Camino Frances 5.6.2024 Anreise

Um 9.40 Uhr bin ich vom Flughafen Köln nach London Stansted mit Ryanair geflogen. Der Flieger war sehr pünktlich und landete um 10 Uhr Ortszeit. Nun musste ich jedoch erst einmal komplett durch den Zoll und dann den Ausgang nehmen. Zum Glück hatte ich auch für meinen nächsten Flug nach Biarritz, mit Ryanair hier Fast Check gebucht. Es waren unglaubliche Massen an Menschen hier und die reguläre Schlange an der Kontrolle war unglaublich lang. Ich konnte bequem komplett an den Massen durch einen Abgetrennten Gang gehen und hatte dann nur noch etwa zehn Personen vor mir. Beim durchleuchten meines Gepäcks war der Sicherheitsmitarbeiter, jedoch nicht mit meinen Flüssigkeiten zufrieden und nahm mir meine Zahncreme und mein Deodorant ab, da es nicht mehr in den 1 l Beutel passte. Der Flieger sollte nach Plan um 13:10 Uhr abfliegen. Nachdem wir jedoch in die Maschine eingestiegen waren, warteten wir circa 1 Stunde auf die Freigabe des Terminals. Nach der Landung wartete ich circa 45 Minuten an der Passkontrolle. Ich rannte dann schnell nach draußen und genau 30 Sekunden nach mir, traf der Bus der Linie 4 ein. Um 18:05 Uhr erreichte ich den Bahnhof von Bayon. Ich kaufte mir am Ticketautomat ein Ticket für 11.10 € für den Zug, der ursprünglich um 18:15 Uhr fahren sollte. Dieser hatte jedoch Verspätung und war um 18:40 Uhr ausgeschrieben. Ich hatte ein Bunk Bett in der Herberge La Vita E Bella für 28.-€ mit Frühstück gebucht und konnte zum Glück nachdem ich eintraf, noch ein Menü zu Abend essen. Danach bin ich dann auch direkt ins Bett gegangen. Mit den ANC Kopfhörern und meiner Ohropax 3D Schlafmaske konnte ich dann relativ gut schlafen. 


Camino Frances 6.6.2024 Tag 1. 

St. Jean-Pied-de-Port-Burguete 28.10 Km + 1.400 Höhenmeter

Da bei mir alle im Zimmer bereits um 5.30 Uhr auf waren, zog ich mich um 6 Uhr auch an. Um 6.15 Uhr bin ich dann zum Frühstück nach unten gegangen und packte in Ruhe meinen Rucksack. Es war so gut wie niemand auf dem Camino unterwegs und erst auf den Hügeln konnte ich einige Pilger erkennen. Um 13.30 Uhr erreichte ich Roncesvalles und ging in Café. Dort stärkte ich mich und machte eine kurze Pause. Auch hier war ich neben einer 5 köpfigen Radgruppe der einzigste Pilger. Später traf dann noch ein Pärchen aus USA ein. Heute übernachte ich in der Herberge LORENTX - Aterpea für 18.-€ das Bunk Bett. 


Camino Frances 7.6.2024 Tag 2. 

Burguete-Larrasoaña 25.20 Km + 550 Höhenmeter

In der Nacht hatte ich Probleme mit dem Magen und konnte deshalb kaum schlafen. Ich hatte alle Immodium und Kohletabletten aufgebraucht die ich dabei hatte, musste jedoch mehrmals auf die Toilette. Am frühen Morgen ging es dann einigermaßen, so das ich zwar deutlich geschwächt aber trotzdem starten konnte. Ich ging mit Robert aus Australien und X aus USA zusammen los. In Espinal frückstückten wir wieder in dem schönen Kaffee. Ich aß jedoch nur zwei Bananen. In dem kleinen Supermarkt in der Nähe kaufte ich mir Schokolade mit 90% und aß die halbe Tafel. Als wir in Zubiri angekommen waren ging ich zur Apotheke, welche jedoch knapp 2 km entfernt lag. Dort bekam ich noch Tabletten um den Magen zu beruhigen. Wir machten dann eine Mittagspause am Trinkbrunnen neben dem Supermarkt. Dort justierte ich dann noch von einem Mädchen den Rucksack korrekt ein, da sie über Probleme klagte. Ich buchte für mich in Larrasoaña in der Herberge San Nicolas ein Bunk Bett in einem vier Personen Raum. Die anderen zwei buchten ebenfalls die Herberge über booking.com. Trotz das ich es gestern den Leuten mehrfach erklärt hatte das diese auf die Abzweigung vom Weg auf die Straße achten sollten, liefen zwei an dieser Gabelung vorbei. Nach knapp 2 km bemerkten sie jedoch den Fehler und kehrten um. Nach dem Check-in in der Herberge duschte ich mich erstmal kalt ab, um mich von der Hitze abzukühlen. Wir hatten bereits seit dem Mittag knapp 26 Grad und ich fühlte mich immer noch nicht fit. Um 18.30 Uhr gab es wieder ein leckeres frisch gekochtes Abendessen. Danach schrieb ich noch kurz meinen Blog und legte mich schlafen. 


Camino Frances 8.6.2024 Tag 3. 

Larrasoaña-Zariquiegui 26.20 Km + 450 Höhenmeter

Um 7 Uhr starteten Rob und ich entlang der Straße auf dem direkten Weg nach Zuriain. Da heute Samstag war begegneten uns sehr viele Radfahrer und zum Glück nur sehr wenige Autos. Hier gingen wir in das tolle Café und ich bestellte mir eine leckere Tortilla mit Spinat, Banane und Cortado. Hier trafen wir auch einige andere Pilger wieder, die deutlich vor uns jedoch entlang des Feldweges gelaufen waren. In Pamplona kaufte ich mir wieder einmal ein leckeres Baguette mit Schinken und Käse sowie Orangensaft und machte dann auf dem Marktplatz eine Pause. Rob schaute sich etwas in der Stadt um und kam 45 Minuten zum Marktplatz. Auf der Route entlang kaufte ich mir noch ein Messer und Rob in einem China Laden ein paar Crocs. Wir trafen die 66 jährige Tracy aus den USA, auf dem Weg aus der Stadt und sie schloss sich uns an. Die Temperatur stieg nun schon gut über die 28 Grad Marke und ich lief das restliche Stück mit meinem Sonnenschirm. Nach einem langen Aufstieg in der Hitze erreichten, wir unsere Herberge Albergue San Andrés für heute. In der Bar tranken wir zu erstmal ein kühles Bier um uns von der Temperatur abzukühlen. Die Betten sind aus Metall und sehr instabil. Da Robs Bett so dermaßen quietschte packte er seine Matratze auf den Boden und schlief darauf. Es trafen noch eine Gruppe Radfahrer, gefolgt von einer Schulklasse ein. Für die Menge war überhaupt kein Platz in der Herberge und die Leute legten sich kreuz und Quer auf den Boden in den Zimmern. Der Hdy Empfang und das WLAN waren leider hier sehr schlecht. Rene aus Deutschland bestellte als einzigster beim Pilgermenü einen Salat als Vorspeise und bekam eine riesige Portion serviert. Auch das Hähnchen und Schwein waren sehr lecker und die Portionen Riesig. Nach dem Dessert waren wir Pappsatt und gingen direkt ins Bett. 


Camino Frances 9.6.2024 Tag 4. 

Zariquiegui-Villatuerta 31 Km + 660 Höhenmeter

Als ich heute Morgen um 5 Uhr auf die Toilette gehen wollte, musste ich quasi über mehrere schlafende Pilger steigen, welche auf dem Flur schliefen. Zwei Toiletten, die zudem noch extrem winzig sind für fast 50 Pilger ist einfach ein Witz! Als ich mit Rob dann um 6.30 Uhr die Herberge verließen, konnten wir unten im Pilgershop, welcher vom gleichen Inhaber betrieben wird etwas frühstücken. Dort gab es Kaffee, Croissants, Getränke und alle möglichen Snacks. Das Mädels aus Kroatien, welcher ich gestern die Füße verarztet hatte war auch mit ihrer Freundin gestartet. Es war heute deutlich kühler als gestern. Oben am Metallmonument herrschte wie immer ein heftiger Wind. Der Abstieg verlief bei 15 Grad und frischen Beinen deutlich angenehmer, als nach 6 Stunden Gehzeit und 27 Grad wie letzten Oktober. Für Rob, René und mich buchte ich über booking.com noch die Albergue La Casa Mágica für 16 € pro Person. Wir haben ein 5 Personen Zimmer und die Betten stehen nebeneinander. Nach der Ankunft bekamen wir erstmal eine deutsprachige Führung durch die alten Gemäuer, welche aufwendig und sehr schön renoviert wurden. Abends gab es ein leckeres Pilgermenü mit einer riesigen Paella-Pfanne für alle Pilger. Nach dem Essen habe ich dann noch die Füße von einer Pilgerin behandelt, die jeweils große Blasen an den kleinen Zehen hatte. 


Camino Frances 10.6.2024 Tag 5. 

Villatuerta-Torres del Rio 33 Km + 605 Höhenmeter

Mit Rob zusammen bin ich um 6.45 Uhr gestartet. In Estella haben wir dann in der Tankstelle frühstücken können. Linda aus Holland und Rene folgten kurz nach uns. Weitere Pilger waren keine zu sehen. Nun gingen wir zunächst in den Schmiedeshop und danach zum Weinbrunnen. An der Weggabelung bogen wir rechts ab um die Route am Campingplatz entlang zugehen und nicht geradeaus über den Berg. Heute war es zuerst bewölkt und die Temperatur betrug ca. 12 Grad. In Los Arcos angekommen traf ich Paula die in der Apotheke stand. Sie war auf dem Weg der über den Berg führte schwer gestürzt und fiel auf ihre Schulter. Offensichtlich sind Bänder und Sehnen in der Schulter verletzt, zudem hat sie Hautabschürfungen. Sie musste dann noch über 5 km laufen und konnte von dort dann mit einem Auto zu einem Arzt fahren. Die nächsten 6 Tage darf sie überhaupt nicht laufen, möchte jedoch den Jakobsweg nicht abbrechen. Nach einem kurzen Stop an der Kirche liefen wir weiter. Rene bleibt heute in Los Arcos. In Torres del Rio bin ich wieder in der Herberge Albergue Casa Mariela, mit 10 Personen im Zimmer. Abends gab es wieder im Hotel Restaurant ein Pilgermenü, welches wirklich außerordentlich gut schmeckte. Nach dem Essen habe ich dann noch von einer jungen Deutschen zwei Blasen an den Fersen verarztet. 


Camino Frances 11.6.2024 Tag 6. 

Torres del Rio-Navarrete 33 Km + 600 Höhenmeter

Um kurz vor 7 Uhr wurde im Erdgeschoss der Mini Markt aufgeschlossen. Als ich rein ging wurden gerade Croissants und Brote mit Omelette geliefert. Nach einem Frühstück starteten wir dann. In Viana machten wir am ersten Café mit dem asiatischen Inhabern eine weitere Pause. Das Wetter war heute bewölkt und etwas frisch sowie recht windig. In einer Apotheke füllte ich dann noch meine Compeed Zehen Pflaster auf. In Logrono angekommen war die Stadt mit Menschenmassen gefüllt. Die Straßen waren für Autos gesperrt, da ein kirchlicher Umzug stattfand. Der gesamte Platz war mit Leuten gefüllt und die Polizei sicherte die Prozession mit Fahrzeugen. Rob, Rene und weitere Pilger wollten heute hier bleiben, ich entschied mich jedoch dafür noch weiter zu laufen. Nach weiteren 13 km, wo ich keinen einzigen Pilger, dafür jedoch Eichhörnchen und Hasen traf, erreichte ich Navarrete. In der Albergue Buen Camino habe ich mir wie letztes Mal ein Einzelzimmer gebucht. Rene teilte mir noch am Telefon mit das er die zwei Mädels aus Kroatien getroffen hätte. Sie sind gestern 38 km gelaufen, die behandelten Blasen sind tip top und machen in den Wandersandalen keinerlei Probleme. 


Camino Frances 12.6.2024 Tag 7. 

Navarrete-Ciruena 32.5 Km + 580 Höhenmeter

Eine Spanierin zeigte mir welches Café um 7 Uhr geöffnet hatte. Nach Kaffee und Tostada konnte ich dann starten. Den ersten Kilometer auf Asphalt war eine Familie aus den USA dicht hinter mir. Die Kinder schlugen so dermaßen hart mit den Spitzen der Stöcke auf den Asphalt das ich schon laut rufen wollte,, this are hiking poles, there are not made for smashing the asphalt!,,. Mit ordentlich Tempo konnte ich mich zum Glück schnell absetzen. Direkt neben der Weingut wurde ein neuer Pilgerrastplatz mit Trinkwasser, Bänken und Tischen, sowie einer Schutzhütte aus Stein gebaut. Danach besuchte ich wieder meine treuen Hunde, die ich wie jedes Mal mit einem Pfeifen zum Zaun rief. Sogleich ließen sie sich knuddeln und schauten ganz lieb. Einige Zeit lief ich mit einem Holländer zusammen und wir trafen Linda bei einem Café Stop in Najera. In Azofra machten wir nochmal einen Stop, Linda blieb jedoch hier. Das Wetter war jedoch zu gut um nicht noch weitere 12 km zu laufen. In Ciruena bin ich dann wieder in die Herberge Victoria gegangen, welche nahezu komplett voll war. Auf der gesamten Strecke hatte ich heute jedoch nur 5 Pilger getroffen. Ich ließ meine Sachen in der Waschmaschine waschen und hängte sie dann zum trocknen auf. Danach versorgte ich noch eine Blase am Fuß eines deutschen Pilgers. Wir unterhielten uns zusammen mit seinem Freund angeregt den Abend über, bei einem leckeren reichhaltigen Pilgermenü. Ein russischer Pilger kam um 19.30 Uhr in der Herberge an, mit einem Rucksack von 28 Kilo. Als ich ihn fragte, wieso sein Rucksack so schwer wäre, zeigte er mir ein kleines Laptop und erzählte das er noch eine Drohne dabei hätte. Wahrscheinlich ist er der nächste aufstrebende YouTube Blogger 😂😂😂


Camino Frances 13.6.2024 Tag 8. 

Ciruena-Tosantos 34 Km + 500 Höhenmeter

Ich bin um 6.30 Uhr ohne Frühstück gestartet, denn ich wollte dies in Santo Domingo de la Calzada nach 6 km machen. Hier angekommen fand ich zuerst kein geöffnetes Café, mit Hilfe einiger einheimischer fand ich jedoch eines, wo sogar ein paar Pilger saßen. Nach einem leckeren Frühstück bin ich dann gestartet. Auf der Strecke habe ich heute sogar ein paar Pilger gesehen, jedoch in unregelmäßigen Abständen. In Velorado angekommen mochte ich dann noch mal eine kurze Pause. Das Wetter war heute sehr sonnig, aufgrund des starken Windes jedoch sehr angenehm zu gehen. Aufgrund des starken Windes war es jedoch nicht möglich mit dem Sonnenschirm zu gehen. Mit meinem Buff über dem Kopf und der Schirmmütze war die Sonnenstrahlung aber kein Problem. Heute bin ich in der Albergue Los Arancones. Im Schlafraum sind ungefähr nur 4 von 20 Betten belegt. Im Innenhof gibt es einen kleinen Garten mit Stühlen zum entspannen und eine Bar mit Restaurant, wo am Abend auch ein Pilgermenü serviert wird. 


Camino Frances 14.6.2024 Tag 9. 

Tosantos-San Juan de Ortega 19 Km + 430 Höhenmeter

Heute Morgen startete ich ohne Frühstück und lief 6 km weiter bis nach Espinosa del Camino. Gegenüber der Herberge von Uli und Sabine, dem Casa las Almas war eine Herberge mit Café. Dort gab es leckere belegte Brote mit allerlei verschiedenen Sachen. Ich bestellte mir noch ein Bananenbrot und drei Cortado. Unterwegs traf ich noch eine große Gruppe spanischer Kinder, die zusammen einen Ausflug unternahmen. Mitten im Wald packte ein Mann mit seinem Geländewagen und hatte einen kleinen Tisch aufgebaut. Dort kaufte ich mir noch eine Banane und machte eine kurze Pause. In San Juan angekommen, ging ich ins erste Kaffee. Rob sendete mir seinen Standort, und ich stellte fest, dass er nur ungefähr 10 km weiter zurück war. Also entschloss ich mich zu warten und mit ihm sowie den anderen gemeinsam in eine Herberge zu gehen. Linda ging in die Herberge Albergue La Cuadra de Luisito und wir bekamen dort 5 Betten. Die Räume im ersten Stock waren wunderschön renoviert, sehr sauber, die Betten sehr gemütlich und die Duschen sehr modern. Vor dem Abendessen verarztete ich noch fünf Pilger mit ihren Blasen an den Füßen. Um 19 Uhr gab es dann noch ein selbst gekochtes Pilgermenü was super lecker war.