich konnte noch Handwäsche machen und meine Sachen bis 19 Uhr in der Sonne trocknen. Traumhaft. Was will man mehr als Radreisender. 

Radreise Athen 7.5.2026 Tag 22. Anaktorio-Mesolongi 118 km Gesamtanstieg 1.050 m

 

Direkt einmal um die Ecke gefahren entdeckte ich schon eine Bäckerei. Super, erstmal schön eine Pizzazunge und Saft gefrühstückt und etwas süßes für unterwegs mitgenommen. Heute verlief die Route entlang der Küste über nicht zu stark befahrene Straßen. Zwischendurch gab es auch einige Schotterabschnitte entlang von Plantagen. Heute hatte ich eine etwas kürzere Etappe geplant, da ich morgen früh entspannt in Patras in zwei Bike Shops möchte. Daher buchte ich mir das Hotel Theoxenia mit Frühstück 40 km entfernt, somit sollte ich zur Geschäftseröffnung genau rechtzeitig ankommen.

Radreise Athen 8.5.2026 Tag 23. Mesolongi-Xylokastro 158 km Gesamtanstieg 1.150 m

 

Heute Morgen war es bereits am schütten. Also Regenklamotten an und erstmal 45 km bis zum ersten Stop Richtung Patras. Vor der Stadt musste ich dann in die Autofähre, die bis zum Maximum mit LKW und PKW gefüllt wurde. Bezahlen musste ich nix. Dann fuhr ich zum ersten Bike Shop. Shimano Bremsflüssigkeit hatte er abgepackt nix da und so lies ich mir meine Dose mit 100 ml auffüllen. Ich schaute dann mal nach einem Sattel und fand einen für 18 €, der einen ganz guten Eindruck machte. Ich reservierte diesen und fuhr 4 km weiter zum zweiten Bike Shop. Dieser hatte auch Brooks Sättel da, aber nur 6 Stück und leider nix passendes dabei. Also wieder zurück Sattel gekauft und montiert. Mein Hintern braucht mal eine Abwechslung. Nun wartete ich noch 30 min ab bis der Regen endlich vorbei war. Und dann wollte ich noch Kilometer schrubben. Morgen muss ich nämlich unbedingt zum Decathlon Radhosen kaufen. Die sind nämlich der Übeltäter seit einigen Tagen für die Schmerzen an den Sitzhöckern. Meine Radhosen sind nach der Zeit jetzt einfach ausgeleiert und ich sitze genau mit meinem Sitzknochen an der Kante des Sitzpolster-Schaumes. Das reibt und macht mich Wahnsinnig 🤯. Der Rest der Strecke bis zu meinem Hotel Evita Blue verlief schön an der Küste. Ich wechselte aber bestimmt 20x zwischen der linken und rechten Seite über Brücken oder Unterführungen. An einem Stück war der Weg gesperrt und ich musste einen Umweg von 4 km heraustüfteln. 

Radreise Athen 9.5.2026 Tag 24. Xylokastro-Chaidari 118 km Gesamtanstieg 1.000 m

 

Nach dem Frühstück bin ich voller Vorfreude gestartet damit ich pünktlich zur Eröffnung beim Decathlon eintraf. Vor Ort angekommen dann die heftige Enttäuschung. Es nicht nur in diesem Decathlon sondern auch in keinem Decathlon in ganz Griechenland Radhosen zu kaufen 🤯. Da wäre keine Nachfrage hier im Lande, diese könnten nur online bestellt werden 4-5 Tage. Vom ganzen Radsport Sortiment hatten die nur einen absoluten Bruchteil von Zubehör und ein paar Jacken da. Ich hab mich dann natürlich total frustriert auf den Weg Richtung Athen gemacht. Einzige Option ist das mir mein Vater aus Deutschland per Express Radhosen nach Griechenland sendet. Denn andere Händler gibt es erst recht keine hier im Lande. Ich bin heute zwei mal mit der Fähre gefahren. Als ich auf der Fähre nach einem Hotel in der Nähe von Athen geschaut habe sah ich die abgedrehten Preise ab 250 € aufwärts bis 800 €. So fand ich 10 km außerhalb vom Zentrum das Hotel Prive für 70 €. Über eine bestellte ich mir dann noch eine Pizza von Dominos.

Radreise Athen 10.5.2026 Tag 25. Chaidari-Magdilo 126 km Gesamtanstieg 1.600 m

 

Nach gut 12 km erreichte ich Athen und fand direkt um 7.30 Uhr ein geöffnetes Café. Dort kaufte ich mir ein lecker belegtes Baguette und etwas zu trinken. Um diese Uhrzeit waren bereits die ersten Lieferdienstfahrer aktiv, da die Leute schon Frühstück über die App WOLT bestellten. Der Verkehr in Athen war noch erträglich aufgrund der Zeit. Ich möchte mir nicht vorstellen gegen Mittag/ Nachmittag hier durchfahren zu müssen. Das Parthenon konnte ich mit dem Rad umrunden und ein Foto der Akropolis machen. Um 8 Uhr waren hier schon ordentlich Touristen in Reisegruppen unterwegs und die Wege überfüllt. Auf dem Weg raus aus der Stadt konnte ich noch einige Antike Denkmäler fotografieren. Nach einem großen Anstieg erreichte ich dann wieder die Küste. Ich buchte mir das Blue Marine Village mit einer kleinen Ferienwohnung. Ideal, da ich heute noch etwas am Fahrrad arbeiten wollte. Zuerst machte ich jedoch eine große Handwäsche und hing alles in die Sonne zum trocknen auf. Dann war das Fahrrad an der Reihe. Ich wechselte bei der Bremse vorne + hinten die Bremsflüssigkeit aus. Die Beläge waren aber noch in Ordnung. Dann tauschte ich die Reifen von vorne nach hinten. Das Profil von vorne ist noch fast wie neu. Dann noch bissl einstellen, reinigen usw. Auf meiner kleinen Terrasse konnte ich alles schön entspannt im Schatten erledigen. 

Radreise Athen 11.5.2026 Tag 26. Magdilo-Glifa 99 km Gesamtanstieg 1.000 m

 

Heute Morgen bin ich ohne Getränke gestartet in der Hoffnung schnell etwas zu finden. Leider hatte ich kein Glück, dann bog die Route von der Straße ab und ich begab mich ins Offroad Gelände. Ich musste den Reifendruck ein gutes Stück senken um in diesem Terrain voranzukommen. Immer wieder erstaunt es mich, wo sich das Fahrrad mit den Nobby Nic Super Trail Reifen überall durchkämpft. Mir ist heute ein tolles Fotoaufnahme der Landschaft geglückt. Als ich wieder feinen Schotter erreichte, pumpte ich die Reifen wieder auf. Nach 45 km insgesamt kam ich an einer Bäckerei vorbei und konnte etwas zu Frühstücken kaufen. Das war es für heute dann aber auch mit der schönen Route, denn die Strecke verlief jetzt nur noch parallel der Autobahn. Grauenhaft. Ich sah auf der Karte das man in Arkitsa mit der Fähre nach Loutra fahren konnte. Ich musste jedoch 1 Stunde auf die Fähre warten. In Loutra fuhr ich dann einmal über die Insel nach Agiokampos. Hier musste ich knapp 2 Stunden auf die nächste Fähre nach Glifa warten. Da es schon so spät war, buchte ich mir die Unterkunft Blu direkt in Glifa. Heute machte ich dann noch das DHL Express Label fertig, mit der zwei Radhosen von Decathlon und Sitzcreme aus Deutschland in mein Hotel nach Korinos versendet werden.

Radreise Athen 12.5.2026 Tag 27. Glifa-Larisa 114 km Gesamtanstieg 1.000 m

 

Neben meiner Unterkunft befand sich eine Bäckerei und ein kleiner Supermarkt, wo ich frühstücken und etwas Proviant einkaufen konnte. Zum Frühstück hatte ich natürlich einen Best Buddy Wauzi direkt vor mir sitzen, der darauf wartete etwas abzubekommen. Und nebendran saß direkt eine Miezekatze. Die ersten 20 km verliefen über ruhige Nebenstraßen durch schöne Natur. Auf den Straßen sah ich heute unzählige Tote Tiere wie Schlangen, Igel, Käutzchen, Turmfalke, Steinmarder und Katzen. Aber ich konnte auch noch einige Retten wie eine Landschildkröte die ich von der Straße getragen hatte, sowie eine kleine Hornotter (übrigens die giftigste Schlange in Europa) die ich mit Hilfe von einem Plastikgrill von der Straße geschoben habe. Es handelt sich nicht um die große Version auf dem Bild. Das war eine andere. 80 km meiner Route verliefen auf der Landstraße mit starken Verkehr. Zur Mittagszeit hatten wir gefühlt 30 Grad und die Sonne knallte erbarmungslos. Angenehm war da der Brutale Gegenwind der permanent von vorne kam, sowie der Windzug der vorbeifahrenden LKW 😂. 25 Km vor meiner Unterkunft Finikas stoppte ich an einer Straßenkreuzung im Niemandsland, an einem erst vor zwei Monaten eröffneten Café. Hier ruhte ich mich ein wenig im Schatten aus, aß und trank etwas und unterhielt mich mit einer netten Griechin auf Englisch. Schade das es so sympathische, hübsche, witzige und natürliche Frauen nicht mehr in Deutschland gibt. Da ist es ja schier unmöglich geworden sich mal irgendwo zu unterhalten. Nun die Mädels fuhren dann zum schwimmen und der Marcel rockte die letzten 25 km auf der Landstraße ab 😂. Im Hotel bestellte ich mir über WOLT zwei leckere Pizzas und zahlte nur 10 € komplett. Verrückt. Mein Expresspaket ist übrigens schon im Nachbarort meines für morgen gebuchten Hotels angekommen. 

Radreise Athen 13.5.2026 Tag 28. Larisa-Paralia 118 km Gesamtanstieg 600 m

 

Kurz nachdem ich losgefahren bin fand ich schon den ersten Café Store der geöffnet hatte, diese gibt es ja zu Hauf hier. Auf der Landstraße sah ich plötzlich am Rand einen Wespenbussard zusammengesackt sitzen. Ich stoppte und hob diesen auf und setzte ihn gegenüber beim Feldweg in den Schatten. Ich untersuchte die Flügel und Beine, diese schienen soweit in Ordnung. Machen kann ich hier eh nix. Die Natur ist grausam und nur die Starken und Fitten überleben. Vielleicht ist er nur im Schock und kann bald wieder fliegen. Auf der Straße wäre er auf jedenfall überfahren worden. Es wurde richtig brutal heiß und ich passierte etliche Kiwi Plantagen. Im Hintergrund waren die Gipfel dick mit Schnee bedeckt zu sehen. In Katerini versuchte ich im Fahrradladen nochmal Shimano Bremsflüssigkeit zu kaufen. Der erste Laden hatte wieder nix da. Wie man einen Radladen führen kann  ohne Shimano Bremsflüssigkeit, die über 70% der Fahrräder verwenden ist mir unerklärlich. Dann fuhr ich zum nächsten Laden. Von außen sehr klein und innen chaotisch. Aber der Inhaber füllte meinen Behälter mit Flüssigkeit für nur 5 € auf. Wir quatschten noch kurz etwas und dann fuhr ich Richtung meinem Hotel Anais. An einem Supermarkt stoppte ich zum Mittagessen mit Jogurt und Saft. Es klingelte und der DHL Expressfahrer rief an. Als ich im Hotel angekommen war, kam gut 1 Stunde später auch das Paket mit zwei neuen Radhosen an. Meine jetzigen Radhosen sende ich morgen mit DHL Paket nach Deutschland zurück. Um 18 Uhr fing es dann heftig an zu schütten und lauter Donner grollte. 


Radreise Athen 14.5.2026 Tag 29. Paralia-Aiani 103 km Gesamtanstieg 2.300 m

 

Um 8 Uhr hatte eigentlich erst das Frühstück im Hotel geöffnet. Ich hatte das Frühstück ja nur gebucht da der DHL Shop erst um 9 Uhr öffnete. Als ich um 7.30 Uhr meine Taschen in den Flur brachte, konnte ich schon in den Frühstücksraum. Heute gab es das bis jetzt armseligste Frühstück. Die Spiegeleier waren schon fast kalt und sonnst gab es auch keine große Auswahl. Mit meinen neuen Radhosen fühlte ich mich direkt viel besser im Sattel. Um 8.30 Uhr erreichte ich den DHL Shop und konnte schon hinein. Um die zwei Radhosen nach Deutschland zu senden, bezahlte ich knapp 45 €. Die Radhosen müssen jedoch zurück, da sie bei Amazon wieder gutgeschrieben werden. Über die Landstraße ging es dann über 50 km nur bergauf. Am Anfang noch über normale Straßen mit viel Verkehr, glich die Bergstraße einer 30 Jahre verlassenen Straße, wie bei The Walking Death. Teils überwuchert, mit Felsabbrüchen, zerstörten Leitplanken und teilweise fehlendem Asphalt. Ab und zu standen auch verlassene Autos am Rand, welche schon mit Pflanzen überwuchert waren. Hier oben war niemand, absolute Tote Hose. Es fehlten eigentlich nur noch die Zombies um diese Szene perfekt zu machen. An der Höchsten Stelle erreichte ich den Ort Fteri, wo ein paar Häuser in die Hänge gebaut waren. Danach bog ich vom Asphalt ab und von nun an ging es über 20 km, über Feld-, Wald-, Kies- und Schotterwege nur steil bergab. Witzig wieder bei Komoot dies als Fahrrad Route zu kennzeichnen. Ich würde hier gerne mal ein Tourenrad sehen was hier runter fährt. Die Strecke war schon eher Enduro und ohne grobe Offroad Reifen hast du hier keine Chance runter zu fahren ohne sich hin zu legen. Zudem habe ich den Luftdruck in den Reifen gesenkt für bessere Traktion. Die Konzentration auf den Boden strengt an und als ich wieder auf Asphalt angekommen, traf ich direkt auf eine kleine Landschildkröte, die über die Straße wollte. Im Ort Platanorrevma fand ich eine Bar und eine Bäckerei. Hier füllte ich dann wieder meinen Luftdruck auf und machte kurz Pause um mein Hotel Elimeia 3 zu buchen. Die Auswahl in den Bergregionen an Unterkünften ist extrem begrenzt und dies war die einzige Übernachtungsmöglichkeit in 60 km.


Radreise Athen 15.5.2026 Tag 30. Paralia-Aiani 110 km Gesamtanstieg 2.400 m

 

Neben dem Hotel war ein Supermarkt der aber erst um 8 Uhr öffnete. Egal, ich brauchte für die heutige Tour auf jedenfall Verpflegung. Zum Frühstück gab es eine Banane, zwei Soft Cookies und O-Saft. Ein Traum 😬. Die Route wechselte von ruhigen Landstraßen mit verschiedenen Belägen. Auf einem Stück durch einen Park entdeckte ich wieder eine Schildkröte die Löwenzahn am fressen war. Grevena war der erste Ort mit Infrastruktur. Hier fand ich ein Mikel Café und kaufte mir ein belegtes Sandwich und füllte meine Getränke auf. Ab Kilometer 60 fing dann die Bergetappe an. Über 40 Km ging es jetzt nur noch in eine Richtung und zwar nach oben. Dazu hatte ich dann noch die ganze Zeit heftigsten Gegenwind. Am Gipfel angekommen war es sehr kalt und ich hatte mir orkanartigen Winden zu kämpfen. Ich musste mich ordentlich einpacken um nicht zu erfrieren. Die letzten 8 km ging es dann nur noch bergab. Hier im Ort hatte ich das Hotel Bitouni gebucht. Die Inhaberin sagte mir das sie vor 14 Tagen noch Schnee hier oben hatten. Sie zeigte mir mit ihrem Hdy ein Video wo eine Bärenfamilie mit ganz kleinen durch den Ort gelaufen ist. Im Zimmer buchte ich dann meine Unterkünfte für Samstag + Sonntag sowie die Fähre nach Brindisi. 

Radreise Athen 16.5.2026 Tag 31. Aiani-Polydroso 115 km Gesamtanstieg 2.100 m

 

Um 7.30 Uhr gab es ein kleines Frühstück, danach startete ich. 500 m neben dem Hotel war direkt ein kleiner Supermarkt, wo ich Getränke für die Tour einkaufen konnte. Der Weg verlief vom Dorf über traumhafte schmale Passstraßen kilometerlang nach unten. Schön den Sattel nach unten und einfach laufen lassen, herrlich. Ich fühlte mich ein wenig wie in der Schweiz. Der Himmel war seit dem Morgen schon sehr bewölkt, dunkelgrau, es war recht kühl und ab und zu nieselte es. Ich hatte aber zunächst noch Glück mit dem Wetter. Bei Mazia bog der Weg dann auf eine verlassene Passstraße ab. Hier kann mir ein deutscher Sprinter Camper mit leichtem Offroad Umbau entgegen. Auch diese Straße erinnerte an einen Zombie Movie. Zugewachsen, Felsen auf der Strecke und teilweise zerstörte Fahrbahn. Aber selbst mit dem Auto konnte man sich noch irgendwie hindurch schlängeln, für das Fahrrad natürlich alles kein Problem. Bei den letzten 20 km kam ich an einem kleinen Supermarkt an der Straße vorbei. Dort machte ich noch mal eine Pause und kaufte etwas zu trinken ein. Plötzlich fing es an zu regnen. Ich zog dann mal meinen Windbreaker an und startete. Nach kurzer Zeit fing es jedoch an zu schütten und ich musste die letzten 15 km im strömenden Regen fahren. Dazu ging es nun noch steil bergauf und es herrschte ein kräftiger Gegenwind. Die Unterkunft war in der Pampa, abseits der Straße 2 km Steil den Berg hinauf über unbefestigte Wege. In den Kommentaren hatte ich ja schon von den Gästen gelesen, dass sie mit ihrem Fahrzeug nicht nach oben gekommen sind. Man bräuchte ein Allrad Geländefahrzeug. Mit dem Fahrrad war das natürlich kein Problem. In der Unterkunft hing ich dann meine Sachen auf, um sie bis morgen hoffentlich trocken zu bekommen. Außer gemütlich zugedeckt im Bett rumzuliegen kann man hier oben nix machen und der Wind bläst wie wahnsinnig draußen. 

Radreise Athen 17.5.2026 Tag 32. Polydroso-lgoumenitsa 49 km Gesamtanstieg 500 m

 

Die gesamte Nacht hatte es durchgehend geschüttet. 6.30 Uhr im Muffig feuchten Zimmer Aufstehen. Dann zog ich meine Kleidung an, die natürlich auch noch feucht war. Ohne Heizung trocknet natürlich Nix hier oben. Ich hatte noch nen gelbes Red Bull welches ich dann in meine Trinkflasche für die Fahrt kippte. Draußen war es auch noch sehr kalt, aber zum aufwärmen ging es natürlich erstmal mit 15% Steigung den Pfad nach oben bis ich die Straße erreichte. Hier übernachtest du wirklich am besten nur mit einem kleinen Allrad Fahrzeug. Nun folgte eine kilometerlange Abfahrt mit tollen Aussichten auf die Berglandschaft. Ich hätte besser noch meinen Puff Jacke unter den Windbreaker angezogen, denn es war eiskalt. Mit 50 km/h - 60 km/h wird es dann schnell mal kalt auf dem Rad. Und dann wieder in den Tritt zu kommen mit eingefrorenen Beinen dauert. Dann hatte mir Komoot noch einen tollen Feldweg ausgewählt. Dieser war natürlich nach dauerregen eine absolute Matsch-und Lehmpiste. Beinahe hätte ich mich einmal abgelegt, konnte mich aber noch fangen. Bei dem tiefen Schlamm rutscht man natürlich und ich hatte keine Lust den Druck abzulassen, denn meine Finger waren noch gefroren. Jedenfalls sah ich aus wie ein Schwein, Matsch von oben bis unten. Bei Liofyta ca. 10 km vor dem Hafen sah ich eine Waschbox. Ich reinigte gründlich das Rad und spritzte auch die Taschen, meine Schuhe und Beine ab. Leider vergaß ich hier meine gute Edelstahl Trinkflasche von Camelbak 😢. Im Hafengelände fand ich ein Café wo ich mich umziehen konnte. Alles feuchte war jetzt in einem Beutel. Wie ich diesen bis morgen wieder trocken kriegen soll wusste ich noch nicht. Um 10.30 Uhr ging ich zum Check-in und bekam mein Ticket. Um 11 Uhr konnte man auf die Fähre. Ich stellte mein Rad in eine Art Box und schloss es ab. Dann ging ich direkt ins Restaurant und suchte mir einen chilligen Fensterplatz. Es waren zu 80% nur LKW Fahrer hier und sehr sehr wenig Touristen. Auf dem Fernsehen konnte ich Moto GP schauen. Die Zeit bis 21 Uhr zog sich ewig hin, zumal auch noch die Ihr 1 Stunde zurück gestellt wurde. Als die Fähre landete war es schon stockdunkel, nun dann fahren wir mal mit Licht und ohne Brille. Ich war froh das ich die 2 km bis zum Hotel gefunden hatte. Das Best Western 4 Sterne Hotel ist die perfekte Wahl wenn man mit der Fähre ankommt. Mein Fahrrad konnte ich in den Konferenzraum abstellen. Dann machte ich mich im Zimmer daran mal alles zum trocknen aufzuhängen. 

Radreise Athen 18.5.2026 Tag 33. Brindisi-Giovinazzo 162 km Gesamtanstieg 850 m

 

Durch die Wärme im Zimmer sind tatsächlich viele Sachen getrocknet. Wichtig sind eigentlich immer nur die Radhosen und eine war recht trocken. Das Frühstück war leider ein Trauerspiel und ich hatte soooo Hunger. Zuletzt hatte ich vor der Fähre zwei mickrige Toast gegessen und sonnt nichts mehr. Die Spiegeleier und der Bacon waren um 7 Uhr schon kalt und ich war der erste am Buffett. Egal, Kalorien müssen in den Körper rein, Geschmack wird überbewertet 😂. Draußen war es schon sehr warm, als ich jedoch nach 2 km an der Küste war bließ ein starker Wind. Also doch wärmere Kleidung anziehen und sogar zwei Mützen. Ich kann es nicht leiden wenn mir der Wind ins Ohr bläst. Aber die Küstenlandschaft war wieder traumhaft. Teilweise verlief die Route auf der Via Francigena. Ich fuhr viele Kilometer durch sehr sehr alte Olivenbaum Plantagen, die Bäume hatten teilweise sehr interessante Formen. Eigentlich ist ja überall absolut tote Hose. Wenn man jedoch eine Sehenswürdigkeit erreicht geht es auf einmal los. Touristen mit Bussen ohne Ende. Sind wahrscheinlich die billigen Lidl Prospekt Reisen, die fahren immer in der Nebensaison mit den Rentnern. In Polignano a Mare war so ein Hotspot. Cafés und Restaurants komplett voll. Hier gibt es Hotels für 1.200 € für eine Nacht. Auch im Meer unten waren sehr viele Boote. Die Infrastruktur für Radfahrer ist deutlich besser im vergleich zu Griechenland. Heute nutzte ich zahlreiche reine Fahrradspuren. In Bari steuerte ich den Decathlon an. Dort kaufte ich mir eine neue Trinkflasche. Nebenan war noch ein Baumarkt. Hier kaufte ich noch Bremsenreiniger ein und buchte meine Unterkunft Villa al Mare. Auf der Fahrt musste ich über eine Bahnschranke. Ich wartete mit einigen Autos unglaubliche 25 Minuten bis die Schranke hochging. Während der Zeit passierten 5 Züge die Gleise. Im B&B angekommen hatte ich die ganze Unterkunft für mich. Jetzt mit dem Bremsenreiniger konnte ich in Ruhe vorne + hinten die Bremsbeläge wechseln und die Bremskolben reinigen und Ölen. Die Beläge haben jetzt fast 4.400 km gehalten und es ist sogar noch 20% Restbelag vorhanden. Danach führte ich noch der übliche Check durch, dann Duschen, Handwäsche usw. 

Radreise Athen 19.5.2026 Tag 34. Giovinazzo-San Giovanni Rotondo 135 km Gesamtanstieg 1.200 m

 

Um 7 Uhr brachte mir die Besitzerin Brötchen usw. vorbei und baute das Frühstück auf. Ich war draußen das Fahrrad am beladen. Nach 2 Minuten war sie bereits wieder verschwunden. Generell war die Kommunikation sehr anstrengend, da sie ausschließlich Italienisch sprach. Fast hätte ich die zwei frischen Croissants übersehen. Mit der Lavazza Kapselmaschine konnte ich mir selbst Kaffee machen. Den gekochten Schinken gab ich der hungrigen Mieze Katze draußen. Am Anfang nieselte es noch leicht und es herrschte eine frische Brise. Ich entdeckte auch schon die ersten Mönch- bzw. Halsbandsittiche die laut schreiend in den Bäumen saßen. Bei Spiaggia la torretta war eine Straße voll gesperrt. Daher führte der Weg erstmal über Treppen bis zum Strand runter. Hier musste ich dann mit der Schiebehilfe das Rad über die Steine am Strand schieben. Nun den Hang wieder Steil nach oben Schieben. Dann erreichte ich wieder einen Pfad. Plötzlich stand ich vor einer Schranke und einem Zick Zack Eingang der so gebaut wurde, das wirklich nur Fußgänger dadurch konnten. Ich versuchte erst einmal links die Straßen entlang zu fahren, sah aber das vorne ein großes Tor stand. Hier war also kein durchkommen. Unter der Schranke oder seitlich kam ich auch nicht vorbei. Also kippte ich das Fahrrad nach hinten so das es senkrecht nur auf dem Hinterrad stand und mühte mich durch den Zick Zack Eingang. Als ich durch war, kam gerade ein Auto um die Ecke und hupte. Der Mann sagte, dass man da nicht mit dem Fahrrad durch dürfte, er mir aber das Tor vorne aufmachen könnte. Also zwängte ich mich erneut durch den Eingang und fuhr dem Auto hinterher. Zurück auf dem Weg konnte ich wieder die Radspur nutzen. Bei Barletta fuhr ich durch zahlreiche Plantagen am Bewässerungskanal entlang, durch teilweise überflutete und matschige Feldwege. Das Rad bekam direkt wieder eine schöne Offroad Pattina. Ich hatte langsam Hunger und in Margherita di Savoia fand ich eine kleine versteckte Bäckerei. Diese sind die besten. Hier wird noch alles selbst gemacht. Ich kaufte mir ein Stück Pizza mit Zwiebeln und eine Teigtasche, welche mit Mozzarella und Tomaten gefüllt war. Die Sachen waren super lecker und ich zahlte gerade einmal 4 €. Dann kam ich an den Salinen vorbei wo Salz gewonnen wird. Hier war der Radweg komplett zugewuchert. In der Mitte war stellenweise nur 50 cm Platz. Wahrscheinlich wurde der Weg seit dem Bau nicht mehr gepflegt. Die Holzleitplanken waren auch schon komplett verrottet und die Metallplanken lagen kreuz und quer. Dann sah ich einen Asia Laden. Super, denn ich brauchte neue Microfasertücher zur Bike Pflege. Für 3.50 € kaufte ich einen 8er Pack und entsorgte meine alten Tücher direkt im Müll. Bei Manfredonia standen Flamingos im seichten Wasser zusammen mit etlichen Wasservögeln. Durch dieses Gebiet führte leider nur eine stark befahrene Landstraße. Der Verkehr war heftig und richtig nervig. Neben der Fahrbahn waren auf jeden einzelnen Strommast jeweils ein Storchennest mit Nachwuchs. Auf die gesamte Länge waren es gut 40 Stück. In Manfredonia brauchte ich etwas Ruhe und Erholung nach der Tortur mit der Landstraße. Auch die starke Sonnenstrahlung und Hitze spürte ich deutlich. Konzentration war nicht mehr möglich. Die Supermärkte hatten natürlich jetzt alle geschlossen wegen Siesta. Ich fand dann noch ne kleine Bar und kaufte etwas zu trinken. Als ich nach meiner weiteren möglichen Route schaute, fingen 30m neben mir plötzlich die Bauarbeiter an zu flexen und mit dem Bagger zu arbeiten. Ich buchte das Hotel Perla del Gargano in gut 25 km Entfernung, welches oben auf dem Berg lag. 15 km ging es über Serpentinen steil nach oben, natürlich mit jetzt einsetzenden starken Gegenwind und viel Verkehr. Auch die Straße wurde neu geteert. Nach dem Checkin gab es dann erst mal Diskussionen wo ich meine zwei Radhosen in die Sonne zum trocknen aufhängen konnte, da 4 Sterne Hotel usw. Ohne Sonne und Wind kriegst du die einfach nicht einigermaßen trocken.

Radreise Athen 20.5.2026 Tag 35. San Giovanni Rotondo-Termini 150 km Gesamtanstieg 1.000 m

 

Frühstück startete um 7.30 Uhr und war wieder einmal für ein Hotel sehr bescheiden, zumal es ja 4 Sterne hatte. Nach einem kurzen Anstieg ging es dann nur noch bergab. Bei Apricena fuhr ich durch den riesigen Marmorsteinbruch. Eigentlich wollte ich noch etwas näher hinein, an den Einfahrten der jeweiligen Parzellen waren jedoch immer Hunde die direkt anschlugen. In Lido Compomarino stoppte ich an einem Supermarkt für eine Pause. Kilometerlanges radeln auf den vielbefahrenen Landstraßen sind wirklich eine Folter. Die LKW mit Anhänger sind zum Teil völlig schmerzfrei und überholen einen mit 50 cm Abstand. Ist auch kein Wunder, da über 90% der Leute hier ihr Drecks Smartphone in der Hand halten beim fahren. In Termoli endlich wieder am Meer angekommen gab es schön markierte Radwege. Die Strände waren hier kilometerlang mit einer Beach Bars aneinander gereiht. Jeder Club hatte seine eigenen Liegen/ Sonnenschirme, die im Abstand von gefühlt 1 m zueinander Standen. Grauenhaft die Vorstellung für mich sich hier hinzulegen wie eine Sardine in der Dose und dafür noch 50 € am Tag abzudrücken. Aufgrund einer eingestürzten Brücke führte der Weg in einem großen Rechteck herum. Dadurch kam ich etwas mehr ins Landesinnere wo es herrlich grün war. Hier wurde wieder sehr viel angebaut. In Marina di Vasto stoppte ich kurz für ein Getränk und ein leckeres Sandwich. Hier suchte ich meine Unterkunft heraus. Der Weg dorthin war wieder einmal sehr abenteuerlich. Nach einem Stück auf der Landstraße mit Verkehr zum abwinken bog ich in einen Feldweg direkt an der Küste ab. Dieser war sehr schön bis ich ein Stück erreichte wo der komplette Weg weggebrochen war und zudem ein Baum umgekippt da lag. Es war so extrem steil und durch die rumliegenden massiven Äste und Spalten im Boden, das ich keine Chance hatte diese Stelle zu passieren. Also umdrehen und bis zur Straße zurück und dann die Navigation auf AUTO statt Fahrrad gesetzt. Dadurch waren es natürlich 8 km mehr und wieder über die schöne Landstraße. In meinen B&B angekommen rief ich an. Der Besitzer kam vorbei und sagte das er Probleme mit dem Wasser habe und ich nicht dort übernachten könnte. Er organisierte mir aber direkt ein Zimmer im neben anliegenden 3 Sterne Hotel ohne Aufpreis. Hier kennt sich halt jeder. Das Hotel ist ganz gut und ich konnte meine Radhosen direkt unten an das Parkplatzschild in die Sonne zum trocknen nach der Handwäsche hängen. Zudem gab es in der Bar heute mal ein leckeres Cola-Bierchen. 

Radreise Athen 21.5.2026 Tag 36. Termini-Cupra Marittima 137 km Gesamtanstieg 650 m

 

Nach dem Frühstück im Hotel startete ich um 7.40 Uhr. Von Beginn an hatte ich die gesamte Strecke heftigen Gegenwind. Dies wirkt sich massiv auf die Kilometerleistung pro Akku aus, da ich mit viel mehr Unterstützung fahren muss um überhaupt voran zu kommen. Es gleicht fast schon wie eine Etappe durch die Berge. Heute konnte ich wenigstens die ganze Zeit auf Radwegen direkt an der Uferpromenade fahren. Da die Italiener Dolce Vita lieben steht hier natürlich ein Club, Beach Bar, Restaurant an der nächsten. Zum Teil sind diese wirklich cool gestaltet. Mal total modern und chic und dann wieder komplett mit Bäumen und Planzen wie im Dschungel gestaltet. Die meisten Bars waren aber noch geschlossen, beziehungsweise es waren Handwerker damit beschäftigt die Vorbereitungen für die kommende Saison zu tätigen. Wenn man in zwei Monaten hier hin fährt ist Endzeit und alles ist komplett Überfüllt. Ich würde mir dann gerne mal die Strände und die besetzen Schirmchen und Liegen anschauen. Die starke UV Belastung merkt man dann ab 14 Uhr, dann reicht es auch nach über 6 Stunden mit dem Radfahren in der Sonne. An einem Supermarkt stoppte ich nochmal und kaufte mir etwas zu trinken und buchte mir dort das Hotel Europa für heute Abend. Auf dem Weg zum Hotel kam ich noch an einem Decathlon vorbei. Hier gab ich meine Edelstahl Trinkflasche zurück die ich mir in Bari für meine verlorene Isolierte Camelbak gekauft hatte. Nach 5 min sind eiskalte Getränke nämlich total warm in der Sonne. Hier im Decathlon hatten sie auch Thermo-Flaschen und so kaufte ich mir eine Isolierte Edelstahl Trinkflasche für exakt den gleichen Preis. Mal schauen wie diese im Test Abschneidet. 

Radreise Athen 22.5.2026 Tag 37. Cupra Marittima-Fosso Sejore 143 km Gesamtanstieg 1.000 m

 

Auch heute führte der Radweg direkt an der Uferpromenade lang. Durch Bauarbeiten waren jedoch immer wieder mal Spuren geschlossen. Ab Start war es bereits brutal heiß. Es war nur auf dem Rad auszuhalten, da wieder ein brutaler Gegenwind herrschte oder wenn man sich in den Schatten stellte. Ab Scossicci bog die Route dann ins Landesinnere ab und es wurde deutlich steiler und grüner. In Coppo machte ich an einem Supermarkt kurz Pause im Schatten und aß etwas. An der Strandpromenade sind ausschließlich Bars. Supermärkte oder kleine Shops findet man parallel nur auf den Hauptstraßen. Aber bevor ich in der Bar 5 € für ne Cola zahle, fahre ich lieber in den Supermarkt. Ein Teil des Radweges an der Küste bestand aus Kies. Mit der Schiebehilfe musste ich das ganze Stück schieben, dann noch über ein paar Felsblöcke mit dem Rad, bevor ich wieder auf fahrbaren Untergrund traf.  In Marotta war die gesamte Mauer an der Strandpromenade mit unterschiedlichen Motiven aus Mosaiken gestaltet. Das war richtig gut gemacht und ich hätte über hundert Fotos machen können. Gegen 15 Uhr stoppte ich nochmal an einem Supermarkt den ich mir bei Google Maps rausgesucht hatte. Kühle Getränke mussten her. Die UV-Strahlung ist so extrem stark. Hier buchte ich mir das Hotel Ristorante Miramare. Die letzten 10 km waren eine Qual, da die Sonne so massiv ballerte. Ich wollte nur noch raus aus der Sonne! Dann am Hotel genau das Gegenteil. Auf der gesamten Seite wo das Hotel lag war nur Schatten. Die Handwäsche trocknete so natürlich nicht, denn es wehte hier natürlich auch kein Wind 🤯. Heute Definitiv keinen Hoteljoker gezogen. 

Radreise Athen 23.5.2026 Tag 38. Fosso Sejore-Marina Romea 127 km Gesamtanstieg 700 m

 

Auch heute Morgen war ich der einzige Gast beim Frühstück. Nach 2 km auf dem Küstenradweg kam ich schon an dem riesigen Motorradhelm von Valentino Rossi ,,The Doctor,,, der als Denkmal für ihn aufgestellt wurde vorbei. Bei der Fahrt durch den Parco Regionale del Monte San Bartolo waren einige Höhenmeter zu bezwingen. Dafür gab es jedoch schöne Ausblicke auf die Küste. Hier waren auch etliche Rennradfahrer unterwegs. Samstag und Sonntag ist in Italien natürlich die Hauptzeit fürs Radfahren. Ein Teil der Strecke führte durchs Nirvana oder wie man auf meinem Foto sieht durch ein Weizenfeld. Ich fühlte mich ein bissl wie bei Jurassic Park, wo sich die Raptoren im hohen Gras versteckt hatten. Bei Rimmini war es natürlich sehr voll und zahlreiche Fußgänger und Radfahrer unterwegs. Ich musste mich sehr konzentrieren, da die Radwege recht schmal waren. Viele ältere Radfahrer oder auch Kinder fahren ja teilweise extrem unsicher und orientierungslos herum. Bei der Fahrt durch den Parc Naturale de Cervia war ich der einzige Radfahrer auf der gesamten Strecke. Es war herrlich ruhig und schön schattig. Im Kanal sah ich schon das ein oder andere Köpfchen einer Schildkröte aus dem Wasser schauen. Plötzlich entdeckte ich eine Wasserschildkröte auf der staubigen Piste in der Sonne. Ich packte sie und brachte sie zur Grasnarbe neben dem Kanal. Nur 500 m später entdeckte ich eine Landschildkröte auf dem Waldweg. Im Kanal schwammen auch einige Nutrias herum. Am Rand standen etliche Holzhütten auf Pfählen zum Fischfang. Auf einem abgesperrten Stück quetschte sich ein Radreisender am Bauzaun vorbei. Grüßen konnte er nicht, er murmelte nur etwas. Nun schob ich mich auch vorbei und nach etwa 1 km kam ich zur zweiten Absperrung. Die Öffnung an der Seite war aber so schmal das ich meine Tasche abbauen musste um hindurch zu kommen. Man hätte einem so wie ich es mache einfach auch sagen können das man auf der anderen Seite nicht durchpasst. Dann wäre ich an der Straße lang gefahren und hätte mir den Aufwand erspart. Aber die Leute sind einfach fertig im Kopf und es interessiert sie einen Scheiß was andere machen. An einem Verkehrskreisel standen einige übergroße Schildkröten als Skulpturen. Ein Haus in einem Wohngebiet war mit einem Baum verschmolzen. Ich buchte mir das Meridiana Family & Nature Hotel, eine gute Wahl denn heute konnte ich mal nach 38 Tagen richtig Wäsche waschen. Direkt auf meinem Flur war ein Waschraum mit Trockner und Waschmaschine mit Münzen. Die Radhosen sind nach dem Schleudergang  schon unfassbar trocknen. Zum Glück, denn diese dürfen natürlich nicht in den Trockner. 


Radreise Athen 24.5.2026 Tag 39. Fosso Marina Romea-Legnago 170 km Gesamtanstieg 400 m

 

Um 7.30 Uhr war der Frühstücksraum schon mit zahlreichen Familien gefüllt. Das Essen am Buffett konnte man sich nicht selbst nehme, sondern es wurde gereicht. Vom Meer ging der Weg direkt durch ein Naturreservat parallel eines Kanals. Hier waren auch wieder unzählige Hütten (Bilancioni) zum Fischfang aufgereiht. Zudem sah ich hier massenhaft die schön bunten Bienenfresser Vögel. Plötzlich versperrte eine Baustelle mit Bagger und Zaun den gesamten Weg. Über die Komoot Karte fand ich jedoch einen kleinen Pfad der mich zunächst parallel durch den Wald an den nächsten Kanal brachte. Von dort konnte ich weiter am Ufer fahren und über die Landstraße im Dreieck zurück auf die weitere Route. Bei Saint Alberto fuhr ich mit einer Mini Seilzug-Fähre auf die andere Seite des Kanals für 1 €. Hier waren dann auch direkt Hunderte von Flamingos im seichten Wasser zu sehen. Das Gefieder war richtig schön pink. Die Fahrt hier am Kanal entlang über den Schotter war etwas nervig, da die Wege sehr stark seitlich zugewachsen waren. Und so fuhr ich dann mit dem rechten oder linken Arm und Bein immer im Weizengras. Eine kostenlose Massage sozusagen. Später folgten auch einige Etappen durch Baumbewuchs mit schönem Schatten, denn die Temperatur war heute wieder brutal hoch. In Marrara konnte ich dann nach über 80 km die erste Trinkpause in einer Bar machen. Da heute Sonntag ist war überall tote Hose und alles ist geschlossen. Die Leute sind wohl in Richtung Strand unterwegs. In Ferrara war es dann natürlich wieder sehr voll. Hier saßen viele Touristen und Einheimische in Cafés und Restaurants. Ohne Wind hielt man es in der Sonne nicht aus. Deshalb schön in Bewegung bleiben und weiterfahren. Bei einer Abzweigung, welche über eine Brücke gehen sollte zeigte die Karte absoluten Mist an. Man kam nicht auf die Brücke also fuhr ich auf der anderen Seite weiter. Der Straßenbelag war schön glatter Asphalt und komplett Eben. Hier konnte ich richtig Tempo fahren. Die Sonne strahlte unerträglich. Keinerlei Schatten auf der gesamten Strecke auf dem Damm. Trotzdem fühlte ich mich sehr gut. Heute hatte ich tagsüber nur eine Banane und einen Müsliriegel gegessen. Aber bei der Hitze hab ich einfach keinen Hunger. Ich buchte mir an einem Staudamm im Schatten das Hotel Salieri. Nach meiner Ankunft mit 170 km hatte ich auf dem 3ten Akku noch 70% Kapazität. Soviel zum Thema Gegenwind. Abends bestellte ich mit zwei Pizzen, denn der Energie Speicher musste aufgefüllt werden. 

Radreise Athen 25.5.2026 Tag 40. Legnago-Calliano 136 km Gesamtanstieg 700 m

 

Kurz nach dem Start kam ich direkt an einem kleinen Supermarkt vorbei und konnte Getränke für die Tour heute kaufen. Die Strecke verlief zunächst am Kanal entlang, vorbei an zahlreichen Plantagen. Auch Erdbeeren wurden hier in Gewächshäusern gezüchtet. Diese waren in Körben gepflanzt, welche aufgehangen waren. Dadurch ist ein ergonomisches Arbeiten bei der Ernte möglich. Die restliche Strecke verlief auf dem Eurovelo 7. dieses Stück hier bin ich letztes Jahr schon gefahren, daher kannte ich die Strecke. An die Esel im Gehege konnte ich mich noch gut erinnern. Diesmal waren aber deutlich mehr Esel da, auch ein kleines Esel Baby. Ich fütterte sie mit etwas Gras was ich ausrupfte. Heute waren unzählige Radfahrer unterwegs. Die meisten fuhren aber in die entgegengesetzte Richtung. Die Temperatur heute war wieder unerträglich heiß, deshalb stoppte ich bei Avio an einer Bar. Hier stellte ich mein Fahrrad in den Schatten und trank einige Getränke zur Erfrischung. Ich buchte mir das Village Hotel Aquila was ein Stück vor Trient liegt. Das Hotel ist schön ruhig und bietet einen tollen Ausblick vom Balkon. 

Radreise Athen 26.5.2026 Tag 41. Calliano-Tschars 135 km Gesamtanstieg 650 m

 

Trotz recht großer Auswahl war das Frühstück ein Elend. Ich hasse es schon wenn sie diesen billig Orangensaft haben wo du durchschauen kannst mit 3% Fruchtanteil 🤯. Nun denn bereits bei Start war es sehr warm und ich wusste gleich das es heute wieder ein extremer Wüstentag werden würde. Auf dem Radhighway in praller Sonne immer nur Schnur geradeaus und Radfahrer ohne Ende. Ich hasse dieses Stück. Gegen 11 Uhr kam ich an einem Biergarten vorbei. Ich stoppte und kaufte mir ein leckeres Cola-Bier um die Flüssigkeit aufzufüllen. Bei Bozen fuhr ich zu SPORTLER Bike denn ich brauchte noch eine Dose Assos Sitzcreme und flüssiges Kettenwachs. Der Laden war sehr hochwertig aufgemacht und ich fand die Sachen recht zügig. Bei Sinich machte ich meine zweite Cola-Bier Pause und aß meinen ersten Müsliriegel für heute. Es war unglaublich heiß und ich war der einzige der komplett bedeckt war um sich vor der Strahlung zu schützen. Buff und UV Mütze, Handschuhe und Beinlinge. Die Leute fuhren ohne Mütze und zum Teil Oberkörperfrei. Viele waren rot wie Krebse und sahen komplett fertig aus. Gerade Menschen über 70/ 80 Jahre alt fuhren mit ihrem Rennrad, in der brutalsten Hitze, als wenn es um ihr Leben ginge. Dem Herzinfarkt/ Schlaganfall näher als dem Etappensieg. Ab Algund ging es dann recht steil nach oben. Hier war in einer Kurve bei den Serpentinen ein Trinkbrunnen mit frischen Bergwasser errichtet. Ich tauchte meinen Kopf unter den Hahn und trank erstmal gefühlt einen Liter von dem köstlichen kalten Wasser. Heute buchte ich das 4 Sterne Hotel Kesselwirt, die perfekte Wahl. Ich bekam ein tolles Zimmer und unten im Restaurant bestellte ich um 18 Uhr eine hervorragende Pizza. 

Radreise Athen 27.5.2026 Tag 42. Tschars-Ardez 108 km Gesamtanstieg 2.100 m

 

Heute Morgen gab es das bis jetzt beste Frühstück. Riesige Auswahl, frische und regionale Produkte. Frisch gepresster o-Saft uvm. Der Radweg führte durch etliche Äpfel Plantagen die fleißig gewässert wurden. Zwei recht große Bunkeranlagen entdeckte ich auf dem weiteren Weg. Den ganzen Tag über gab es immer wieder traumhafte Ausblicke auf die Berglandschaft und die kleinen Dörfer. Hier ist die Welt noch in Ordnung. Keine Shisha Bars, Barber Shops, Spielcasinos, Wettbüros oder Müll in der Landschaft und Graffitis an den Wänden. Auf dem Reschenpass nach dem Reschensee verliefen viele Stücke auf Schotter an dem Fluß Inn entlang. In einem Waldstück waren zahlreiche Figuren aufgestellt Bei Nauders nach 60 km hatte ich den ersten Gipfel erreicht und konnte eine tolle Abfahrt über Serpentinen bis nach Martina genießen. Ab Scuol erneut die letzten 15 km, bis zu meiner Unterkunft B&B Casa Arfusch ein heftiger Aufstieg mit Gegenwind auf der Passstraße. 100 m vor meiner Unterkunft gab es noch einen kleinen Supermarkt. Im Hotel gegenüber, was zum B&B gehört konnte ich mein Fahrrad abspritzen und richtig sauber machen. Ideal, da der Dreck und Staub der letzten Tage in jede Ritze gekrochen war.

Radreise Athen 28.5.2026 Tag 43. Ardez-Diepoldsau 150 km Gesamtanstieg 2.000 m

 

Das Frühstück heute Morgen war auch sehr lecker. Es gab Bircher Müsli mit Früchten und Rührei. Ab Start ging es direkt knackig über enge Serpentinen nach oben. Dann wechselten sie über zu Schotter- und Waldwegen. Ab dem Flüelapass (Gebirgspass zwischen Davos und Susch) startete dann die richtige Bergetappe. Es waren auch schon etliche PKW und Motorräder unterwegs. Einige winkten mir zu oder hoben den Daumen. Ab 2.000 m Höhe wurde es zunehmend kälter und ich zog mir meine Fleecejacke und eine wärmere Mütze an. Am Gipfel auf 2.400 m angekommen waren Schneefelder und Gebirgsseen sichtbar. Landschaftlich wunderschön anzusehen. Auch gab es ein Hinweisschild das man auf Murmeltiere achtgeben sollte. Kurze Zeit später entdeckte ich ein Murmeltier und konnte es fotografieren. Nun begann die Kilometerlange Abfahrt ins Tal. Bereits nach 1 km wäre mir fast ein recht dickes Murmeltier ins Rad gelaufen als es die Straße kreuzen wollte. In Davos angekommen ging ich noch in eine Apotheke und kaufte Bepanthen Creme und Bonbons und im Supermarkt etwas zu trinken für die weitere Fahrt. Ich steckte eine Getränkeflasche in meine rechte Seitentasche. Dort befindet sich auch mein Reinigungsöl für Dämpfer und mein Kettenwachs. Der weitere Weg führte über kleine Feldwege die zum Teil sehr ruppig waren. Ich kam an einer Komposttoilette vorbei welche cool Designed war. Die letzten 40 km verliefen nur direkt am Rhein entlang. Hier herrschte ein sehr starker Gegenwind. Als ich im Schatten mein Hotel Profis für heute am buchen war, stellte ich fest, dass mein Beutel mit dem Kettenwachs bei dem ruppigen Gelände wohl herausgefallen war. Ich suchte nach einen Bike Shop in der Nähe und fand glücklicherweise einen in nur 1,5 km Entfernung. Hier gab es sogar das Motorex Kettenwax, welches ich ursprünglich verwendet hatte. Nur 300 m vor dem Hotel fand ich um 15.30 Uhr noch eine kleine Bäckerei. Hier aß ich ein Salami Brötchen und nahm etwas Kuchen für heute Abend mit. Meine erste Mahlzeit für heute. Später im Zimmer tüftelte ich noch an der weiteren Routenplanung. 

Radreise Athen 29.5.2026 Tag 44. Diepoldsau-Hohentengen 157 km Gesamtanstieg 1.000 m

 

Heute konnte ich schon um kurz nach 6 Uhr früh zum Frühstücken gehen. Ideal früh zu starten, denn so kann ich etwas der Hitze entfliehen. Bei Arbon am Bodensee gab es hunderte von Schwänen zu sehen. Auch etliche andere Wasservögel brüteten hier. Ich kam dann an einem riesigen Blühenden Mohnblumenfeld vorbei. Etliche Radfahrer stoppten hier und machten in dem Feld Fotos. Um kurz vor 10 Uhr machte ich einen Abstecher zum Lidl um Getränke zu kaufen. Bei Wagenhausen entdeckte ich gegenüber eines alten Fachwerkhauses ein kleines Gehege mit zwei Hausschweinen die sehr zutraulich waren. Ich streichelte sie ein wenig und jeder bekam von mir zwei Blätter Löwenzahn zu fressen. Ich wusste gar nicht mehr in welchem Land Deutschland/ Schweiz/ Österreich ich gerade war, denn durch die etlichen Brücken die ich überquerte war ich immer wieder woanders. In Schaffhausen stoppte ich beim Spar und kaufte etwas zu trinken und ein Sandwich. Die Stadt und auch die Cafés waren komplett voll. Dann fuhr ich zum Rheinfall einem der mächtigsten Wasserfälle in Europa. Auch hier waren etliche Touristen vor allem aus Indien. Es gab einige Aussichtsplattformen und auch eine Bootsfahrt wurde angeboten. Ich fand es schon sehr beeindruckend dieses Naturdenkmal. Hier buchte ich im Schatten den Landgasthof Hirschen in 40 km Entfernung. Die weitere Strecke verlief teilweise im Wald wo es schön schattig war. Selbst die Alpakas lagen im Schatten rum, weil es ihnen in der Sonne zu warm war. 


Radreise Athen 30.5.2026 Tag 45. Hohentengen am Hochrhein-Wittisheim 180 km Gesamtanstieg 600 m

 

Um 6.30 Uhr machte ich erst mein Rad startklar, dann ging ich in den Frühstücksraum. Ich war natürlich der erste beim Frühstück, welches ordentlich bestückt war. Nachdem ich fertig gegessen hatte kamen aber schon die ersten Handwerker. Ob ich ihnen etwas übrig gelassen hatte verrate ich nicht 😬.  Ich fuhr durchgängig auf dem EV15 am Rhein entlang. Es gab einige schöne und interessante Stellen. Ich sah unzählige Schwäne mit kleinen Küken, fast um die 50 Stück über den ganzen Tag verteilt. Bei Basel angekommen stoppte ich kurz und plante den weiteren Weg. Nachdem ich in Frankreich war musste ich aber noch die Karte für Frankreich auf das Bosch Nyon runterladen und alle anderen Karten außer der Deutschland Karte löschen. Danach konnte ich erfolgreich die Route von Komoot auf das Nyon übertragen. Auch heute war es wieder brutal heiß. Als ich in einem kleinen Dorf an einer Bäckerei vorbei kam, war es genau 13:01 Uhr. Innen war noch Licht an, und auch das Personal war hinter der Theke. Als ich an die Eingangstür ging, ließen sie aber von innen schon den Rollladen runter und schüttelten mit ihren Köpfen. Pech gehabt Junge. Du bist 1 Minute zu Spät 🤯. Nun denn. Weiter ging es. An einer Tankstelle kaufte ich mir noch etwas zu trinken und aß dann erstmal einen warmen aufgeweichten Müsliriegel. Ein paar Kilometer später kam ich aber zufällig an einem SUPER U Supermarkt vorbei. Hier kaufte ich mir dann Milchreis, eine große Flasche Saft und zwei Teilchen. Vor der Tür wurde alles gegessen. Ich finde die mitleidigen Blicke der Passanten immer schön. Wenn ich einen Becher auf den Boden aufstellte, würden bestimmt einige Münzen hineinwerfen. Hier buchte ich mir dann meine Unterkunft La Grange d‘Ernest. Die restlichen 35 km verliefen zum großen Teil zum Glück im Schatten der Bäume direkt am Rhein entlang. 


Radreise Athen 31.5.2026 Tag 46. Wittisheim-Ludwigshafen am Rhein 193 km Gesamtanstieg 300 m

 

Heute Morgen bekam ich ein schönes Frühstück serviert mit regionalen Produkten, Spiegel Eier aus eigener Haltung, selbstgemachte Marmelade und leckeres Baguette. Gut gestärkt startete ich meine Tour immer dem Euro Velo 15 am Kanal entlang. Um 9 Ihr hatten wir bereits 26 Grad. Diese gesamte Strecke bis nach Hause bin ich schon mal gefahren. Nach ein paar Kilometern kam ich an einem Carrefour Express vorbei der auch heute am Sonntag geöffnet hatte. Ich kaufte hier einige Getränke ein. In der Region waren überall schöne Blumenbeete und Vorgärten angelegt. Um kurz vor 12 Uhr kaufte ich in Beinheim erneut im Carrefour 6 Yogurts, Banane und Saft als Mittagessen. Zwischendurch fing es kurz heftig an zu Schütten. Ich zog nur meinen Windbreaker an, da es von der Temperatur her angenehm war und versuchte dem Regen davon zu fahren, was mir auch geling. Ich zog die Jacke wieder aus. Ab 14 Uhr war es dann immer leicht bewölkt und von der Temperatur ideal zum Radfahren. Daher konnte ich heute auch etwas Strecke machen um Morgen in einem Rutsch nach Hause fahren zu können. Den ganzen Tag über traf ich auf zahlreiche Radfahrer und viele Störche bei der Nahrungssuche auf den Wiesen. An einer Aral Tankstelle kaufte ich mir ein Alkoholfreies Radler und buchte mir dann für heute Abend das Gartenstadt Hotel.

Radreise Athen 1.6.2026 Tag 47. Ludwigshafen am Rhein-Sankt Sebastian 170 km Gesamtanstieg 800 m

 

Gestern Abend musste ich noch beim WC die Spülung notdürftig reparieren. Der Schwimmer war defekt und dadurch lief permanent Wasser in die Toilette. Mit einem Kabelbinder fixierte ich den Hebel und deaktivierte so den Wasserfluß. Heute Morgen konnte ich bereits um 6.30 Uhr zum Frühstück gehen, welches auch eine sehr ordentliche Auswahl hatte. So konnte ich gut gestärkt meine letzte Etappe starten. Die Temperatur war zum Glück recht angenehm. Mir begegneten recht viele Radfahrer. Bei Oberwesel stoppte ich beim REWE und kaufte mir in der Bäckerei etwas zu Essen und machte eine Pause im Schatten. Um 16 Uhr erreichte ich dann Sankt Sebastian und stoppte bei meinen Eltern. Hiermit endet diese Reise.


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